Hallo. Vermutlich wird dir Frederik noch antworten, der kann die konkreten Antworten für den Bereich der Kartographie bestimmt besser beschreiben. Ich vergleiche die Situation mal mit ähnlichen Initiativen wie z.B. die Migration auf freie Datenformate oder gar freie Software in der öffentlichen Verwaltung. Die Gründe und Probleme sind meiner Einschätzung nach vergleichbar.
Am 11.02.2012 13:04, schrieb Joachim Wirth: > 1. Welche Argumente sprechen für oder gegen die OSM-Verwendung bei der > Erstellung von Schul- und Radwegeplänen? Was dafür spricht kennst du (so entnehme ich es deiner E-Mail) in den Grundzügen: Freiheit bei der Wahl des Update-Intervalls, Freiheit bei der Auswahl des Datenumfangs und des Verwendungszwecks. Freiheit, die Daten bei Bedarf direkt an der Quelle zu verbessern. Freiheit bei der Wahl des Dienstleisters, auch für kommende Updates. Nicht zuletzt natürlich langfristig ein finanzielles Einsparpotenzial. Aber letzteres darf nicht das gewichtigste Argument sein, Entscheider denken zu oft nicht langfristig. Dagegen spricht bei den meisten Praxisbeispielen, dass Gewohnheiten gebrochen werden müssen. Bei allem was mit teuren Daten zu tun hat (ob es Kartographie ist, Software oder was auch immer) gibt es meist eine Gewohnheits-Abhängigkeit der betreffenden Anbieter bzw. Dienstleister. Man arbeitet halt mit dem was man kennt und das hat man schon immer so gemacht und wenn man jetzt mit was anderem arbeiten muss dann könnte man ja für sein Geld wirklich was tun müssen. In vielen Fällen wird daher der Wechsel des Dienstleisters sinnvoll sein. Und bei einem Projekt für das es keine konkreten Erfahrungen gibt ist der initiale Aufwand sehr schwer zu schätzen, daher kann es sein dass es am Anfang erstmal teurer wird, mit freien Daten zu arbeiten. > 2. Wie kann man die Politik davon überzeugen, zusätzlich zu den > etablierten Raumplanungsinstrumenten, über die Landesvermessungsämter, > mit OSM zu arbeiten? Das wichtigste finde ich persönlich, dass (wenn man so etwas macht) man den Prozess dokumentiert und die Erfahrungen veröffentlicht. Dass man "dazu steht", das gewagt zu haben. Wie oben geschrieben ist an so vielen Stellen die Ungewissheit der größte Bremsklotz bei solchen Initiativen. Kann man auf eine fundierte Menge Erfahrung zurückblicken oder kann man eine gewisse Menge Praxisbeispiele zusammen tragen, lassen sich Unsicherheiten besser aus dem Weg räumen. Gruß, Bernd -- Fachbegriffe der Informatik (#272): JavaScript Ein Sprache zum Ausspionieren fremder Daten und zum Nerven anderer Leute (etwa durch Pop-up-windows). (Boris Piwinger)
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