Auf nach Sachsen: -------- Original-Nachricht -------- Betreff: [c3le] Fliegende Augen am Himmel über Sachsen
LVZ (i.e. Leipziger Volkszeitung) 26.4.2008 Fliegende Augen am Himmel über Sachsen Erstes Bundesland erlaubt Drohnen für Privatnutzer Dresden. Wer demnächst an Sachsens Himmel ungewöhnliche Flugobjekte sieht, sollte nicht sofort Ufo-Alarm auslösen. Es könnte gut sein, dass es sich dabei um einen der automatischen Kleinsthubschrauber handelt, die seit neuestem in die Luft steigen dürfen. Als erstes Bundesland hat Sachsen den Betrieb von so genannten Drohnen für private Nutzer freigegeben. Die Fluggeräte können filmen, fotografieren und auch per Videofunk aus der Luft den Boden überwachen. Die Betriebsgenehmigung für die Nutzung der Drohnen erteilt das Regierungspräsidium Dresden (RP). RP-Sprecher Holm Felber zufolge ist der Luftraum grundsätzlich frei, es dürfe also eigentlich "jeder ein solches Gerät einsetzen". Theoretisch. Der Genehmigung ist jedoch ein gründliches Genehmigungsverfahren vorgeschaltet. Dafür mussten die ersten Antragsteller zu einer Anhörung ins Regierungspräsidium kommen. Weil ein Missbrauch des fliegenden Auges strafbar ist, kann die Zulassung auch wieder entzogen werden, sagt Felber. Den Zuschlag erhielten inzwischen GeoManagement Dresden GbR und rent-a-drone aus Wolfratshausen. Hinter GeoManagement stecken zwei junge Diplom-Geografen. Mario Hehne sowie Tom Hartmann studierten an der Technischen Universität Dresden und sind 30 Jahre alt. Beide halten den privaten Drohneneinsatz für ein Gewerbe mit Zukunft. "Denn bislang sind Luftaufnahmen wegen der damit verbundenen Hubschraubereinsätze teuer und laut", sagt Hehne. Darum investierten die Jungwissenschaftler mehr als 20 000 Euro und kauften bei Microdrons aus der Gegend um Siegen eine Drohne. Während der Antragsphase in Dresden mussten die Jungwissenschaftler vor RP-Vetretern nicht nur Schauflüge absolvieren. Es wurden zugleich polizeiliche Führungszeugnisse und ein Auszug aus der Flensburger Verkehrssünderdatei verlangt. Auch René Micknaß musste diese Papiere beibringen. Der 39-jährige Plakatkleber aus Dresden hat die zweite Sachsen-Lizenz inne. Hinter ihm steht die bayrische Firma Mobile Datenerfassung aus Wolfratshausen, die die Tochter rent-a-drone betreibt. Pro Flugstunde für private Aufträge nimmt er 179 Euro, Gewerbekunden zahlen 290 Euro -- schließlich kostet ein Gerät kostet laut Holzee Drohne rund 23 000 Euro. Die Funktionsweise der Drohne ist recht einfach, setzt allerdings Übung voraus. So steuern die Piloten das unbemannte Gerät über eine Fernbedienung. Über einen Bildschirm lässt sich jedes Zielobjekt in Echt- zeit beobachten. Parallel können die dabei erzielten Bildaufnahmen sofort gespeichert werden. GeoManagement will seine Minispione demnächst noch mit Infrarotkameras ausrüsten. Allerdings unterliegen beide Firmen strengen Auflagen: Verboten sind "Paparazzitum, Spionage, der Flug über Menschenmassen und Einsatz auf Flughäfen". Auch das Land Sachsen hat die technischen Möglichkeiten entdeckt. Das Landesinnenministerium kaufte eine Drohne. Sie soll zur Beweissicherung bei Ausschreitungen am Rande von Fußballspielen sowie bei Entführungen oder Geiselnahmen zum Einsatz kommen. Ein zweites Gerät wird ab Sommer getestet. Torsten Hilscher, ddp -- ------------------------------------- matthias weiss - computer art history h u y g e n s s t r a s s e 21 d - 0 4 1 5 9 l e i p z i g -------------------------------------
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