Michael Bischof schrieb: > Am Mittwoch, 12. April 2006 20:00 schrieb Florian Jomrich: > >Das liegt > >>jedoch nur an der Marketingstrategie. Nicht an der Software (die ist bei >>Linux tausendmal besser). Jeder hat Windows, jeder käuft Windows, alle >>Spiele, Filme, Programme sind nur für Windows erhältlich und bei jedem Kauf >>ist Windows schon dabei. Also warum dann noch eine zweites Betriebssystem >>(Linux) besorgen ? Ich bin der Ansicht, das sich Linux deshalb nur für die >>Firmen und Dienstleister auf dem heutigen Stand als profitabel erweist. Der >>kleine Pc-User nimmt hat das was ihm gerade vorgesetzt wird (und das ist >>halt nun mal Windows). >
Das Problem könnte evtl. auch sein, dass M$ und andere Konzerne, wie solche die sich mit Obst beschäftigen, durchaus die Marschrichtung vorgeben. An einigen Stellen hinken die Desktops von Linux hinterher..., ob man tolle optische Gadgets nun braucht oder nicht..., sie sind im Endeffekt in der Situation mit den kommerziellen Produkten zu konkurrieren und sich mit diesen messen lassen zu müssen - und das nicht aus der technischen, sondern aus der DAU Sicht. Jedenfalls haben die kommerziellen Anbieter auch mehr Möglichkeiten in ihr Marketing zu investieren. Daher ist weniger die Strategie als viel mehr das Marketing als solches das Problem. Wenn im Fernsehen im Abendprogramm in der Werbepause zu "Die 10 dämlichsten PC-User der Welt" Werbung über Pinguine käme, die sich als MP3 äääh Ogg-Vorbis DJs präsentieren und Festplatten auflegen, die sich per Bluetooth ihre Bilder vom Nordpol in die Arktis schicken und dabei in einer Teletubbie-Eiswelt leben würden.... - ja dann wäre Linux/OSS nicht besser als Windows, aber immerhin genauso populär... Den allgemeinen Usern geht es darum, alle technischen Vorzüge und Simplizitäten, wie sie sämtliche Werbung suggeriert, auch anwenden zu können. Und die Unterstützung aus der Industrie käme automatisch mit der wachsenden Verbreitung von Linuxsystemen. > > Mal sehen wie lange das so bleibt!? Die Anforderungen an die Hardware für > Vista bedrücken den Geldbeutel. Die gleichen Befürchtungen gab es bei der Einführung von W2K und XP genau so. Spätestens mit dem nächsten Ostern-, Geburtstags- ;-) oder Weihnachtsgeschäft hatte sich das Thema direkt wieder erledigt. > Schlimmer ist das die Leute dabei ihr Werkzeug nicht als Werkzeug lernen: > Ein Beispiel aus dem Alltag: eine Nachricht soll als Textdatei geschrieben > werden. Damit es klappt erhalten die Anwender eine .txt-Datei als Vorlage. > Häh? Wer braucht eine TXT Datei Vorlage? > Aber es geht nicht - es kommen nur Dateien antwort.txt.doc - tja...und dann: > wie öffnet man Textdateien? - Das Beispiel ist aus der Praxis. Der Urheber > hatte ein halbes Jahr IT-Unterricht, freilich nur in Hessen, das gerade > http://www.heise.de/newsticker/meldung/71893 > , noch von den schwarzen Koffern mitgenommen, mit dem Zukunftsprojekt > [EMAIL PROTECTED] einen neuen Skandal hat. > Naja, vielleicht sollte man entsprechende Personen austauschen... Dozenten, User, Politiker... > Das ist so als ob ich Jemandem, der noch nie von einem Fahrrad gehört hat, > sage: Du brauchst nichts lernen, nur draufsetzen, fahren - geht solange bis > er > mal einen Defekt fängt. Dann muß er in der Lage sein das Vorderrad als > Vorderrad zu bezeichnen, den Sattel als solchen, weil Sprache ja auch Denken > beinhaltet/möglich macht. > Und da ist wieder der DAU der DAU, was auch gut so ist. Ein Computer ist ein Computer und eine DigiCam eine DigiCam. Natürlich würde sich jeder Autofahrer auch damit schwer tun, an seinem Auto auf START zu drücken wenn er es ausschalten möchte. Die Leute denken simpel und das soll auch so bleiben. Und die, die es besser wissen können eben sicherer mit dem Werkzeug umgehen. > Ich bin gerade dabei einen Ansatz zu perfektionieren, Leute, die mit ihrem PC > ein wenig arbeiten wollen, zu Linux zu bringen. Technisch ist das Lichtjahre > weiter als MS. In 2-5 Minuten installiert, mit 250 MB hat man die > wesentlichen Anwendungen (wieweit kann man z.B. win98 auf schlank tweaken, > freilich ist es dann nackt?) - nur 1 Haken gibt es noch: für die > hd-Installation muß man partitionieren. Das kriegt ein Anfänger nicht hin. > Du bist doch auch Lehrer, oder? Dann siehe es als Deine Berufung an, den Anfänger mit dem Autofahren vertraut zu machen - man muss erst die Tür öffnen bevor man sich in das Auto setzen und (nach weiteren Zwischenschritten und Sicherheitsvorkehrungen) losfahren kann. Trotzdem kann man auch heute scheinbar schon ein Auto nur durch Gedankenkraft oder Beamen besteigen und dann losfahren. Tatsächlich sind das aber kleine Helferlein, die einen mit psychedlischer Musik hypnotisieren / betäuben, einen ins Auto setzen, anschnallen, den Zündschlüssel umdrehen und die Musik wieder ausschalten. Man gewinnt den Eindruck, dass Autofahren total einfach ist... Aber sobald man einen Beifahrer einsteigen lassen will weiß man nicht wie das geht, weil man eben noch nie zuvor eine Tür geöffnet hat. Über die Fahrkünste und Sicherheit des Fahrers im Straßenverkehr brauche ich, glaube ich, keine weiteren Worte zu verlieren. Kurzum, es gibt genügend Marktpotential für die Distributoren und freien Dozenten dieser Welt... > Im Übrigen kommen die Burschen und Mädels, mit denen ich zu tun habe, um > Linux > eh nicht drum rum, sobald die Demut erschöpft ist, 2x im Jahr neu zu > installieren und vorher alle Daten verloren zu haben. > Ein + für die Popularität und ein Beweis dafür, dass der Mensch nach wie vor den freien Willen hat und sich entscheiden kann. -- Gruß Patrick
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