> Michael Heydekamp wrote:
Reinhard Irmer <[EMAIL PROTECTED]> wrote on 19.03.04:
> 
> Hallo Michael,
> 
> Martin Wodrich <[EMAIL PROTECTED]> schrieb:
> [...]
> 
> Wer bestimmt denn bei den RFC-Verfassern, was Sinn oder Unsinn ist?
> 
> Keiner.  Es gibt neben den RFCs noch die mindestens so wichtige
"best
> current practice", die sich im wesentlichen an der Vernunft und dem
> gesunden Menschenverstand orientiert.  Das hat nie eine Mehrheit
oder
> eine einzelne Person beschlossen, sondern sich einfach als sinnvoll
> durchgesetzt.
> 
Vernunft und gesunder Menschenverstand....davon gibts aber leider
immer weniger ;-)
> 
> Deshalb macht man manche Dinge nicht, obwohl sie in keinem RFC
> ausdruecklich verboten bzw. sogar explizit erlaubt sind. 
> 
Das w�re der Freibrief f�r die jeweils angenehme Interpretation, was
in diesem Zusammenhang "Vernunft und gesunder Menschenverstand" ist.
> 
> Du kannst z.B.
> absolut RFC2822-konforme Adressen mit Kommentaren usw. bauen, bei
deren
> Verwendung Du von den meisten zum Teufel gejagt wuerdest, weil die
> meisten Programme Probleme damit bekaemen [...]
> 
Erst wird die M�glichkeit geboten, obwohl das Ergebnis abstrus ist,
und dann beweist die Praxis, da� es damit nur Schwierigkeiten gibt.
Warum schmei�t man dann so eine M�glichkeit aus diesen RFCs nicht
wieder raus?
[...]

> Mit der Folge das es kaum eine Software gibt die alle revanten RFCs
vollstaendig umsetzen.
> 
> Das ist dann natuerlich die logische Folge daraus, wenn
Konventionen
> nicht so sind, dass ein "sich-daran-halten" einfach zu gestalten
ist.
> 
> Es ist vor allem eine kaum ueberschaubare Menge an Regeln, die sich
in
> Teilen auch widersprechen, und bis heute flammt z.B. immer wieder
die
> Diskussion darueber auf, inwieweit die fuer Mail geltenden Regeln
auch
> fuer News gueltig sind (oder sein sollten).
> 
> Ausserdem entwickelt sich die Realitaet oft schneller als die RFCs. 
Was
> aber kein Freibrief dafuer ist, gegen bereits bestehende, klar
> definierte und allgemein akzeptierte Regeln massiv zu verstossen.
> 
Wenn ich Dich richtig verstehe, dann kann ich "allgemein akzeptierte
Regeln" nach best-practice-Manier  nachvollziehen, jedoch "klar
definiert" bezieht sich m.E. nur auf Sachverhalte, die so eindeutig
sind, dann sie keine Interpretation zulassen, und das d�rften wohl
nicht allzuviele sein. [...]

> aber wuerden sie so verfasst sein, dass sie als eindeutiges
Regelwerk
> zu verstehen waeren, dann gaebe es auch keine
> "Interpretationsmoeglichkeiten".
> 
> Man ist bei den juengeren RFCs (z.B. 2822) dazu uebergegangen, die
ABNF-
> Notation als einzig verbindliche Aussagen anzusehen (falls das bei
dem
> behandelten Thema moeglich ist) und die Prosa drumherum nur noch
als
> erlaeuternden Text.  Da gibt's dann in der Tat kaum noch
> Interpretationsmoeglichkeiten.
> 
Das ist m.E. auch das einzig sinnvolle. Prosa ;-) ist was f�r
Lyriker.
> 
> Aeltere Versionen (822 und Vorgaenger) waren erheblich
umfangreicher,
> weil auch die Regeln selbst - obwohl auch dort ABNF verwendet wird -
zu
> einem viel groesseren Umfang in Prosa gehalten waren.
> 
> Verstaendlicher sind natuerlich letztere, eindeutiger erstere.
> 
Ich denke, da� hier "Eindeutigkeit" zielf�hrender ist, als Prosa.


> FreeXP insbesondere der neue UUZ versucht sich vorbildlich an die
> RFCs zu halten.
> 
> will heissen: die Entwickler interpretieren nicht lange herum,
> sondern halten sich einfach an die dortigen Formulierungen?
> 
> Das waere im Prinzip meine favorisierte Vorgehensweise, die aber
nicht
> immer funktioniert und auch nicht immer zu den gewuenschten
Ergebnissen
> fuehrt, wie ich in einigen Diskussionen in d.c.s.n lernen musste.
> 
Klar, wenn dort "Lyriker" am Werk sind. ;-)

hmm......jetzt waren wir aber ganz sch�n OT.
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