Hallo, >ich würde gerne wissen ob jemand schon Erfahrungen mit Intels Vanderpool >machen konnte. Ich stehe vor einer Hardwareentscheidung und dieser Punkt >ist dabei sehr wichtig. > >Kann man mit dieser Erweiterung gleichzeitg im virtualisiertem Windows >DirectX Spiele spielen wärend man im Linux ist?
Diese Frage kann man derzeit guten Gewissens mit Nein beantworten. Zunächst: wie schon geschrieben wurde, beherrschen die neueren Prozessoren von Intel die Virtualization Technology (VT, auch Vanderpool genannt). Ebenso unterstützen alle neueren AMD-Prozessoren die Secure Virtual Machines (SVM, auch als Pacifica bekannt). Damit man diese Funktionen nutzen kann, müssen sie jedoch auch vom Board/Chipsatz und vom BIOS unterstützt werden. Hier mangelt es bei den meisten Desktop-Rechnern und Notebooks. Lediglich im Server-Bereich ist die Unterstützung bereits weit fortgeschritten. Zu Xen: Xen ist eigentlich eine Umgebung für Paravirtualisierung. Das bedeutet, anstelle Hardware zu simulieren, muss der Kernel des Gastsystems modifiziert werden, so dass er anstelle realer Hardware-Treiber idealisierte Treiber verwendet, die über ein Xen-internes API mit dem Hostsystem kommuniziert. Das Ergebnis ist ein nahezu verlustfreier Betrieb mehrerer Betriebssysteme auf einem Rechner. Nach Angaben der Xen-Entwickler liegt der Performanceverlust bei unter 5%, nach eigenen Messungen im Bereich 1-2%. Informationen zur Performance siehe unter: http://www.cl.cam.ac.uk/research/srg/netos/xen/performance.html Da sich einige Betriebssysteme (darunter auch Windows) nicht rechtlich einwandfrei modifizieren lassen, haben die Entwickler von Xen zusätzlich einen alternativen Betriebsmodus eingebaut, der bei Vorhandensein von VT/SVM auch unmodifizierte Betriebssysteme als Gast betreiben kann. Hierzu ist jedoch eine Simulation realer Hardware erforderlich, damit die Treiber in Windows die Hardware "finden". Das Ergebnis ist jedoch ein Performanceverlust durch die Simulation von ca. 30-40% bei allen I/O Operationen. Spiele laufen damit sicher nicht zufriedenstellend. Hinzu kommt, dass Xen erst seit der allerneusten Version 3.0.4 überhaupt eine graphische Konsole für das Gastsystem unterstützt, und das auch nur unter Verwendung des Framebuffers. Damit sind keine hardwareunterstützten 3D Darstellungen möglich. Die einzige Alternative wäre der Einbau einer zweiten Grafikkarte, die exklusiv der Gastmaschine zur Verfügung gestellt wird. Das bedeutet aber zwei Monitore, oder eine Umschaltung außerhalb des Rechners (KVM Switch o.ä.). Zu VMware: VMware ist ein Virtualisierungsprodukt, d.h. Gastmaschinen laufen direkt auf dem physischen Prozessor, aber die restliche Hardware wird simuliert. Dadurch laufen CPU-intensive Anwendungen im Userspace mit nahezu ungebremster Geschwindigkeit (ca. 5% Verlust); I/O intensive Anwendungen werden jedoch durch die Hardware-Simulation mit ca. 30-40% Performanceverlust belegt, im Extremfall kann sogar bis zu 90% Verlust auftreten. Dafür simuliert VMware einen vollständigen Rechner incl. BIOS und Hardwareuhr und erreicht eine sehr hohe Kompabilität zu aktuellen und historischen Betriebssystemen. Lediglich das Top-Produkt VMware ESX Server macht von der Hardware-Virtualisierung Gebrauch. Unter VMware kann man die virtuellen Maschinen in einem Fullscreen-Mode betreiben, aber eine Hardware-Grafikbeschleunigung wird nicht unterstützt. >Sind beide Systeme gleich schnell oder ist das Windows im Linux irgendwie >eingeschränkt? Siehe oben. >Kann man bei Multiprozessoren einem System die eine und dem anderen die >andere CPU zuteilen? Das geht bei Xen und bei den Serverprodukten von VMware, jedoch nicht in der VMware Workstation oder dem Player. >Welches VM würdet ihr mir dann dazu empfehlen VMware oder Xen? Wie gesagt: für aktuelle Spiele eignet sich beides nicht. Wenn du Spiele unter Windows betreiben und gleichzeitig ein performantes Linux laufen haben willst, ist meines Erachtens coLinux die einzig sinnvolle Wahl. coLinux läuft unter Windows und integriert den Hypervisor direkt in den Windows-Scheduler. Es ist ein angepasster Linux-Kernel mit idealisierten Treibern nötig, wodurch eine fast native native Performance gegeben ist. Weitere Infos: http://www.colinux.org/ Gruß, Harald -- ---------------------------------------------------------------------------- PUG - Penguin User Group Wiesbaden - http://www.pug.org

