Am 25.02.2012 10:29, schrieb Martin Koppenhoefer:
Am 25. Februar 2012 03:16 schrieb Stephan Wolff<[email protected]>:
für viele Tagkombinationen sind Defaultwerte in OSM global definiert oder
werden allgemein vorausgesetzt wie z.B.:
foot=no für barrier=gate

davon höre ich zum ersten Mal. Bisher hieß es, wenn bei einem gate
nichts dran steht, dann ist es unbekannt, ob man durchkommt oder
nicht.

http://wiki.openstreetmap.org/wiki/DE:Key:barrier sagt eindeutig
"Standardmäßig ist access=no ist impliziert, deshalb sollten
Zugangsberechtigungen für das Element vergeben werden."

bridge=no für alle highway=*
toll=no für alle highway=*

bridge, toll, cutting, embankment, oneway ... sollte man dann setzen,
wenn die Eigenschaft auftritt. "no" braucht man eigentlich nie.
[]
ja, zum Beispiel oneway=no auf einem motorway_link oder so.

:-)

Für Fähren, Busverbindungen oder Großbrücken ist ein explizites
"toll=no" wiederum hilfreich.

tracks=1 für railway=rail

ist mir neu. Vermutlich siehst Du das so, weil Deutschland da schon
sehr weit ist mit gleistreuem Mappen, aber im Rest der Welt würde ich
das nicht so sehen.

Das Wiki "Key:railway" enthält nur eine Tabelle und verweist sonst auf
http://wiki.openstreetmap.org/wiki/Railways . Dort steht
"The tracks=* tag should be used to record the number of tracks with a
default value of 1 being assumed where this is not supplied."
90% der railways haben kein "tracks"-Tag. Das darf man sicher nicht so
lesen, dass 90% der Mapper die Gleiszahl nicht kannten.
Hätte man statt "tracks=<ZAHL>" die Unterscheidung "multitracks=yes/no" gewählt, wäre ein railway ohne Zusatztag gemäß vorheriger Regel ein Einzelgleis.

gauge=1435 für alle railway=*

ist eine Information, die ich lieber getaggt sehen würde.

Warum?
1435mm ist nicht nur international als UIC-Standardspurweite normiert,
sondern auch im Wiki so definiert.
Die Straßenbreite als "width" wäre für viele OSM Anwendungen nützlich,
aber es macht Arbeit diese Werte aus dem Luftbild oder vor Ort
auszumessen. "gauge" wird vermutlich selten gebraucht.
Eisenbahnbetreiber werden die Information zumindest nicht aus OSM
gewinnen. Setzen wir das Tag nicht nur, weil es sich ohne Mühe auf
viele Objekte anwenden lässt? Ich schließe mich selbst nicht davon aus,
ich habe das Tag auch schon für ganze Strecken gesetzt.

Ich möchte allgemein diskutieren, unter welchen Bedingungen
Defaultwerte am Einzelobjekt wiederholt werden sollten.

Zunächst würde ich mal fragen, wo "Defaultwerte" definiert und
dokumentiert werden (sollten?).

Wenn der Defaultwert vom Objekttyp abhängt (z.B. bei den access-Tags),
auf der Wiki-Seite des Objekts möglichst im Text und im Template unter
"Implies".
Sonst auf der Wiki-Seite des Keys mit Defaultwert. Ein "Defaultvalue"
im Template fehlt leider.

Für die Datenauswertung ist es egal, ob der Standardwert implizit definiert
oder zusätzlich  explizit vorhanden ist.

solange man nicht berücksichtigt, dass manche Daten auch falsch sein könnten.

Das kann natürlich in beiden Fällen passieren. Es ist nicht einmal
gesagt, dass ein explizit gesetzter Wert zuverlässiger ist. Die
"tracks=2"-Tags sind überwiegend falsch, die Interpretation eines nicht
gesetzten Tags als Einzelgleis ist meist korrekt.

Ein Analyseprogramm oder ein
Renderer muss beide Fälle gleich behandeln.
(Das gilt natürlich nicht für
OSM-Tools zur Taganalyse wie taginfo, OSMI oder Ito map.)

gilt allgemein nicht pauschal, ist nur eine der Alternativen, die
andere Alternative ist, sie unterschiedlich zu behandeln.

Bei welchem Tag wäre letzteres sinnvoll?

halte ich für unnötig. Wo eine Brücke ist kommt bridge=yes hin und fertig.

- wenn der Defaultwert regional unüblich ist (z.B. "gauge=1435" in Spanien
oder Rußland

finde ich schon kritischer. So was ändert sich ja auch.

Es tritt ja kaum ein Schaden dadurch auf. Sobald Spanien überall auf
Normalspur umgebaut ist, kann man das Tag entfernen.

Eigenschaften vorrangig positiv taggen, also wenn sie auftreten
(yes/tag-spezifischer Wert) und das ganze "oneway=no" etc. weitgehend
weglassen.

Ja. Innerstädtisch ist aber "lit=no" für highways die wichtigere
Information als ein "lit=yes".

Ausnahme access-Restriktionen, die sich umgekehrt verhalten.

Nur für "highway". "railway", "building" oder "power=station"
implizieren eher "access=no".

Keine tags löschen, die man selbst für redundant oder
default hält, das sorgt nur für unnötige db-Transaktionen bei zig

Nur wenn man solche Objekte ohnehin bearbeitet.

Leuten, und entfernt Informationen, die ein anderer für sinnvoll
gehalten hat.

Die meisten "Default-Tags" sind nicht durch bewusste Entscheidung eines
Mappers entstanden, sondern weil der Editor eine Vorgabe geliefert hat.
Potlatch hat früher zu jedem "highway=footway" ein "foot=yes" gesetzt.
Muss man das erhalten?

Viele Grüße
Stephan


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