Hallo. Am Mittwoch, 1. Oktober 2008 schrieb FreeWorld: > Tenor der Diskussion: Sollte OSM einmal einen ernst zu nehmenden > Vollständigkeitsgrad erreicht haben, so wäre es quasi extrem einfach > möglich Unternehmen gezielt in die Karten zu schaun. Man macht > beispielsweise monatliche Snapshots und schaut sich über Jahre hinweg > die Entwicklung der Bahn und ihre Geschäftspolitik an. Welche Strecken > werden nicht so wichtig genommen, welche wurden verkauft, was rechnet > sich wohl für die Bahn am besten? Ich seh schon die Bild-Schlagzeilen: > "Bahn pfeift auf Kunden in Hintertufftuffdorf!"
Welchen Unterschied machst du hier zwischen
- OSM und anderen Kartenwerken?
Um solche Informationen rauszulesen muss eine Karte keine freie Lizenz
haben, das darfst du von Google-Maps genauso "lernen", wo es neue oder nicht
mehr vorhandene Bahnstrecken gibt.
- OSM und dem Kursbuch der Bahn?
Schließlich steht dort ganz genau drin, welche Strecken wie stark (für
Personenverkehr) genutzt werden und jedes Jahr ändert sich da einiges.
> Möglicherweise gibt es auch andere Unternehmen, die irgendwie ein
> Problem hätten komplett in OSM gemappt zu werden. Genausogut kann man ja
> die Geschäftspolitik beispielsweise von McDonalds oder Burger King oder
> der Post oder was weiß ich beobachten. Für Konkurrenzunternehmen
> sicherlich attraktiv.
Warum?
Ich glaube nicht, dass es ein Geschäftsgeheimnis ist, wo es wie viele
McDonald's-Restaurants gibt. Schließlich gibt es auf der Website eine Liste
davon.
Und in jedem modernen Navi stehen diese Daten auch drin, jährlich aktualisiert
und damit wunderbar geeignet um daraus Schlüsse zu ziehen.
> Dass diese Gefahr für Unternehmen vielleicht größer ist, als der Fakt,
> dass OSM ja auch Werbung sein könnte und Kunden einfach mal hinfinden,
> kann ich mir vorstellen.
Mit den Daten, die wir bisher erfassen, kann ich das nicht.
> 1. Sollten wir uns über sowas überhaupt Gedanken machen?
Kann jeder gerne tun, Gedanken machen ist immer mal wieder sinnvoll. ;-)
> 2. Kann ein Unternehmen rechtliche Schritte einleiten oder sich sonst
> irgendwie wehren, weil es in OSM auftaucht?
Es gibt momentan ernsthafte Probleme, etwas handfestes zu finden wie man
Google-StreetView rechtlich beikommen kann. Und die tragen nicht nur
Informationen von öffentlich aufgehängten Werbetafeln ein sondern das
kritische daran ist die Fotografie von Personen und nicht-öffentlichen
Gebäuden. Und trotzdem scheint das so nicht angreifbar zu sein.
Also ich denke nicht, dass alleine mit der Erfassung von "da steht ein
McDonald's-Restaurant und das ist ungefähr die Gebäudeform" irgendwas
zusammen getragen wird, was jemandem schadet.
Wenn man beginnt, wirre Statistiken über die Besuchr zu machen ("zur
Mittagszeit ist da alles voll mit Kindern aus der FooBar-Schule, abends sind
die Klos immer von den Besuchern des Jugendzentrums vollgekotzt"), dann
könnte das vielleicht anders aussehen, aber ich denke nicht, dass das in eine
Sammlung von Geodaten gehört.
> 3. Würdet ihr sagen, dass OSM in dem Fall der Unternehmensschnüffelei
> missbraucht würde?
Auch wenn das Militär gerne Horrorszenarien a la "wer weiß wo eine Kaserne
steht, hat sie quasi schon weggesprengt" verbreitet, glaube ich so etwas
nicht.
Alleine mit Daten die frei auf einem Werbeschild (also nicht nur einem
Namensschild an der Tür) veröffentlicht werden, sehe ich keinen wirklichen
Spionage-Ansatzpunkt.
Gruß, Bernd
--
Nehmen wir einmal an, es gäbe keine hypothetischen Situationen...
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