Hallo,

jh wrote:
Die "Contributor Terms" sind nicht ueberfluessig, sonst wuerden sie
einfach weggelassen werden.

Dies sehe ich für die strittige Klausel 3 als von den Proponenten nicht hinreichend belegt.

Die ODbL ist eine ganz neue Lizenz. Die hat noch niemand in dem Umfang eingesetzt, wie wir das vorhaben. Es ist moeglich, dass sie Fehler hat oder sich als ungeeignet herausstellt. Es ist auch moeglich, dass sich die Aussenwelt so veraendert, dass wir mit der ODbL irgendwann total "abgehaengt" dastehen, weil der Rest der Welt was anderes macht. Das ist z.B. der Wikipedia ja passiert mit der GFDL-Lizenz - die haben dann ja zum Glueck eine Klausel in die GFDL eingebaut bekommen, die den Wechsel zur CC-BY-SA ermoeglichte, *ohne* dass sie alle ihre Mitglieder fragen mussten. Koennen wir uns darauf verlassen, dass die Autoren der ODbL, wenn es tatsaechlich so weit kaeme, extra fuer uns eine Spezialklausel in die ODbL einbauen, die den Wechsel zu einer anderen Lizenz erlaubt?

Die Vernunft gebietet es, sich nicht einfach so ohne jeden Backup-Plan auf eine neue Lizenz festzulegen. Dass wir jemals wieder eine "wir fragen alle Mapper"-Lizenzaenderung machen so wie jetzt, halte ich fuer ausgeschlossen. Wir brauchen also diese Regel, die uns eine kuenftige Lizenzaenderung ermoeglicht. Die Latte dafuer haengt hoch (2/3 aller aktiven Mapper muessen zustimmen).

Auch moralisch sehe ich das als wichtig an: Wenn jemals in der Zukunft 2/3 der dann aktiven Mapper irgendwas wollen, dann sollen die das auch machen duerfen, und nicht an irgendwelche Ideen gebunden sein, die ein paar tausend "alte Herren" vor 10 Jahren hatten.

Diese Lösungsvorschläge haben keinen Einzug in die aktuellen und somit einzig zur Diskussion stehenden CTs gefunden.

Wie ich geschrieben habe, wird gerade darueber diskutiert, die CTs dahingehend abzuaendern. Eine Abaenderung der CTs in Richtung einer *strengeren* Auslegung ist ja durchaus moeglich, ohne alle, die den bisherigen CTs zugestimmt haben, erneut fragen zu muessen. (Streng genommen gibt es dann zwei Gruppen von Nutzern, eine, die der ersten Fassung der CTs zugestimmt hat und eine, die der zweiten, staerker eingeschraenkten Fassung zugestimmt hat - die Handlungsmoeglichkeiten der OSMF sind dann natuerlich auf die Schnittmenge begrenzt.)

Das Problem ist doch gerade, dass es vor dem Hintergrund des aktuellen Vorgehens für das Gros der Beitragenden eben nicht die vorgeblich vielen Möglichkeiten gibt, einem Datenverlust vorzubeugen. Durch einen "möglichst unproblematischen Lizenzwechsel" - nach dem Motto "klickt hier und denkt nicht nach" - wird mitnichten der Datenverlust minimiert.

Selbstverstaendlich wird der Datenverlust um so kleiner, je mehr Leute zustimmen.

Stattdessen wird er wird klein geredet und beiseite gewischt.

Wir haben das Problem, dass viele Leute der neuen Lizenz nicht wegen ihrer selbst kritisch gegenueber stehen, sondern weil sie irgendeinen Datenverlust fuerchten, und sei der auch am anderen Ende der Welt. Hier wird also ein *potentieller* Datenverlust zur selbsterfuellenden Prophezeiung aufgebauscht: ich fuerchte, es koennten Daten verloren gehen, also rufe ich lauthals dazu auf, der Lizenz nicht zuzustimmen und sorge dadurch erst fuer den Datenverlust, der ohne meine Angstmache gar nicht erst eingetreten waere.

Bye
Frederik


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