Das mit dem Geld sehe ich ähnlich wie Frederik. Wir sind noch zu wenig Mainstream und aufgeräumt, dass da jemand ohne Erfahrung mal ebend einstreigen kann und Code beiträgt. Hinzu kommt sicherlich auch noch der Reputations-Aspekt bei freien Projekten, daher das Core Team tut sich wohl eher schwer damit Code von ganz frischen Leuten mal ebend einzubauen.

Das was du zu den POIs schreibst ist aber durchaus richtig. Damit die Leute mit weniger Wissen/Arbeit schöne Karten anbieten können, wäre es super vorbereitete Packete anzubieten (POIs einer Kategorie, Adressen, Hausnummern, Links, ...) Das Problem war bisher, dass jedes kleine Projekt froh war, wenn es diesen Schritt hinter sich hatten. Aber vielleicht passiert da noch was.

Ich möcht dich aber ermutigen selber mit anzupacken, anstatt uns netter weise anzubieten Geld zu spenden :) Es gibt so viel zu tun. Das fängt bei der Dokumentation im Wiki an, geht über die Moderation von Foren bis zur Durchführen von Veranstaltungen. Mit dem ersten Punkt habe ich damals angefangen und bin bis heute dabei geblieben. Auch wenn man sicherlich immer nur Krümel wegmachen kann, ergibt es doch durch die Arbeit von vielen einen wesentlichen Fortschritt :)

Gruß
Matthias



Am 30.01.2012 20:21, schrieb Frederik Ramm:
Hallo Gerrit,

On 01/30/2012 06:36 PM, Gerrit wrote:
Ich frage mich bei solchen Projekten immer, wieso da nicht ein wenig auf
Spendenbasis gearbeitet wird. Ich kann zwar nicht programmieren, aber
ich wäre bereit, Geld für solche „Unterprojekte“ zu spenden. Ich denke,
einige andere Leute wären auch dazu bereit. Man fühlt sich halt immer so
verloren („Hier, du musst es nur programmieren“ – „ja, aber ich kann ja
gerade nicht programmieren“). Mit ein bißchen Geldanreizen würde sich
dann vielleicht ein Programmierer dazu hinreißen lassen, sich da etwas
mehr hineinzuknien.

Das ist leider eine weit verbreitete Fehleinschaetzung (zumindest nach
meiner Erfahrung).

Es gibt auch in den "Fuehrungsetagen" der OSMF durchaus Leute, die
denken, man muesste nur genug Spenden einsammeln und schon koennte man
sich in Peru ein viel schickeres User-Interface programmieren lassen
oder sowas.

Aber die Programmierleistung, die wir hier brauchen, die kann man nicht
einfach mal eben fuer Geld kaufen, oder zumindest nicht so leicht. Das
sieht man am besten am "Google Summer of Code". Falls das nicht bekannt
ist: Da koennen sich freie Projekte bei Google bewerben, Google sagt
dann "ok, ihr beommt 4 Stipendien" oder so, dann koennen sich
Studierende bei dem Projekt mit ihrer Idee bewerben oder auf eine vom
Projekt vorbereitete Idee, und wenn das Projekt den Bewerber annimmt,
zahlt Google dem 5000 Dollar dafuer, dass er seine Sommerferien (so ca.
3 Monate) bei dem Projekt mitarbeitet.

Wir haben da in den letzten drei Jahren mitgemacht; dieses Jahr bekommen
wir glaub ich keine Stipendien, was vielleicht nicht weiter
verwunderlich ist nach unserem derzeitigen oeffentlichen Auftreten ;)

Ich kann mich an keinen Fall erinnern, wo wirklich etwas von bleibendem
Nutzen fuer unser Projekt herausgekommen ist. Das ist hart, denn die
Leute haengen sich da durchaus rein, aber es sind oft unerfahrene
Programmierer, sie haben oft keine Erfahrung mit OSM, und vor allem:
Sobald der Geldhahn versiegt, sind sie wieder weg. Das fuehrt dann zu
irgendwelchem halbdokumentierten halbfunktionierenden Code, dessen
Entwickler nicht mal auf der Mailingliste mitliest.

Solche "Bounties", wie Du sie vorschlaegst, koennen durchaus auch den
Effekt haben, dass andere, die kostenlos arbeiten, sich weniger
wertgeschaetzt fuehlen - "ich habe hier 100 Manntage ins Mapping
investiert, und der pickelgesichtige Hacker da kriegt noch Geld dafuer,
dass er sich ein paar Tage hinsetzt und was zusammenzimmert".

Die wenigen Leute, die hier langfristig mit Begeisterung dabei sind
*und* die gut programmieren koennen, die haben alle Haende voll zu tun,
und wenn die mal eine freie Minute haben, goennen sie sich ein bisschen
Arbeit an ihrem eigenen Hobbyprojekt. Man kann versuchen, die in eine
Richtung zu schubsen ("ich glaube, es wuerden echt wahnsinnig viele
Leute cool finden, wenn es dieses Feature hier gaebe..."), aber man kann
die nicht mit ein paar 100 Euro kaufen.

(oft aus aermeren Laendern

Sowas ist auch immer gut, um vielleicht notwendige, aber „unbequeme“
Jobs machen zu lassen. Aber das jetzt nur als kleiner Gedanke.

Ich koennte mir vorstellen, dass man sehr kleine, sauber trennbare Jobs
fuer Geld erledigen lassen kann. Hier hast Du eine Aufgabe, es ist klar,
was zu tun ist, erledige es und gib mir morgen das Resultat. Aber bei
Programmierarbeiten wollen wir schon gern, dass derjenige, der das
macht, auch weiter dabei ist, sich kuemmert. Und das koennen wir dann
irgendwann nicht mehr bezahlen ;)

Und solche anklickbaren Objekte sind ja genau das passende, um die Karte
nicht zu überfrachten, aber trotzdem viele Infos zu bündeln. Ich denke,
niemand erwartet, dass die Telefonnummer eines Geschäftes schon direkt
auf der Karte erscheint.

Fuer einfache POI-Informationen stimmt das. Aber wir sind ja auch sehr
froh, dass Leute OePNV-Relationen, Radwege usw. erfassen, und die sind
nur sehr schwer mit einer Popup-artigen Technologie anzeigbar, die
brauchen einfach Spezialkarten mit eingefaerbten Linien oder so. Man
sollte also gar nicht erst anfangen, die Leute auf die Idee zu bringen,
dass sie alles, was bei OSM erfasst wird, auch auf osm.org finden -
finde ich.

Ah, noch eine kleine Frage zu osm.de: ist das nur auf Europa beschränkt?
Das ist ja ein wenig schade...

Ja. Dafuer gibt es zwei Gruende - erstens der schwache Server, aber da
wird gerade Abhilfe geschaffen. Zweitens der einheitlich "deutsche" Stil
mit den typischen Autobahnschildern usw., die in den USA einfach
ueberhaupt nicht ankommen wuerden. Da muesste man dann einen
eigenen/anderen Stil machen.

Bye
Frederik



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