Moin, welchen Sinn hat die Richtungsumkehrfunktion in OSM?
Mit forward und backward im Gepäck kann jeder für jedes Element in OSM eine Richtung beschreiben - sei es durch Tagging oder Relationen. Ich frage mich aber, wieso es sinnvoll sein kann, alle sorgfältig zusammengetragenen richtungsabhängigen Dinge mit einem Schlag umzukehren? Zudem erkennen Anfänger die Richtungsfunktion anfänglich häufig nur als Fahrtrichtungsangabe, so dass sie diese nur für Einbahnstraßen und Kreisverkehre als relevant erkennen. Nun macht er seine ersten Gehversuche im OSM Editor durch Ändern der "Fahrtrichtung". Die lässt sich so schön mit einem Klick auf das präsente Icon umkehren. "Ahja, die "Fahrtrichtung" braucht man für Einbahnstra0en und für Kreisverkehre. Hmmm, bei Straßen mit Fahrbahnen für zwei Richtungen braucht man keine Fahrtrichtung. Also kann ich ich hier beliebig rumprobieren. Auch beim Vereinigen erklärt JOSM, dass er einige Richtungen umdreht. Hmmm, ist ja keine Einbahnstraße involviert, also soll er meinetwegen umdrehen." Erst im Stadium des fortgeschrittenen Taggings bemerkt der Anfänger bestürzt, dass der Richtungspfeil nicht nur zum Darstellen der Fahrtrichtung dient. Bis dahin hat er aber schon einige Straßen versehentlich umgedreht. Wenn eine Funktion so zerstörerisch sein kann und sämtlichen sorgfältig erstellten Richtungstaggings und -Relationen quasi den Arsch unter den Füßen wegzieht und zudem Anfänger dazu einlädt, es als erstes dankbares und meintlich harmloses Probierobjekt zu benutzen: Welchen Sinn kann so ein Instrument haben? Zudem fallen solche Richtungsänderungen erst nach eingehender Prüfung auf. Bei bloßen Drüberschauen nimmt man keinen Fehler wahr. Schlimmer noch: Was ist, wenn nach einer versehentlichen Änderung jemand Anderes richtungsabhängige Dinge taggt. Dann sind die einen richtig herum und die anderen falsch. Selbst der Ortskundige hat das Alles nicht im Kopf und kann in solch einem Falle die ganze Stra0e noch einmal in beiden richtungen abfahren und auf die Richtigkeit sämtlicher (nun beschädigter) Relationen und Tags überprüfen, wenn er den Fehler überhaupt wahrgenommen hat - und das wegen eines versehentlichen Klicks. Nein, momentan sehe ich für die Umkehrfunktion keine einzige sinnvolle Anwendung, die nicht mit forward oder backward zu erschlagen wäre - außer Vandalismus. Wenn der dann auch noch - insbesondere für Anfänger - so leicht versehentlich begangen werden kann, dann hat die Funktion jede Daseinsberechtigung verloren - und zwar für jeden User. Daher brauchen wir in diesem Zusammenhang nicht über Userlevel und Schreibrechte nachzudenken. Zwei Lösungsvorschläge: Vorschlag 1: Bei jeder Umkehr der Straßenrichtung, sei es von Hand oder bei Vereinigungen gegenläufiger Straßen dreht der Editor automatisch auf allen richtungsgeänderten ways auch alle forwards und backwards in betroffenen Tags und Relationsabschnitten um. Vorschlag 2: Die Richtung der Straße könnte bei neuen way-Objekten - zweckmässigerweise zwischen zwei Knotenpunkten ohne Richtungsänderung - entweder vom Editor oder der Datenbank automatisch festgelegt werden und wäre dann für niemanden mehr umkehrbar. Bei einer Vereinigung von zwei gegenläufigen Straßen durch Auflösung einmes Knotenpunktes drehen Editor oder Datenbank (je nachdem, wer oben für diese Aufgabe zuständig war) auf allen richtungsgeänderten ways auch alle forwards und backwards in betroffenen Tags und Relationsabschnitten um. Sieht jemand Fälle, in denen diese Lösungsmöglichkeiten versagen würden? Welcher von beiden wäre zu bevorzugen? _______________________________________________ Talk-de mailing list [email protected] http://lists.openstreetmap.org/listinfo/talk-de

