Am 2010-03-09 um 12:53 schrieb Guido Stepken: >> Es gibt genügend frei verfügbare Software und Entwicklungsumgebungen für >> Smalltalk. > > Hier muss ich schon widersprechen. Es gibt in der Smalltalk - Gemeinde weder > eine einheitliche GUI noch einen GUI-Builder für nichtkommerzielle > Smalltalks. Die GUI's der kommerziellen Smalltalks sind nicht portabel, weder > untereinander, noch mit Squeak, Pharo, e.t.c. In Squeak/Pharo fehlen eine > riesige Menge wichtiger Bibliotheken, die es nur in kommerziellen Smalltalks > teuer zu lizensieren gibt. Es fängt an mit Verschlüsselung (TLS, HTTPS) geht > über PDF import/export, bis hin zu qualitativen Unterschieden bei > multithreadedding (multithreaded Treiber für SQL Datenbanken), wo ich mit > vielen Smalltalks in arge Performanceprobleme hinein gerate. Die Teufel > stecken in den Details. Auch wenn es oberflächlich gesehen das eine oder > andere gibt, ist die Qualität in der Tiefe oft sehr mangelhaft. > > Und hier habe ich als Entscheider bei JAVA oder C, C++ einfach die freie > Wahl. Es gibt alles in jeder Qualität inzwischen überwiegend sogar frei > verfügbar. > >> Und die Tatsache, dass es so viel gibt, ist kein Qualitätsmerkmal, schon >> gar nicht für den Einsatz in der Lehre. >> Was schon eher kritisch ist, ist die Verfügbarkeit deutscher Materialien. >> Da sollten wir ansetzen und endlich Squeak by Example übersetzen, damit man >> den Lehrkräften auch was an die Hand geben kann. > > Es geht ja nicht nur darum. Es geht darum, dass unsere Kiddies nach der > Schule auch Jobs finden. Und die Chancen liegen einfach viel höher, wenn die > solide C, C++, Java Kenntnisse haben. Und sie können dann auch, wenn sie Zeit > und Freude haben, an Linux/GNU mit verbessern. Mir ist nicht bekannt, dass da > Smalltalker irgendwie mitwirken könnten. > > Und was die Qualität von SBE betrifft. Es scheitert schon an einem Beispiel, > wie ich eine Eingabemaske für eine MySQL Datenbank bastele. > > Wenn ich Kiddies in Squeak fit mache, über 1 Schuljahr, dann sollten sie > danach mindestens etwas können, was draußen "in the wild" auch öfter mal > gebraucht wird ... > Rein akademische Hirnwichserei sollte in Schulen nicht stattfinden. Dafür > sind später dann die Universitäten da ... und siehe da, Pharo wird auch nur > in dem Dunstkreis voran getrieben. > > Ich habe ja nix dagegen, das Kiddies in einer AG mal gelegentlich mit Squeak > ein Videogame herstellen. Das bekommt man mit denen in einem Schuljahr locker > durch. Da kommen sie schnell ans Ziel, frustrationsfrei. Squeak ist aber eher > für junge Kiddies geeignet ... > > Wer aber später mal Programmierer werden will, muss schon zur > Frustrationstoleranz und Geduld erzogen werden. Da sind Klick - GUI's, wie > Squeak manchmal pädagogisch letztendlich doch nicht soooo wertvoll, wie man > meinen möchte. Programmieren ist halt Syssiphusarbeit. Wenn die ihr erstes > Programmierprojekt mit Squeak machen und dann denken, alles in der Informatik > wäre so einfach, laufen die dann, wenn sie an C, C++ müssen in einen > ziemlichen Frust hinein ... > > Daher denke ich, dass Smalltalk/Squeak nur für junge Kiddies geeignet ist, um > die frustrationsfei an Programmieren heranzuführen, deren Hirn etwas zu > strukturieren, wie man lustige, mitunter chaotisch aussehende > Bewegungsabläufe sauber in Einzellogiken zerlegen bzw formulieren kann ... > > Und was diesen Übersetzungswahn angeht. Nö. Lass sie mal englisch nebenher > lernen ... das eigene Scheitern beim Lesen der SBE motiviert sie eher, im > Englischunterricht besser aufzupassen. Man darf Kiddies auch nicht zu viel > ihren Arsch hinterher tragen, als Pädagoge. > > MfG, Guido Stepken
MfG *plonk*
