> Gesendet: Sonntag, 08. April 2018 um 00:43 Uhr
> Von: "Florian Lohoff" <f...@zz.de>
> An: "Christian Müller" <cmu...@gmx.de>
> Cc: talk-de@openstreetmap.org
> Betreff: Re: [Talk-de] Flächen/Wege // Trolling in changesets
>
> Ich habe mehrfach das Gegenteil behauptet und dafür auch klare
> Grundlagen genannt - Ich sehe einfach nicht den Vorteil für eine 
> Minderheit (Nachweis siehe vorangegangene Mail) die kein "Nichts" in der
> Karte sehen will, allen Flächen absichtlich Fehler
> Geographischer und Topologischer Natur hinzuzufügen und es dazu für
> Neumapper nahezu unmöglich zu machen korrekte Daten zu erfassen.

Irgendwie liest du auch nur das, was du lesen willst, oder?  Da
brauchst du dich dann auch nicht wundern, wenn niemand die von dir
verschickten Dokus liest.  Wenn das width-tag fehlt, wird je nach
Straßenklasse und evtl. dem lanes-Attribut eine Breite errechnet.
Das eine genaue Angabe oft fehlt, ist ein Missstand, rechtfertigt
aber nicht die Annahme, dass wir nur die Mittellinie von Straßen
erfassen.  Das geographische Objekt, dass von einem mit highway=*
getaggten Datenbankobjekt repräsentiert wird, ist eine Straße,
mit Straßenfläche und ggf. weiteren Eigenschaften, nicht diese
Mittellinie.  Wir erfassen die Straße als Mittellinie, nicht umge-
kehrt.  Nach deiner Argumentation müssten ja die Seitenstreifen,
Trennlinien, Standstreifen nochmals als Idealisierung in den Daten-
bestand, weil die Mittellinie nur für sich steht, steht sie aber
nicht.  Es wurde sowohl im Wiki als auch in der Mailingliste
mehrmals darauf hingewiesen, dass Spuren und Standstreifen /nicht/
separat erfasst werden, /weil/ die Mittellinie die baulich nicht
getrennte Straßen/fläche/ repräsentiert.

So einseitig wie du die Sache hier darstellst, ist das Projekt nicht.
Wir erfassen keinen Graphen, nicht primär. Routing war schon immer
/ein/ Aspekt, ein Anwendungsfall, der sich mit den gesammelten Daten
befrieden lässt, nicht der Einzige.  Die Ziele mit denen Freiwillige
Daten ergänzt haben, sind divers.  Hier ist jeder seine eigene Minder-
heit und ich glaube kaum, dass du die zahlreichen Anwendungsfälle alle
überblickst.

Ich verstehe auch nicht, wieso du dich von einer Erklärung zur Situation
der Bestandsdaten angegriffen fühlst.  Ich habe auch nie behauptet, dass
ich irgendeinen Fehler hinzufügen will, in der Art, wie du ihn beschreibst.
Es ging darum aufzuzeigen /warum/ diese Daten so in der DB zu finden sind,
wie sie es sind.

Vielleicht war das ja bei dir schon immer so, dass du mit 2cm genauen Luft-
bildern gemappt hast.  Ich hingegen kenne OSM noch aus einer Zeit, wo für
das hiesige Gebiet keine sonderlich gute Auflösung mit den Quellen zur Ver-
fügung stand, die zur Nutzung mit OSM erlaubt waren.


> Man kann das eben genau nicht raus rechnen oder "Mal eben Algorithmisch
> Lösen" - Diesen Beweis sind bisher alle die das behauptet haben schuldig
> geblieben.

Natürlich kann man das und es ist auch nicht so, dass das noch niemand getan
hätte oder die Algorithmen dazu nicht zur Verfügung stünden.  Ich habe auch
nie behauptet, dass das fehlerfrei möglich sei, und ich wiederhole mich, wenn
ich dir erkläre, dass Speicherplatz und Verarbeitungsbreite für geographische
Daten in der Breite noch nicht seit Ewigkeiten zur Verfügung stehen. (OSM war
/ist ein Hobbyprojekt, ein Projekt von und für die crowd nicht wahr?)

M.M.n. differenzierst Du Vergangenheit/Gegenwart nicht genügend, und nutzt
heute gültige Argumente, um dein Unverständnis gegenüber einer Datenlage
auszudrücken, die unter anderen Paradigmen entstanden ist. Paradigmenwechsel
und teilweise auch die offene Paradigmensuche, die das Projekt durchgangen
hat und die der Grund dafür sind, dass es ein Großteil der Mapper heute
bevorzugt, luftbildgenau abzuzeichnen, anstatt mit Papier oder GPS vor Ort
Daten zu erfahren, zu erfassen und später in der DB abzubilden, blendest
du in diesem Thread warum auch immer aus.

Das Verkleben ist im Hinblick darauf, die Größe der DB klein zu halten,
heute scheinbar nicht mehr so wichtig.  Vor zehn Jahren gab es schon noch
ein paar mehr Leute, denen es wichtig war, dass die Gesamtdaten auch auf
kleine Geräte passten und dort verarbeitbar waren.  In dieser Zeit ist die
Erklärung für manche Bestandsdaten viel einfacher zu suchen und zu finden.

Ein geometrischer Fehler von auch 3 - 5 Metern ist/war für viele Anwend-
ungsfälle völlig unerheblich, ob du das nun wahrhaben willst oder nicht. Du
schriebst, nach meiner Erfahrung zutreffend, dass Gemeinden z.B. früher nur
als Node eingetragen waren.  Gehst du die Minderheiten, die das heute noch
tun auch an, nur weil du der Meinung bist, dass sie die Gemeinde ja gleich
umrisshaft hätten einzeichnen können?  Bist du der Meinung, dass die un-
genauen Siedlungsgrenzen wertlos sind? - Deren Fehler ist auch mit modernen
Luftbildern erheblich und er wird dennoch akzeptiert, weil eine ungefähre
Siedlungsgrenze in vielen Fällen besser ist, als gar keine Information zu
haben.

Sowohl eine schlechte Datengrundlage, technische Limitierungen oder
begrenzte Ressourcen/Manpower rechtfertigen die Technik des Verklebens,
wenn es darum geht (ging!) oder gehen wird, Daten kurz zu fassen.  In
ärmeren Regionen oder solchen mit schlechterer Infrastruktur ist das
immer noch ein Thema, hierzulande und derzeit offenbar nicht.


> Wenn ich alle Beträge eines Kassensystems auf volle € runde kann ich
> hinterher nicht mehr die Cent Beträge ausgeben.

Der Vergleich ist unzutreffend.


Gruß

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