Wenn wir hier von Pragmatismus reden, warum wird dann die Höchstgeschwindigkeit erfasst, die die Signalanlage erlaubt? Zugegeben, ich fahr nicht viel Auto, aber mir fallen da durchaus Abschnitte ein, da kommt die tatsächlich einstellbare Höchstgeschwindigkeit praktisch nie zum Zug.
1) maxspeed ist eben als maximale (rechtliche) Höchstgeschwindigkeit definiert worden. Die Tatsache, dass der Wert von maxspeed in der Praxis nicht gefahren werden kann und für das Routing nicht immer passt, ist ein Problem von maxspeed selber -- und unabhängig von Signalanlagen. Versuche mit maxspeed:practical gibt es, so recht durchgesetzt hat es sich nicht (siehe letzter Absatz im Posting).
In den überwiegenden Zahl von Fällen wird die maximale Höchstgeschwindigkeit für das Routing aber nicht so schlecht funktionieren, besonders auf Autobahnen in urbanen Gegenden, wo häufig 130 niemals erlaubt ist, sondern eher 100 oder sogar nur 80. Gerade dort sind auch Signalanlagen häufig. Einzelne Ausnahmen machen es trotzdem noch zu einer Verbesserung.
2) Die maximale erlaubte Höchstgeschwindigkeit ist kein Schätzwert und wird auch nicht von der Verkehrsleitzentrale frei vergeben, sondern (so wie alle Verkehrszeichen) gesetzlich verordnet.
-> Daher gehört auch nicht der Wert hinein, der mit der Anlage technisch maximal möglich ist.
Jeder, der solche Abschnitte halbwegs regelmäßig fährt, kann mit fast absoluter Sicherheit den richtigen (verordneten) maximalen Wert nennen. Als Gelegenheitsmapper und Wenigfahrer sieht man das vielleicht etwas anders oder skeptisch, es ist aber kein praktisches Problem: Auf der SÖ-Tangente gilt maximal 80, da gibt es keine Zweifel von Ortskundigen - und es muss auch keiner eine Verordnung rauskramen. Beim Tradenbergtunnel gilt maximal 100, da gibt es auch keine Zweifel von Leuten, die dort öfters fahren.
Weiteres Beispiel: Es gilt nun auf Teilabschnitten der Inntalautobahn immer IGL 100, weil neuerdings so verordnet, obwohl mit der Anlage die Beschränkung auch aufgehoben werden könnte --> maxspeed=100. Ortskundige Tiroler werden das sehr wohl wissen, ging ja auch durch die Medien. Die dazugehörige Verordnung https://www.tirol.gv.at/fileadmin/themen/umwelt/umweltrecht/LGBLA_TI_20141118_145.pdf musste dazu kaum jemand studieren...
Wäre es da nicht sinnvoller, wenn es die Community dafür gibt, die das korrekt und richtig mapped, die erwartbare Geschwindigkeit zu mappen? Was interessiert mich denn die mögliche Höchstgeschwindigkeit, wenn die an vermutlich nichtmal an einem Drittel der Tage im Jahr erreicht wird?
Siehe oben, meiner Meinung nach ein anderes Problem - zugegeben noch ohne Lösung, außer dem maxspeed:practical-Versuch.
Wenn man hier eine Chance sieht etwas anderes (praktisches) mit zu erfassen, weil man die Signalanlagen sowieso angreifen muss, dann kann man ja maxspeed:variable:typical andenken [diese Idee hat aber viel Konfliktpotential, denn was ist schon "typisch"?]. Ich sehe das aber als getrenntes Proposal.
Schöner wäre es, das maxspeed-Problem (Geschwindigkeit in der Praxis nicht erreichbar) allgemeiner in den Griff zu bekommen. Bedarf und willige Mapper gäbe es genug, nur will sich mittlerweile keiner mehr die Proposal-Voting-Hölle antun [viel Arbeit, noch mehr Nörgler, wenig Ehr']. Die "fuzzy"-Komponente lässt ja schon vorab auf heftige Diskussionen schließen ("die Schläglöcher stören doch mein SUV nicht...", "aber mit meiner Rickshaw...", "ich fahr' nur bei Nacht und für mich...", "mit meinem Bus...", "da ist aber häufig Nebel...").
Gruß martinq _______________________________________________ Talk-at mailing list [email protected] https://lists.openstreetmap.org/listinfo/talk-at
