Am 15.03.2016 um 15:16 schrieb Paaß, Dominik:
Hallo,

ich habe aufmerksam verfolgt, was hier so geschrieben wurde und versuche jetzt 
mal auf einige Themen einzugehen.



tags für Vorrang- oder Nachrang-Routen müssten zunächst mit der OSM Community 
abgestimmt werden,
die ist recht heterogen, wie du bereits hier siehst. Ein eigenes tag nur für 
eure Zwecke wird
sicherlich abgelehnt werden. Außerdem wird es keine Exklusivität fürs Ändern 
geben.


Prinzipiell kann jeder neue tags einführen. Wenn das in größerem Stil geschieht 
und nicht
abgestimmt ist, wird man den Widerstand anderer erfahren. Schlimmstenfalls kann 
das zum
Revertieren aller Einträge führen, was für euch der GAU wäre. Erfahrungen bei der 
Einführung >neuer tags habe ich nicht.
Einen eigenen tag nur für unsere Zwecke ergibt auch aus meiner Sicht keinen 
Sinn, es sollte vielmehr ein Konsens gefunden werden. Sind Vorrangrouten in der 
OSM überhaupt erwünscht (da man sie, wie hier ja schon häufiger bemängelt 
wurde, nicht an Ort und Stelle überprüfen kann) und wenn ja, mit welchem tag 
könnte die OSM-Community leben!?




kannst du bitte mal erklären wie diese Vorrangrouten durch die
Ordnungsbehörden/Straßenbehörden gekennzeichnet werden sollen.
Solange das uns nicht gesagt wird, werden hier noch die tollsten
Vermutungen und Taggingvorschläge gemacht.


Ich habe noch keine Rückmeldung darüber, inwiefern die Vorrangrouten 
gekennzeichnet werden sollen. In manchen Fällen sollen wohl VZ 421ff. und VZ 
442ff. verwendet werden.





Wenn die Beschilderung mit StVO Zeichen 253 und gegebenenfalls
Zusatzzeichen für bestimmte Straßen erfolgen soll ist das in OSM gut
darstellbar, gleiches gilt auch für Tonnagebegrenzungen.


Wie schon gesagt werden natürlich alle vorhandenen Restriktionen inkl. 
Zusatzzeichen bei der Planung der Vorrangrouten mit in die Entscheidung 
einbezogen





Wenn die Vorrangrouten per Beschluß der zuständigen kommunalen
Verwaltung festgelegt werden und diese Beschlüsse öffentlich bekannt
gemacht werden gibt es auch keine Probleme mit der Lizenz zu OSM.
Als Beispiel für die Vorrangrouten und die zugehörigen Beschlüsse mal das 
Beispiel Duisburg:
https://www.duisburg.de/ratsinformationssystem/bi/vo0050.php?__kvonr=20066483&voselect=20056030
Hier kann man sowohl das beschlossene Vorrangroutennetz einsehen als auch die 
Beschlüsse der einzelnen Stadtteile mit einsehen. So oder so zumindest so 
ähnlich kann man sich das in unserem Projekt auch vorstellen.




Solange die Routen nicht ausgeschildert sind, sind sie für OSM genauso
irrelevant wie die Inhalte eines Flächennutzungsplans. Dieser hat nur
für die Verwaltung eine gewisse bindende Wirkung. Erst der Bebauungsplan
ist für den Bauherren richtig relevant. (Vorrangroute = FNP,
Verkehrsschilder = Bebauungsplan)
Wenn die Straßenklassifikationen in ein Routing mit einbezogen werden, sehe ich 
keinen wirklichen Unterschied zur Verwendung von Vorrangrouten, wenn sie 
politisch abgesegnet wurden.




Glaubst du etwa, dass sich der slowakische Lkw-Fahrer, der die Abkürzung
durch das Wohngebiet nimmt, darum kümmert, ob der Gemeinderat, die
Straße zur Lkw-Vorrangroute erklärt hat, oder nicht?
Das Argument hinkt meiner Meinung nach etwas. Diese LKW-Fahrer verwenden momentan 
hauptsächlich PKW-Navis, was bedeutet, dass auch nahezu alle LKW-relevanten Restriktionen 
ignoriert werden, da diese von PKW-Navis nicht berücksichtigt werden! Es ist vollkommen 
klar, dass man nicht alle LKW-Fahrer mit einer Lösung auf geeignete Routen bekommen kann, 
aber irgendwo muss man anfangen, sonst passiert überhaupt nichts! Aus der Logistikbranche 
hier in NRW wurde uns gegenüber schon sehr häufig geäußert, dass die sehnsüchtig auf eine 
funktionierende Lösung warten, da die Probleme auf der berühmten "letzten 
Meile" ein sehr hoher Zeit- und Kostenfaktor für die Unternehmen ist. Wenn diese 
Unternehmen ihre Fahrer verpflichten ein entsprechendes LKW-Navi zu benutzen, hat man 
schon viel gewonnen. Und wenn die Logistikfirmen aus dem Ausland merken, dass es eine 
Lösung gibt, die ihre Fahrzeuge sicher und planbar zum Ziel bringt, werden auch diese 
ihre Fahrer dazu verpflichten.



