Hallo, > Das ist mit einem Community-Projekt nicht zu schaffen, selbst wenn > man feste Regeln und ein Ueberwachungsgremium haette. Anwendungen, > die solche Genauigkeit brauchen, sind fuer OpenStreetMap nicht > geeignet.
Ganz eindeutiges Veto. Wenn ich nicht der absoluten Überzeugung wäre, dass es geht, hätte ich im Projekt keinen Finger gerührt. OSM kann eine Genauigkeit in der Erfassung von ein paar Metern und das ist ausreichend. Das Datenmodell ist ausreichend, um das Straßennetz korrekt abzubilden. Damit komme ich prinzipiell an die 7.9999 ran, wenn ich den Abstand von einer Straße in Hamburg und einer in München ermitteln will. Das ist die positive Seite. Die negative Seite ist und bleibt, dass das Ergebnis sofort massiv wegbricht, wenn nur eine Knotenbeziehung auf dem Weg nicht stimmt. Dann bricht der Algorithmus aus und macht lange Umwege. Besonders komisch schaut das dann aus, wenn die Lücke so kurz ist, dass sie bei den Renderern gar nicht auftaucht und die Ursache nicht zu sehen ist. Fehlend ist hier ein Konzept für die Qualitätssicherung und mit dieser Einschätzung bin ich ja nicht alleine. > Ich bin aber, im Gegensatz zu Dir, der Ansicht, dass wir solche > Genauigkeit fuer nuetzliches Routing nicht brauchen. Ich verstehe > nicht, wieso Du schon im Vorfeld Anforderungen aufstellst, von denen > klar ist, dass OpenStreetMap sie niemals erfuellen kann. Wem nuetzt das? Ein Routing ist nützlich, wenn es eine Zielvorstellung erfüllt. Im Standardfall ist das die Einhaltung der StVO, also dass ich öffentliche Straßen von privaten unterscheiden kann, usw. Als Bergwanderer habe ich vielleicht andere Vorstellungen und mag keine Forststraßen. Genau dann ist es aber besonders ärgerlich, wenn wegen zu ungenauer Vorgaben Wanderwege falsch eingetragen werden. Wenn ich eine Stunde auf dieser Forststraße gelatscht bin, werde ich das Routing nicht unbedingt als 'nützlich' empfinden. Ich sehe das schon als lösbare Aufgabe an, das Tagging noch zu optimieren und sehe keinen Grund, das auf irgendwann zu verschieben. > Es gibt funktionierende Routensuche auf OSM-Daten, heute schon. Vor > einem halben Jahr anlaesslich der SOTM-Konferenz habe ich eine Route > von Karlsruhe nach Berlin ausrechnen lassen (mit gosmore), ohne > irgendwelche Tricks, und die Route war, von ein paar unbedeutenden > Abweichungen im Karlsruher und Berliner Stadtgebiet, identisch mit > dem, was Google ausgespruckt hat. Wo ist denn bitte genau das > Riesenproblem, von dem alle sprechen? Es gibt kein Riesenproblem, sondern nur eine sehr hohe Empfindlichkeit aller Routingalgos gegen kleinste Fehler im digitalen Kartenmaterial. Der 'das Ding spinnt doch komplett, da ist doch gar keine Straße' - Effekt. Das ist komplett unabhängig von der Implementierung. Dass man auf OSM-Daten routen kann, habe ich selber erprobt und auch geschrieben - darüber sind wir uns einig. Von einem Navi wird erwartet, dass es von jedem Ort zu jedem den richtigen Weg findet. Ich habe für kleinere Gebiete schon vollständige Netze bearbeitet und weiss deshalb, dass es keine unmögliche Forderung ist, da an < 1% Fehler ranzukommen. Dazu brauchts kein strammes Korsett, aber ein wenig Strategie würde da nicht schaden. Und es bleibt natürlich noch die Sache mit den Attributen, mit denen man auf eine Reisezeit schliessen kann. Da muss man faktisch bei Null anfangen, weil man das 'highway'- Attribut dafür nicht ernsthaft verwenden kann. Das ist aber sehr schade, weil an anderer Stelle grossartiges geleistet wird, z.B. bei den Ampeln. Grüsse Hubert -- GMX FreeMail: 1 GB Postfach, 5 E-Mail-Adressen, 10 Free SMS. Alle Infos und kostenlose Anmeldung: http://www.gmx.net/de/go/freemail _______________________________________________ Talk-de mailing list [email protected] http://lists.openstreetmap.org/cgi-bin/mailman/listinfo/talk-de

