Jochen Topf schrieb:
Also wenn das in einem Helikopter tut, dann sollte es auch auf dem
Fahrrad tun, oder? Ich kann mit meinem Fahrrad nicht solche Akrobatik
hinlegen, wie die Helikopter. :-) Wenn es natürlich die Stöße sind auf
unebener Strasse, dann wirds schwierig.

Ich kenne mich damit ja ein wenig aus und möchte euch hier mal etwas zur Funktion von den Dingern erzählen.

Ich persönlich kenne Gyroskope aus dem Quadrocopter-Bereich. Dort werden zwei Gyroskope um 90° verdreht möglihst Mittig angeordnet, um die Neigung des Fahrzeuges zu ermitteln. Je nach Neigung werden dann die vier Motoren so angesteuert, dass das Gerät wieder möglichst gerade in der Luft liegt.

Letztenendes verhält sich die Steuerung ähnlich einem Hubschrauber. Dazu hat man 2 360°-Regler. Steuerbar ist meist mit dem einen Regler das Kippen nach vorne, hinten und zu beiden Seiten. Mit dem zweiten Regler steuert man die allgemeine Drehzahl (Höhe) sowie die Rotation auf der Stelle.

Im Gegensatz zum Hubschrauber greift man hier jedoch nicht direkt auf die Motoren zu sondern weißt die Steuerelektronik an, einen bestimmten oder mehrere Motoren zu beschläunigen oder abzubremsen. Außerdem wird in diesem Moment das Gyroskop-Signal anders ausgewertet. SObald manalles wieder auf Mittelstellung bringt, richtet die Elektronik das Fahrzeug automatisch wieder gerade aus.

Teurere Quadrocopter haben auch GPS und Barometer eingebaut. Dabei ist auch eine vollautomatische Steuerung möglich. Dies sieht so aus, dass man i.d.R. mit Google Earth Punkte setzt, die nacheinander angeflogen werden sollen. Hierbei sollte natürlich auch eine jeweilige Höhe angegeben werden. Daraufhin werden die Daten auf das Gerät übertragen und es kann die Strecke vollautomatisch abfliegen - nicht nur horizontal sondern auch vertikal.

Man kann dann auch den Flug anhalten. Dabei wird die aktuelle Position gespeichert und die Maschine versucht dann, diese Position so genau wie möglich zu halten. Falls eine Windböe kommt, wird es automatisch wieder zurückfliegen. Bei konstantem Wind können manche Systeme sogar eine Kippneigung und Drehzahl berechnen, damit ohne Bewegung die Position gehalten wird. Das Gerät legt sich in diesem Fall schräg in den Wind.

Letztenendes lassens ich mit diesen Gyroskopen allerdings auch Bewegungen messen, da sie eigentlich dazu verwendet werden, beschläunigungen zu messen.

Um Euch mal zu erklären, was so ein Gyroskop überhaupt ist, bzw. wie es im Grunde genommen funktioniert, möchte ich Euch jetzt noch die Mechanische Ausführung erklären.

Dabei handelt es sich um nichts anderes als einen Kreisel, der oben aufgehängt ist und durch einen Motor betrieben wird. Der Kreisel ist frei beweglich aufgehängt. An der AUfhängung befinden sich jedoch Magnetfeldsensoren, die bestimmen, in welcher Position sich der Kreisel gerade genau befindet. Verdreht oder Kippt man nun die Halterung, verändert sich das elektrische Signal und an kann daraus ableiten, welche Position der Untergrund gerade hat.

Wenn sich nun ein Fahrzeug beschläunigt, wird zwar nicht der Untergrund gekippt, jedoch kippt der Kreisel selbst durch die Trägheit der Masse nach hinten. Bei Bremsen wird er nach vorne gezogen. Außerdem will er in Kurven natürlich auch seine Position & Geschwindigkeit halten und lenkt zur Seite aus. Daraus kann ich ableiten, wie sich das Fahrzeug bewegt und natürlich auch die Geschwindigkeit berechnen.

So, ich hoffe, ich konnte Euch das Ganze etwas verständlicher machen.

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