Frederik Ramm schrieb:
Hallo,
Manuel Reimer wrote:
Ich weiß auf jedem Fall, dass ich in der Freizeit nicht letztlich für
irgendwelche Unternehmen arbeiten will, die die Daten nehmen und
garnichts zurückgeben wollen.
Ich finde, dass diese Ansicht zu sehr von Neid und Missgunst gepraegt
ist und so gar nicht zu dem Geist in diesem Projekt passt.
Schon heute ist es so, dass Unternehmen wie Privatleute OSM nutzen
koennen, ohne etwas zurueckzugeben. Ich gehe sogar davon aus, dass die
ganz ueberwiegende Mehrheit der OSM-Nutzer nichts zurueckgibt (z.B.
jemand laedt sich eine Garminkarte herunter und spielt sie auf sein
Geraet - was gibt der zurueck?).
Ich sehe darin kein Problem und keine Gefahr; wir sind grosszuegig, wir
erlauben das. Ob das jetzt der private Wanderer ist oder das
Unternehmen, das 500 Aussendienstmitarbeitern unsere Karte auf ihr
Garmin-Geraet laedt - beide duerfen unsere Daten gleichermassen
verwenden, und niemand von uns kommt an und fordert, dass das
Unternehmen von den gesparten 10.000 Euro oder der Privatmann von den
gesparten 20 Euro etwas abgeben solle.
Weder das Unternehmen noch der in meinem Beispiel genannte Privatmann
muessen uebrigens nach aktueller Lizenz irgendjemandem verraten, dass
sie OSM-Daten einsetzen.
Diese Nutzungsmoeglichkeiten existieren heute schon, dennoch wuerde
niemand von uns deswegen behaupten, dass er "in seiner Freizeit
letztlich fuer irgendwelche Unternehmen arbeitet".
Wir arbeiten alle fuer eine freie Weltkarte. Wer die dann nutzt und fuer
was, steht auf einem anderen Blatt und ist uns in der Regel ziemlich egal.
Dem kann ich nur zustimmen.
Letzlich wird durch eine virale Lizenz nicht erreicht, dass "etwas
zurückgegeben" wird, wenn ein Unternehmen von OSM profitiert, sondern
nur wenn es auch eigene Daten reinmischen muss. Einem anderen
Unternehmen reichen die OSM Daten vielleicht und muss so nichts
zurückgeben, spart aber vielleicht genausoviel ein. Ich sehe da keinen
großen Unterschied, eigentlich finde ich es sogar eher unfair.
Denn letzlich ist es doch auch so: Wenn ein Unternehmen sich vorstellen
kann die Hauseigenen Daten für OSM freizugeben, dann wird es das
vielleicht sowieso tun, da es einfacher ist alle Daten aus OSM zu ziehen
und sie somit auch noch gleich von der Community mitgepflegt werden
(wenn es denn Daten sind die dafür geeignet sind).
Wenn aber einem Unternehmen der Aufwand zu groß ist die Daten
bereitzustellen oder sogar garnicht dazu in der Lage ist, weil die Daten
vielleicht jemand anders gehören, dann wird es OSM eben garnicht nutzen.
Ich kann darin keinerlei Vorteil erkennen. Im Gegenteil, wenn ein
Unternehmen OSM nutzt, dann wird es sicherlich auch froh sein, wenn es
der Community gut geht und somit vielleicht auch freiwillig etwas
spenden (muss ja nicht immer Geld sein, z.B. Hardware die sie nicht mehr
brauchen). Und selbst wenn OSM garnichts zurückbekommt (so wie es jetzt
faktisch gesehen ja auch schon vorkommen kann), dann ist es zumindest
immernoch gute Werbung, wenn ein großes Unternehmen auf OSM setzt. Wenn
z.B. Google Maps OSM Daten einsetzt und einer fragt "Warum OSM, gibt
doch schon Google Maps", dann kann man sagen "Moment Mal, Google Maps
basiert zum großen Teil auf OSM".
Außerdem finde ich sowohl die CC-BY-SA als auch die ODbL nicht gerade
einfach zu verstehen und nicht gerade rechtlich eindeutig. Wenn man
Abseits von Standardanwendungen erstmal einen Anwalt konsultieren muss,
ist das dann auch wieder so eine rechtliche Hürde, die es durch OSM doch
eigentlich nicht mehr geben sollte.
Gruß,
Sebastian
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