Moin Dirk-Lüder Kreie schrieb:
ich bin der Ansicht, dass einige hier einen Völlig falschen Eindruck bekommen haben, wie die Portierung in die neue Lizenz überhaupt stattfinden soll.
Der Eindruck ist, dass er völlig planlos und unausgegoren abläuft. Keins der Tools, die gute und schlechte Daten sortieren soll, gibt es anscheinend. Nur Absichtserklärungen, dass das schon klappen wird und man sich keine Sorgen machen müsse.
Anscheinend deshalb wird hier um jeden einzelnen Node und jedes Tag verbissen gekämpft.
Das gehört auch noch völlig zu den unklaren Dingen, wie die Urheberrechte an gemeinsamen Objekten bewertet werden und somit sind die Auswirkungen völlig unabschätzbar.
Vielleicht sehe ich Datenverlust als Küstenbewohner, oder als Mapper, der selber bei "null" angefangen hat, anders, als Mapper, die eine schon existierende OSM-Karte verbessern konnten.
Auch ich habe oft genug bei Null angefangen. Rund um die Wohnung meiner Mutter beim Bremerhavener Hauptbahnhof waren damals nur größere und wenige kleine Straßen erfasst und fast nix vom Bürgerpark. Heusenstamm, der Wohnort meiner damaligen Freundin, ebenso. Beim Abzeichnen der Oberpfalz-Bilder (Hat da schon die Kompatibilität zur neuen Lizenz abgeklärt? DARF ich überhaupt zustimmen?) habe ich rund um Immenreuth mitgemacht und selbst rund um das gut gemappte Karlsruhe betrete ich jetzt noch, zuletzt gestern, OSM-Neuland in den Wäldern und Feldern ... Überall war aber nicht gar nix vorhanden. In den Wäldern baue ich auf einem meist schon Wegegerippe auf und erweiter es um einige tags und Objekte wie Schranken etc. Deren Geometrie lasse ich oft unangetastet, weil mein alter GPS-Empfänger nur 1200 Trackpunkte speichern kann und ich in somit bei einer Erfassung per Rad auf den schon vorhandenen Wegen ausschalten muss, weil es sonst nicht reicht, den gamzen track mit ausreichender Genauigkeit aufzuzeichnen. "Schlimmstenfalls" hänge ich da nur ein smoothness-tag dran, bestenfalls auch noch surface und tracktype, das ist urheberrechtlich nix bis fast nix, aber trotzden Arbeit bei Erfassung und Editieren. Wenn der alte Mapper aber nicht mehr auffindbar wäre, hängen alle drangehängten neuen Wege in der Luft und die neuen tags sind auch futsch. Ebenso unklar ist das Schicksal der vielen kleinen Änderungen von tags und anderen Kleinigkeiten am Datenbestand in dicht gemappten Gegenden wie Karlsruhe-Stadt oder anderswo.
Kurz abgerissen erstmal meine informierte Einschätzung: - PD/CC0 ist die "bessere Lizenz" für OSM - ODbL ist besser als ihr Ruf
Dachte ich bisher auch, komme aber auch da immer mehr ins Zweifeln, je tiefer ich einsteige, nicht nur wegen der Kollateralschäden. PD scheint im übrigen noch mehr Kollateralschäden nach sich ziehen zu müssen wegen der vielen importierten Daten, die vielleicht ODbL-kompatibel, aber nie PD-kompatibel zu kriegen wären. Nach den mit zu beschließenden neuen Contribution Terms stünde aber der Weg offen, jederzeit mit ausreichender Mehrheit (glaub 2/3) eine "andere freie Lizenz", vulgo PD/CC0, zu beshcließen, d.h. einige wie Nearmaps oder so, die in Australien Luftbilder verfügbar machen, könnten zwar ODBL, aber nicht den CT zustimmen, weil dann irgendwann by-sa futsch ein könnte. > - Die Menge der nicht portierbaren Daten wird IMO verschmerzbar sein
- selbst Datenverlust ist verschmerzbar
Das ist Deine Ansicht. Nehmt einfach mal zur Kenntnis, dass andere Leute deutlich andere Prioritäten haben, wie sie die bereits in das Projekt reingesteckte Arbeit bewerten.
- gekränkte Mapper werden durch motivierte ersetzt, wer will schon, dass "seine" Stadt/Dorf/Straße nur deshalb nicht in der aktuellen OSM-Karte ist, weil ein Mapper schmollt?
