Hallo,

Sven Geggus wrote:
P.S.: Fasse es bitte nicht als Angriff auf, dass ich NC Lizenzen als
Non-Free einstufe.

Darueber besteht in der "freien Welt" weitgehend Einigkeit. NC-Lizenzen werden in den meisten Faellen von Unternehmen eingesetzt, die neben der "freien" Version (NC und damit fuer viele Anwendungszwecke ungeeignet) eben noch eine "volle Version" ohne Restriktionen verkaufen wollen. Paradoxerweise sind NC-Lizenzen also eher dem gewerblichen Bereich zuzuordnen - meistens wird sie von Leuten verwendet, denen das Weglassen von "NC" das Geschaeftsmodell gefaehrden wuerde (s. Doctorow-Beispiel unten). Sehen wir hier bei OSM ja staendig, wenn wir irgendwo nach Daten fragen und kriegen dann gesagt "fuer den persoenlichen Gebrauch kostenlos", das ist ja praktisch auch NC und daher fuer uns nutzlos.

Auf opendefinition.org (http://www.opendefinition.org/okd/deutsch/) findet sich als Anforderung an eine "offene" Lizenz ganz klar:

"Die Lizenz darf keine Restriktionen gegen die Verwendung des Werkes in speziellen Einsatzzwecken enthalten. Zum Beispiel darf die Nutzung des Werkes für kommerzielle oder militärische Zwecke nicht ausgeschlossen werden."

Die Leute von freedomdefined.org haben auch einen Haufen Text darueber, dass NC nicht "frei" ist (http://freedomdefined.org/Definition_of_Free_Cultural_Works:About).

Allerdings - das fuehrt uns jetzt weit ueber das konkrete Beispiel hinaus, in dem es Felix ja offenbar eher um irgendeine Art von Protest als um eine philosophische Auseinandersetzung mit dem Thema ging - gab es gerade eine von boingboing verlinkte, ganz interessante Debatte ueber den Einsatz der NC-Lizenzen bei Belletristik und Musik zwischen Cory Doctorow (der viele seiner Buecher CC-BY-SA-NC veroeffentlicht) und Nina Paley (die beklagt, dass davon oft auch z.B. die universitaere Nutzung negativ betroffen ist, und stattdessen ein "Creator's Endorsement" vorschlaegt): http://blog.ninapaley.com/2010/09/01/paley-vs-doctorow/

Wie zurecht haeufig angemerkt wird, gibt es kaum verlaessliche Richtlinen dafuer, was "commercial" ist und was nicht; der Schueler, der seinen Webspace mit einem Werbebanner finanziert, zaehlt vielen schon als kommerzieller Nutzer. Creative Commons haben dazu eine umfassende Untersuchung in Auftrag gegeben - keine Definition, sondern der Versuch, zu erheben, was Leute unter "noncommercial" verstehen. Das Dokument hat 255 Seiten: http://wiki.creativecommons.org/Defining_Noncommercial

Bye
Frederik

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