Guten Tag! Gestern (So, 4. September 2011) schrieb Markus Straub:
> diese vielzahl an wegen macht einem modernen router nichts aus. Gut, dann ist das geklärt. Aber es bleibt dennoch ein paar signifikante Probleme: - kann der Router ein highway=crossing erkennen, auch wenn es nur auf der Hauptfahrbahn gemappt ist und der Fußweg nicht damit verbunden ist? (rethorische Frage) - oder andersrum: kann man vernünftigerweise erwarten, dass alle Mapper jede zum Routing erforderliche Verknüpfung auch einzeichnen, obwohl sie oft keinem erkennbaren Objekt in der Wirklichkeit entsprechen? Sind wir wirklich in der Lage, routergerecht zu denken? - Informationsverlusts im visuellen Bereich: Details sind bei hohen zoom erkennbar, bei niedrigem überdecken sie sich im Schlimmsten Fall (dem ist nur mit extrem aufwändiger Logik im Renderer beizukommen, wenn überhaupt) - Praktikabilität: ist es bei einer so hohen Komplexität dem einfachen User überhaupt noch möglich, Änderungen anzubringen, ohne nicht fürchten zu müssen, alles kaputt zu machen (und wie wirkt sich das auf potentielle Neueinsteiger aus?) - Oder andersherum: Ist es sinnvoll, ein derart fragiles System anzustreben, bei dem ein Ungeübter mit ein paar Klicks gleich einen Schaden anrichtet, dessen Reparatur einen massiven Aufwand bedeutet? - Macht es wirklich Sinn, zu einem Zeitpunkt, wo noch viele Orte mit plan.at-Genauigkeit (sprich +/- 50m oder schlimmer) gezeichnet sind, sich anderorts schon mit Zentimeter-Details zu befassen? Ich gebe zu, es gibt auch treffliche Argumente für das Micromapping (welches ich immer noch abwertend 'Malen nach Zahlen' nenne). Aber, und das muss klar sein: in erster Linie ist OSM eine geografische Datenbank, die für *ALLE* Zoom-Levels funktionieren muss. Die schönen Möglichkeiten von Bing und GeoImage verführen uns dazu, nur noch im Max-Zoom-Bereich (und sogar noch kleinräumiger) zu denken, und das große Ganze zu übersehen. Ich bin eigentlich der Meinung, dass man für diesen angestrebten Detailgrad ein neues System benötigt. Es wird nach wie vor notwendig sein, zu generalisieren. Das hilft den Routern, ermöglicht überhaupt erst ein einfaches Rendering (JEDER sollte eine gute Karte rendern können!!!) und erleichtert nicht zuletzt auch uns selbst die Arbeit. Für den Max-Zoom-Bereich schlage ich ernsthaft vor, ein eigenes Layer mit eigenen Zeichenregeln zu schaffen. Es wird uns nicht gelingen, die Erfordernis der Skalierbarkeit mit dem gerechtfertigten (siehe Blindenrouting) Wunsch nach 1:1 Abbildungsgenauigkeit zu vereinen. Vorerst möchte ich aber zur Zurückhaltung aufrufen. Es kann nicht sein, dass wir die allgemeine Verwendbarkeit der Karte aufs Spiel setzen. --- Einwurf zu GPS-Genauigkeit: Ob Galileo tatsächlich kommt, steht noch immer in den Sternen. Ausser ein paar (2?) Test-Satelliten gibt es noch nichts, obwohl es laut ursprünglichem Zeitplan schon in Betrieb sein sollte. Und 30cm Genauigkeit, das ist wohl die angestrebte Maximalgenauigkeit unter Optimalbedingungen. Im urbanen Bereich wird die mit Sicherheit nie erreicht. Auch mit Gallileo wird die Maschine nie sagen können, Vorsicht JETZT kommt die Gehsteigkante, sondern nur, Achtung, in diesem Bereich gibt es eine Gehsteigkante. Dieses Argument für's Micromapping halte ich schlicht für vorgeschoben. Hier läuft der Trend Richtung Formenerkennung via Kamera, alle einschlägigen Forschungen gehen AFAIK diesen Weg. -- Liebe Grüße, Boris _______________________________________________ Talk-at mailing list [email protected] http://lists.openstreetmap.org/listinfo/talk-at
