-- Weil etwa eine Zugverbindung nicht alle Gleise benutzt, sondern wie genereller Verkehr, nur bestimmte Gleise der "Bahnstrecke" (Bahnstrecke gleich die Zusammenfassung aller Einzelgleise). Sprich nur weil man Sachen einzeln mappt, wird es nicht korrekter. Karten sind Abstrakte der Wirklichkeit.

Voellig richtig, und wenn wir hier eine Karte im Illustrator malen wuerden, waere das was anderes. Aber die Abstraktion soll bitte der Renderer vornehmen und nicht der Mapper. Ich moechte naemlich irgendwann schon gern ein Draisinen-Routing haben, bei dem mir der Router genau sagt, ob ich das linke oder rechte Gleis fahren soll ;)

Das Problem des Masstabs haben wir uebrigens bei Bahnhoefen auch schon; wenn ich jetzt die Kursbuchstrecke Basel-Hamburg als Relation eintrage, bin ich gezwungen, die an ein ganz bestimmtes Gleis zu haften und an einen ganz bestimmten Bahnsteig in jedem Bahnhof, obwohl das natuerlich meistens eine operative Entscheidung ist und nicht in Stein gemeisselt. Es muesste also tatsaechlich die Moeglichkeit geben, eine Trasse und einen Bahnhof auf einem abstrakteren Niveau anzusprechen als ein konkretes Gleis.

Manchmal denke ich, wir sollten solche Relationen erst dann einfuehren, wenn mindestens zwei verbreitete Editoren damit auch gut umgehen koennen. Wir haben im Moment eine Situation, wo sehr viele, meist auch logisch irgendwie sinnvolle, Relationen angelegt werden, aber ich fuerchte, immer weniger Leute blicken da durch.

Ich bin mir sicher, dass es einfacher wäre, die "abstrakteren" Level up-to-date zu halten. Fakt ist derzeit kann man aus OSM Daten keine vernünftige Weltkarte rendern. Auf Rasterbasis mag das noch irgendwie gehen, aber als Vektorkarte ganz sicher nicht. Dabei könnte man so eine Weltkarte, als Einzelperson, wohl locker innerhalb von 2-3 Wochen von Yahoo Bildern / OSM Grundlayer erstellen. Dazu noch 1-2 Zwischenlayer, und es würde die ganze Sache viel einfacher machen. Auch weil es bestimmte Konflikte über Detailgenauigkeit lösen würde (wer jeden Baum einzeln taggen möchte, der könnte das dann ohne Schaden machen, wo die absolute Genauigkeit da bleibt, ist dann halt fraglich). Und es würde viele der Relationen deutlich vereinfachen.

Man könnte sogar überlegen, ob es nicht Sinn macht, die Datenbank viel stärker aufzubröseln. Damit man sich nur noch die Sachen holt die man braucht. Das ein Topf wo ich alles reinschmeiße Modell, funktioniert einfach immer schlechter. Etwa je genauer Straßen gemapped werde, in desto mehr Einzelteile werden sie zerlegt, aber fast immer ohne eine Straßenrelation zu erstellen (ist ja irgendwie auch dumm, dass es sowas braucht). Und desto mehr Einzelteile, die man maximal in 90% der Fälle korrekt logisch verbinden kann, desto schlechter wird das Routing.

Und es gibt derzeit keinen Editor, der wirklich gut mit Relationen umgehen kann (sprich, der halbwegs intelligen erkennt, wenn jemand eine Relation doppelt einträgt, oder der intelligent die Relation anzeigt, so dass der User sieht dass sie schon existiert). Solange man nicht bei klicken auf "Fahrradroute", alle Fahrradrouten im Editorausschnitt hervorgehen sieht (aber restliche Relationen unsichtbar bleiben), wird es auch nicht klappen. Damit unser derzeitiges immer detaillierter werdendes Mapping irgendwie funktioniert, bräuchte es viel mehr Userbasierte Presets. Sprich das komplette Kartenrendering und Editorpresetlayout verändert sich, wenn ich anklicke "taggen als Wanderer" oder "taggen als Autofahrer". Das ist zwar umsetzbar, aber richtig viel Arbeit. Und solange die Editoren in ihren Vektordarstellungen nicht 1-2 Generationen besser werden (bezogen auf "Presets für die Darstellung" wie auch technische Möglichkeiten der Darstellung, wird es auch nicht Userfreundlich.


OSM ist so groß geworden, dass es einfach eine Fragmentierung braucht (klar braucht das viel Input/Zeit um eine Interoperabilität der Fragmente zu gewährleisten). Wenn dies nicht passiert, wird OSM einfach an Bedeutung verlieren, weil Spezialgruppen ihre Interessen nicht mehr umsetzen können (und das ist das was OSM wirklich ausmacht, weil nur freie Kartendaten gibt es eh mehr und mehr) ohne andere Gruppen vor den Kopf zu stoßen. Highway:area=* wäre etwa ein Fall, der ganz einfach in eine separaten Datenbankteil gehört.

Wenn hier nichts passiert, werden andere Userbasierte Kartendatenbanken interessanter werden und es würde sich alles zersplittern (womit aber die größte Stärke von OSM, die Verkreuzung verschiedenster sonst so nicht registrierter Daten, abhanden käme).


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