René Falk schrieb: > Am Freitag, 29. August 2008 schrieb Frederik Ramm: > >> Ich bin sowieso total gegen "links" und "rechts". Das kommt mir >> einfach unprofessionell vor. Ist das echt ueblich in der >> Strassenbau-Szene, dass man von linken und rechten Seiten einer >> Strasse spricht? Bei Fluessen kann ich mir das ja noch vorstellen, >> weil die Flussrichtung dort natuerlich vorgegeben ist; es bedarf >> keiner Zusatzinformation fuer mich, wenn ich als Mensch die >> Information "linksrheinisch bei Karlsruhe" verarbeiten will. Will >> ich aber "links der B36 bei Karlsuhe" verarbeiten, brauche ich >> zusaetzlich die Info, wierum die B36 denn verlaeuft, und dafuer >> gibt es keine Definition. > > Ist meiner Meinung ein schlechtes Beispiel. Bundesstraßen haben im > allgemeinen schon eine Richtung durch die Stationierung. Aber > natürlich hast Du recht, das sollte mal "professionell" geklärt > werden. Vermutlich kann man über die amtlichen Straßenverzeichnisse > die Richtung klären, solange diese keine reinen Bestandslisten sind, > was ja auch vorkommen kann. Aber dann hat man immer noch keine Regel > dafür.
Ich sehe auch noch den pragmatischen Aspekt: Als Mapper bewegt man sich auf einer Straße entlang und notiert sich, was links und rechts des Weges anzutreffen ist. Dann wird die Straße gemappt. Und es gibt diverse Möglichkeiten für Fehlerquellen: 1. Die Richtung der Straße in OSM sollte natürlich entsprechend der Bewegungsrichtung des Mappers angelegt werden, denn nur dann stimmen die Seitenangaben "links" und "rechts" in den Notizen mit dem vorzunehmenden Tagging. 2. Andererseits ist es wahrscheinlich, dass die Straßenrichtung nicht schön von unten nach oben verläuft, "links" und "rechts" der Straße sind dann mitunter "rechts" und "links" auf dem Bildschirm. Oder "oben" und "unten". 3. Die Problematik mit der per Editor durchgeführten Wegdrehung wurde auch schon mal angesprochen: Alle Editoren, die so eine Funktion anbieten, werden gezwungen, alle irgendwo erfundenen links/rechts-Taggingschemata zu kennen (oder zu erkennen), um dann die Seitenangabe korrekt anzupassen. Das mag für einige eine triviale Aufgabe sein, aber ich befürchte, dass wir uns damit ganz gehörig ins Knie schießen werden - denn sobald die Möglichkeit des straßenseitenabhängigen Taggings erstmal besteht, wird wieder die Mapperkreativität neuer Tags zuschlagen. Und es ist jetzt noch nicht abzusehen, welche Formen des Taggings für künftig zu erfassende Daten notwendig sein werden. Sprich: Die Umkehrungsregeln der Editoren werden künftig so unvollständig sein, wie die Rendering-Regeln von Mapnik oder Osmarender. Was allerdings deutlich problematischer wäre. Entweder der den Weg drehende Mapper paßt manuell alle Tags des Weges an, oder alles geht automatisch. Wenn nur 90% automatisch angepaßt wird, werden die letzten 10% vergessen werden. Zum Glück ist die Notwendigkeit, Wege zu drehen, durch "oneway=-1" praktisch auf Null gesunken. Die Alternative zu "links/rechts" wäre ein Himmelsrichtungstagging. Wurde hier auf der ML auch schon von irgendwem angesprochen. Hätte den Vorteil, dass der Mapper vor Ort sich nach der eindeutigen Himmelsrichtung (Kompaß liefert ihm hoffentlich sein GPS) orientiert, und beim Arbeiten am PC sind die Himmelsrichtungen immer identisch, ohne Verwechslungsgefahr. Allerdings eignet sich das auch nicht wirklich uneingeschränkt für alle Anwendungen. Man stelle sich nur mal vor, ein Radweg begleitet eine Straße auf der einen Straßenseite während eines 180-Grad-Bogens oder noch üblerer Schlangenlinien. Oder man nehme nur irgendeine ringförmige Rennstrecke. :) Viele Grüße Sven _______________________________________________ Talk-de mailing list [email protected] http://lists.openstreetmap.org/listinfo/talk-de