Ihr untergrabt damit die Hauptmotivation, warum ein Großteil der Mapper mitmacht. Die wollen mit einem reichlichen Anteil ihrer Freizeit zum Wachsen des Projektes beitragen. Für den Papierkorb arbeitet dagegen niemand gerne. Und das Projekt schrumpfen will auch niemand sehen, schon absolut gar nicht wegen irgendeinem für die meisten nur sehr theoretischen Lizenz-Hickhacks. Diese Aspekte umterschätzt ihr massiv, auch weil der Hauptprotest vermutlich erst danach kommt. Was nämlich beim Text, dem zugestimmt wird, nicht wirklich rauskommt, ist dass auch bei einem Ja die eigenen Daten oder einfach Daten im Interesensgebiet in unabschätzbarer Größe in Gefahr sind durch andere Nichtzustimmer oder einfach nicht mehr erreichbare Mapper. Es ist wie im realen Leben: die Leute wachen erst auf, wenn es zu spät ist, wenn die Bagger für die Schnellstraße hinterm Garten anfangen zu baggern, ..., wenn die Daten futsch sind in der eigenen Gegend. Ich kann da nur diesem Zitat zustimmen: Christian Schmitt schrieb: > Denn was ist es denn was unser Projekt am Leben hält? > Ist es nicht eine Kombination aus freiheitlichem Geist > (Selbstbestimmung), selbstlosem Einsatz für eine höhere Sache > (sinnstiftendes ehrenamtliches Engagement) und dem praktischen > Nutzen, den jeder selbst aus unserem Werk zieht? "sinnstiftendes ehrenamtliches Engagement" sollte man da besonders dick unterstreichen. Wenn ihr so Statements bringt, dass es ja kein Problem sei, die entstehenden Lücken wieder zu schließen oder das das gar SPASS macht, dann heißt das auf gut deutsch, dass die Arbeit der anderen dann ja wohl ziemlich wertlos gewesen sein muss, ja es wäre geradezu spaßig, die Arbeit anderer ständig wieder in die Tonne zu treten, warum machen wir das zum Spaßerhalt eigentlich nicht einfach öfters? Mit jeder solchen Bemerkung bestärkt ihr die potentiellen Neinsager, dass das die richtige Entscheidung ist, und gewinnt noch neue hinzu. Habe auch schon die erste "Fan-Mail" im Briefkasten, wo derjenige mir bescheinigt, dass ich ihm aus der Seele spreche und der auch nicht einsieht mühsames jahrelanges Datensammeln noch mal zu machen. Den Satz danach zitiere ich besser nicht ... Das Dumme: diejenigen, die so denken über den Wert der Arbeit der Mapper, ist bei den Diskussionen vermutlich eher weniger zu finden, weil sie das ganze eher theoretische Lizenzgedöns nicht interessiert. Die mappen einfach und fallen hinterher erst vom Hocker, wenn sie merken, was sie da zugestimmt haben ... Tut mir leid, aber von der Psychologie im Ehrenamt habt ihr offensichtlich Null Ahnung. Achtet mal mehr auf die Fettnäpfchen unter euch. Einige große habt ihr schon leergetreten ...
Der derzeitige Lizenzstand ist nicht hinnehmbar[1], und alle Möglichkeiten, daran was zu ändern, haben automatisch einen Verlust von nicht unter der neuen Lizenz nutzbaren Daten zur Folge. Das ist unausweichlich. Deshalb die ODbL abzulehnen, aus dem einzigen Grund, dass dadurch für ein unter ODbL lizenziertes OSM nicht mehr alle alten Daten zur Verfügung stehen, ist IMNSHO unverantwortlich und projektschädigend.
Datenverlust ist m.E. mehr projektschädigend. Den Mappern vor den Kopf zu stoßen, die den Wert ihrer jahrelangen Arbeit höher bewerten als Lizenzgedöns, ist m.E. mehr projektschädigend. > Wer also die ODbL als die Ursache von "Datenverlust" anprangert schadet > grob Fahrlässig dem Projekt, durch Fehldarstellung der Tatsachen und > aktive miese Stimmungsmache. Sie ist die Ursache von Datenverlust. Schon alleine wegen der nicht mehr erreichbaren Mapper wird es dazu kommen müssen, wenn diejenigen, die das Urheberrecht so hoch halten, es auch wirklich so ernst meinen, wie sie immer sagen, und nicht anfangen rumzumauscheln und nach Ausreden suchen, um Datensätze teilweise doch zu retten, und sich so unglaubwürdig machen. Dann kann man auch gleich eine andere Vorgehensweise ganz ohne Verluste suchen. Diejenigen, die sich Sorgen um die Datenintegrität machen, weil sie eben andere Prioritäten haben, als miese Stimmungsmacher abzutun, ist auch äußerst kontraproduktiv. Dirk-Lüder Kreie schrieb: > Die Karte muss eh ständig irgendwo aktualisiert werden, Richtig. Das steht an und nicht das Stopfen von Löchern. > Die aktivsten "nicht-Zustimmer" sind übrigens die, die nur nicht > zustimmen, wegen des drohenden Datenverlustes. Also entsteht die > paradoxe Situation, dass der Datenverlust in einigen Gegenden überhaupt > erst durch die Furcht vor Datenverlust entstehen wird. Dafür können wir nix, da die Frage, ob man (unter diesen Nebenbedingungen und Kollateralschäden) einen Lizenzwechsel des Gesamtprojekts zustimmen will, gar nicht gestellt wird, sondern nur die Frage, was mit den eigenen Daten passieren soll (wobei ja eben gar nicht sicher ist, dass ein "meine Daten sollen auch unter ODBL dem Projekt verfügbar sein" auch wirklich kommt wegen der Unklarheit mit den Vormappern etc.) Wenn man diese beiden Fragen sauber trennt, stellt sich dieses Problem womöglich nicht. Zumindestens wollte ich im Falle einer Trennung der Fragen nur noch dem allgemeinen Lizenzwechsel die Zustimmung verweigern, für meine Daten die Weiterverwendung sichern. Aber langsam gerät auch das ins Wanken wenn hier weiter gesagt wird, dass man das alles ja so einfach ersetzen kann und dass das ja auch Spaß macht. Dann frag eich mich, ob ich diesen Leuten wirklich ihren Spaß verderben will. > Mein Beileid jetzt schon an die entsprechenden Communities, die > unnötigen Datenverlust durch solche destruktiven Aktionen wieder wett > machen müssen. Ach, hier in dieser Ecke gibt's ja schon jemand, der das mit viel Freude machen wird: > Als *Mapper* kann ich mir vorstellen, dass ich sogar einen gewissen > Spass daran haben werde, die Luecken zu schliessen, die moeglicherweise > durch den Lizenzwechsel entstanden sind. Gruß Mueck _______________________________________________ Talk-de mailing list [email protected] http://lists.openstreetmap.org/listinfo/talk-de

