M?rtin Koppenhoefer <[email protected]> wrote: >Wieso sollte ein einzelner Mapper mal eben in >einem Durchgang eine gleich gute Arbeit machen können, wie zig Mapper >in einem längeren iterativen Prozess?
Ich wäre froh, wenn man sich auf "zig andere Mapper" verlassen könnte und nicht Alles auf den Schultern Weniger lasten würde. Was man vorfand, war ein Haufen zusammengewurschteltes und stark lückenhaftes Zeugs. Erfassungsumfang laut Straßenlistenvergleich: 20 bis 30%. Hier kommen auf einen langfristig mitarbeitetenden Mapper mehrere Gemeinden bzw Städte. Und da wir von einem ländlichen Bereich reden, sind diese auch noch schön langgezogen. Und von solchen Mappern haben wir derzeit nicht genug, um Alles abzudecken. Und ohne diese kannst Du "im iterativen Prozess" wahrscheinlich noch zehn Jahre oder länger warten, bis eine Grunderfassung näherungsweise stattgefunden hat. Wenn diese einmal erfolgt ist, kann man anschließend auf den iterativen Prozess hoffen. Aber auch die Einwerbung von neuen Mappern, insbesondere von solchen, die für ein Gebiet Verantwortung übernehmen, wird durch den Lizenzwechsel erschwert, wenn schon jetzt feststeht, dass auch zukünftige Edits in den Fällen schon existenter Straßen später gelöscht werden. >Gut, wenn man sich auf die Straßen beschränkt, ist das schon eher >möglich, aber auch da füge ich selbst an Straßen die ich eigenhändig >aufgenommen habe, und die in meinem direkten Umfeld sind, immer wieder >neue Details hinzu, die mir bis dato entgangen waren. Yep, genauso geht es mir auch. Aber die Grunderfassung hat Dir erst die Basis hierfür verschafft. Und genau um diese Basis geht es mir hier. Um es einmal so drastisch auszudrücken, wie es sich bisher ausnimmt: Viele ländliche Bereiche werden beim Lizenzwechsel nahezu ausradiert werden. Das bißchen, was überbleibt, wird fehlerhaft sein und vollkommen in der Luft hängen. Das kann man einfach nicht wegdiskutieren. Denn was nutzten Tags und Verlaufskorrekturen, wenn das Grundobjekt unter dem A.... weggezogen wird. Den Lizenzwechsel zu reparieren, kommt einer Neuerfassung ziemlich nahe. Und das wird gerade in vielen ländlichen Regionen so sein - gerade dort also, wo die schlechte Abdeckung bei OSM so beklagt wird. Denn zur Grunderfassung gehören auch die wichtigsten Basistags, wie Maxspeed. Bei einer Straße hast Du sie zugefügt, bei einer anderen Straße war sie zu diesem Zeitpunkt schon erfasst. Die wenigen ständigen Mapper, die wir dort haben, werden so etwas von demotiviert werden. Und wenn das gerade diejenigen Verrückten waren, die schon immer auf auf etwas, wie OSM gewartet haben und wir das Potential der möglichen Pioniere ausgeschöpft haben, dann "Gute Nacht" für diese Neuerfassung. Schlimmer noch: All das trifft auch auf dasjenige zu, was wir bis zum Wechsel noch zurechtzippeln und ordentlich taggen. Also kann ich besser mit den Vervollständigungsbemühungen bei den Straßen und Einwerbung von Mappern abwarten, bis das vollzogen ist. Man mag gar nicht an den Gesichtsverlust des Projektes denken, wenn die Werbung bei den Gebietskörperschaften bis herauf zum Innenminister und den Geofirmen sich jetzt als Bumerang entpuppt und jeder dieses Desaster mitverfolgen wird. Und in der Presse wird das sicherlich an einer ähnlich großen Glocke hängen, wie die Bing Luftbilder. Wir echauffieren uns über die Löschungen bei Wikipedia und wollen es bei OSM besser machen. Aber bei uns ist ja noch viel schlimmer. Denn im Gegensatz zu Wikipedia wird hier unstreitbar die Grundsubstanz zerstört. >"Alles neu machen" halte ich daher für einen extrem unerwünschten >Nebeneffekt der neuen Lizenz und würde es nur für die wirklich >notwendigen Fälle reservieren. Sehe ich auch so. >Diese können wir erst kennen, wenn die >Foundation alle Mapper informiert und ultimativ um Zustimmung bittet >(und einige dann die Zustimmung verweigern). Und genau hier muss man nach einer Lösung suchen, die vorbaut. Anfänglich stand ich der neuen Lizenz recht gleichgültig gegenüber. Ich kann deren Sinnhaftigkeit nicht beurteilen und überlasse das Anderen. Nun wurde dies so beschlossen und was kam danach? - nichts. So langsam wächst mein Unverständnis über die ausbleibenden flankierenden Maßnahmen - wie die Möglichkeit des hier thematisierten präventiven Nachmappens - dann doch. Denn hier liegt der Hund momentan und IMHO begraben. So langsam kann man sich nicht mehr hinter einer Licence Working Group ohne Kompetenzen verschanzen. Es müsste jetzt so langsam eine Art Konzertierte Aktion starten, in der sich die besten Köpfe inclusive der Entscheidungsbefugten des Projektes zusammensetzen - mit dem festen Willen, Mittel gegen die drohende Grundsubstanzzerstörung von OSM zu finden. Ich denke, das Koordinierungstreffen war ein gutes Beispiel dafür, dass auch die Lösung komplexer Probleme auf den Weg gebracht werden kann, wenn zielgerichtet daran gearbeitet wird. _______________________________________________ Talk-de mailing list [email protected] http://lists.openstreetmap.org/listinfo/talk-de

