Hallo,
On 03/24/2012 11:54 PM, Bernd Heinze wrote:
Auf der einen Seite wollen wir, dass unsere Daten frei bleiben; auf der
anderen Seite wollen wir den "kuenftigen OpenStreetMappern" auch die
Freiheit einraeumen, selbst zu bestimmen, wohin ihre Reise geht.
"kuenftigen OpenStreetMappern" = kommerzielle Nutzer von Geodaten?
Nein, nur "aktive Mapper" duerfen ueber eventuelle Lizenzwechsel
abstimmen. Das koennen nur natuerliche Personen sein, aber
selbstverstaendlich koennen sie *zugleich* auch Nutzer sein, und
zwischen kommerziell und nicht kommerziell machen wir da keinen Unterschied.
Das sind Dinge, die wir heute nicht entscheiden koennen und wollen.
Wenn das Projekt so weiter waechst wie bisher, dann sind wir, die wir
bis heute Daten zu OSM beigetragen haben, in 10 Jahren eine
unbedeutende Minderheit in OSM. Es waere nicht richtig, unseren Willen
den OSMern von morgen in Stein zu meisseln.
Die OSMer von morgen dürfen aber über die von den alten OSMer erstellten Daten
bestimmen?
Das ist eine Diskussion, die in den letzten Jahren hier und andernorts
(v.a. legal-talk-Liste) sehr oft gefuehrt wurde, und die Antwort auf
Deine Frage ist in meinen Augen ein klares Ja. Diejenigen, die im
Projekt aktiv sind, sollen auch bestimmen duerfen, wo es lang geht, und
es ist moralisch nicht richtig von einem einzelnen, seine Leistung
zurueckzufordern, wenn sich das Projekt anders entwickeln sollte, als er
sich das wuenscht.
Das ist eigentlich ueberall sonst ganz selbstverstaendlich. Nimm an, Du
engagierst Dich jahrelang mit Eifer ehrenamtlich im Sportverein und
investierst unzaehlige Stunden in die Renovierung des Vereinsheims. Nach
5 Jahren waehlen die Leute einen neuen Vorstand, und der Verein
entwickelt sich in eine Richtung, die Dir nicht gefaellt - nimmt
irgendwelche Modesportarten ins Programm, die Du fuer einen Verrat an
der Tradition haeltst oder so. Du organisierst auf demokratischem Wege
einen Widerstand, findest aber nur wenige Gleichgesinnte. Beleidigt
kuendigst Du Deine Mitgliedschaft. Hast Du nun ein moralisches Anrecht
darauf, dass der Verein von Deiner vergangenen Arbeit nicht mehr
profitiert? Kannst Du die Tapete im Vereinsheim wieder herunterreissen,
die Du angeklebt hast?
Sicher nicht. Warum sollte es bei OpenStreetMap anders sein?
Wir schaffen gemeinsam ein Ganzes, das mehr ist als die Summe seiner
Teile. Eine Unterscheidung "dies ist meins, das ist deins" ist da weder
sinnvoll noch moeglich.
Bye
Frederik
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