Hallo Markus, bei allen Fragebögen werden persönliche Daten erhoben (das gilt auch wenn die Stadt Heidelberg für ihr Verkehrsmodell jedes zehnte Auto anhält und die Leute befragt, woher sie kommen und wohin sie fahren, wie häufig sie dies tun und damit kilometerlange Staus verursacht). Viele Fragebögen gehen hier aber noch weiter und fragen auch nach Einkommen, sexueller Orientierung, ... letztendlich eine gängige Methode der empirischen Sozialforschung, die in der Geographie häufig zum Einsatz kommt. In der medizinischen Geographie werden Daten über Krankheitsfälle bis auf Stadtteil oder PLZ-Ebene verwendet. Die Daten dazu stammen aus amtlichen Statistiken und werden eben auf diese Unschärfe generalisiert Auch dies mag bei seltenen Krankheiten auf Einzelpersonen schließen lassen. Zum Glück ist die Zahl der OSM-Aktiven so hoch und damit eine Dichte erreicht bei der die PLZ nun wahrlich nicht auf das Individuum schließen lässt. Natürlich wäre es theoretisch denkbar, die ÖFFENTLICHEN Archive der Mailinglisten anzuzapfen, sich daraus Abonenntenlisten zu generieren und diese nun mit den veröffentlichten Daten zu verschneiden und schon weiß man wie Alter, Beruf und Ausbildung zu einer bestimmten Email-Adresse. Für besonders wertvoll im Sinne einer Vermarktung halte ich diesen Datensatz aber dennoch nicht, vor allem in Bezug auf die damit verbundene Arbeit.
Das besondere an diesem Fragebogen ist sicherlich, dass ich plane die Roh-Daten der Community zurückzugeben und damit in gewisser Weise zu veröffentlichen. Da dies, wie ich ja auf der letzten Seite des Fragebogens deutlich mache, unter Umständen dazu führen kann auf die Person zu schließen, mag der ein oder andere als bedenklich sehen (wobei die üblichen Personensuchen vermutlich mehr "interessante" Informationen bringen als sich aus diesen Daten ableiten lassen). Aus diesem Grund habe ich die Möglichkeit gelassen den Datensatz vollständig aus der Veröffentlichung herauszunehmen. Diese werden dann ausschließlich in meine wissenschaftliche Arbeit einfließen und aus der veröffentlichten Version vollständig gelöscht. Dafür bürge ich mit meinem Namen, auch wenn ich nicht "Hipp" heiße. Hätte ich eine Veröffentlichung der Datensätze gar nicht erst in Erwägung gezogen, wäre diese Diskussion wohl gar nicht aufgekommen. Ich denke aber, dass es in der Community viele schlaue Köpfe gibt die sehr wohl interessante Aussagen auf Basis einer solchen Erhebung machen können, die über den Rahmen meiner Dissertation hinaus gehen. Und eben diese Möglichkeit wollte ich im Sinne der community nicht ungenutzt lassen. Leider werden zu häufig wissenschaftlich erhobene Daten, welcher Art auch immer, nach Abschluss eines wissenschaftlichen Projekts, nicht weiter genutzt, obwohl noch viel Potential zu wissenschaftlichen Erkenntnissen vorhanden ist. Ich denke, dass dieser Punkt die wissenschaftlichen Forschungs- und Bildungeinrichtungen in den nächsten Jahren noch intensiver beschäftigen wird. Und wer den Fragebogen gar nicht ausfüllen möchte wird dazu ja auch nicht gezwungen. Viele Grüße aus dem Schwarzwald und danke für Deinen Beitrag Marco Am 26.10.2010 16:59, schrieb Markus: > Hallo Marco, > >> ich frage einmal nach dem OSMnick. >> Diese Frage ist natürlich äußerst problematisch > > Nicht nur diese... > > Auch die Frage nach der PLZ, > die Auflösung der IP, > die Kombinatorik der abonnierten Listen, Foren, IRCs und Wikis > die Verknüpfung mit den Geo-Daten aus der OSM-DB > > Und dass das alles nicht zur "Anonymisierung" zählt. > > Ich gebe Dir gern auch persönliche Informationen, > wenn Du mit Deinem guten Namen garantierst, dass die nicht weitergehen. > Aber irgendwie scheint mir das Ganze noch nicht so richtig ausgegoren... > > Gruss, Markus > > _______________________________________________ > Talk-de mailing list > [email protected] > http://lists.openstreetmap.org/listinfo/talk-de _______________________________________________ Talk-de mailing list [email protected] http://lists.openstreetmap.org/listinfo/talk-de