ich denke nicht, dass LKW Fahrer ohne Ortskenntnis Abkürzungen durch Wohngebiete 
nehmen, höchst >selten.
Sobald das PKW Navi versagt, irren viele Fahrer in Wohngebieten herum, was auch 
von Vertretern der Kommunen bestätigt wurde.
Dazu ein Video von "ZDF heute nacht" zum Pilotprojekt im Ruhrgebiet: 
https://www.youtube.com/watch?v=Sef50va1898




Um LKW-Vorrangrouten zu gennerieren wäre für mich der erste Schritt das 
Starßenschilderkataster
öffentlich zu machen um es mit den erfassten Daten abzugleichen.
Hier würde doch schon viel helfen wenn Tonnagebegrenzungen, Durchfahrtsverbote, 
Durchfahrtshöhen
und Geschwindigkeitsbeschränkungen für die Region abgeglichen und ergänzt 
werden.
Der Plan ist tatsächlich, dass wir den Kommunen ermöglichen wollen ihr gesamtes 
Schilderkataster digital zu erfassen. In vielen Kommunen gibt es das natürlich 
schon, andererseits glaubt man gar nicht, wie häufig die vorhandenen Schilder 
nur in Akten hinterlegt sind.


Da in den Beiträgen immer wieder angeklungen ist, ob LKW-Vorrangrouten für das Routing 
relevant sind. Ich glaube schon, da die Kommunen ihr eigenes Straßennetz am besten kennen 
(inkl. der "Problembereiche") und eben auch wissen, wo Straßen vielleicht auch 
aus baulichen Gründen nicht für LKW- Verkehre geeignet sind. Die stetige Erhöhung der 
zugelassenen Achslast im Schwerlastverkehr hat dazu geführt, dass das Anlagevermögen in 
Form von Straßen und Brücken die nicht für solche Lasten ausgelegt sind, viel schneller 
kaputt gefahren wurde, da es ursprünglich nicht für diese Lasten ausgelegt war. Die 
Kosten für die notwendigen Reparaturen trägt dann im Endeffekt der Steuerzahler.

Ich habe auch noch ein paar Fragen:

·         Wie sieht es generell mit Straßenschildern in OSM aus? Gibt es eine 
Übersicht, welche Schilder wie in OSM getaggt werden?

·         Weiß jemand, ob es für kommerzielle Kartenanbieter wie HERE oder 
TomTom lizenzrechtlich möglich ist OSM-Daten in ihr Routing einzubeziehen. Wir 
wollen natürlich die Daten in so viele Navis wie möglich integrieren. Wenn es 
also nicht möglich wäre, müssten wir noch eine zusätzliche Lösung zur Verfügung 
stellen um Vorrangrouten und Restriktionen in die kommerziellen LKW-Navi-Geräte 
zu bekommen.

Viele Grüße,
Dominik


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Hallo Dominik,

die öffentliche Bekanntmachung als Quelle für OSM finde ich in Ordnung, dazu werden bestimmt aber auch noch andere Mapper was sagen. Wenn ihr die kommerziellen Kartenanbieter darauf aufmerksam macht werden sie sich bestimmt auch bewegen, wie die die Daten in ihre Systeme bringen ist relativ unabhängig von OSM. Eine Einladung zur pressewirksamem Startveranstalltung des Vorhabens mit Politprominenz und Schnittchen schlagen die bestimmt nicht aus.

Wegweiser mit Piktogrammen ( VZ 421 ff. und VZ 442 ff. ) sind bisher noch nicht vorgesehen, mit Text geht das. Beschilderungen sind hier http://wiki.openstreetmap.org/wiki/Key:traffic_sign beispielhaft dargestellt. Für unseren etablierten Editor JOSM gibt es für die Erfassung von Schildern ein Plugin http://wiki.openstreetmap.org/wiki/JOSM/Plugins/RoadSigns . Geschwindigkeitsvorgaben, Überholverbote und andere Streckenverbote werden an der Straße erfasst, der Standort der Schilder kann auch erfasst werden Für LKW gibt es den Key hgv http://wiki.openstreetmap.org/wiki/DE:Key:hgv , der ist auch mit zeitlichen Beschränkungen und ähnlichem kombinierbar. Sieh dir doch bitte mal die "OSM Truck QA Map" an http://maxheight.bplaced.net/overpass/map.html?lat=51.73963&lon=10.5925&zoom=15&layers=B0000000FFFFFFTFFFFFTTT&label=F&style=line&opacity=70

Bitte stelle euer Vorhaben auch im deutschen OSM-Forum vor http://forum.openstreetmap.org/viewforum.php?id=14 , denn nicht jeder Mapper liest hier mit.

Senni






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