Hallo zusammen,
derzeit beschäftige ich mich damit, wie ich einen professionellen Root-Server
aufsehen kann, der Dienstleistungen für Kunden erbringt. Also ein
Produktionssystem darstellt. Dabei habe ich mit der Partitionierung angefangen.
Ich stelle hier mal meine bisherigen Ergebnisse rein. Vielleicht ist das für
den ein oder anderen, der neu in das Thema einsteigt, interessant.
Viele Grüße
Georg
PS: Die Formatierung kann ggfs. durch den Mailer oder Mail-Client leiden. Dann
einfach in einen Texteditor kopieren und abspeichern.
Partitionierung
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1. Boot-Partition
Anmerkung: Die Boot-Partiition muss am Anfang der Festplatte liegen.
Sie wird in /boot eingehangen. Aus Sicherheitsgruenden kann
das Einhaengen auch ganz unterbleiben. Der Bootloader greift
ueber seinen eigenen Mechanismus auf die Dateien zu.
2. Auslagerungspartition
Anmerkung: Fuer eine gute Performance sollte die Swap-Partition auch
am Anfang liegen. Am besten direkt nach der Boot-Partition.
Sie wird nicht in den Verzeichnisbaum eingehangen. Muss jedoch
in /etc/fstab entsprechend aufgefuehrt werden.
3. Danach folgen die Systempartitionen (2, 3, 4) :
a) Systempartition 1: /, /bin, /dev, /etc, /lib, /lost+found, /media, /mnt,
/root, /sbin,
b) Systempartition 2: /usr
Anmerkung: /usr enthaelt Programme, die, wenn keine neuen Programme
installiert werden,
statisch sind. /usr kann aus Sicherheitsgruenden "readonly"
eingehaengt werden
(5, 6). Das sollte jedoch nur getan werden, wenn /usr/local
eine eigene Partition
erhaelt.
c) Systempartition 3: /usr/local
Anmerkung: /usr/local enthaelt Programme, die nicht mir der Distribution
geliefert wurden,
z. B. Programme, die der Administrator selbst aus den Quellen
konpiliert hat oder
eigene Software. Falls das System sehr an eigene Beduerfnisse
angepasst wird, kann
/usr/local auf eine eigene Partition geschrieben werden (6).
d) Systempartition 4: /opt (6)
Anmerkung: Enthaelt grosse Softwarepakete, die in der Distribution
optional sind, z. B. KDE,
GNOME, oder die nicht zur Distribution gehoeren, z. B.
OpenOffice. /opt kann eine
eigene Partition erhalten oder per Symlink unter /usr/opt
eingehaengt werden. /opt
enthaelt wie /usr statische Daten und kann daher auch
"readonly" eingehaengt werden.
e) Systempartition 5: /var
Anmerkung: Enthaelt Dateien, die sich staendig aendern, z. B.
Protokolldateien und temporaere
Dateien fuer Druck, Fax und Mail.
f) Systempartition 6: /tmp
Anmerkung: Die Dateien aendern sich oft. Wenn /tmp voll laeuft, kann das
System einfrieren.
Deshalb muss /tmp auf eine eigene Partition geschrieben oder,
wenn dies nicht der
Fall ist, mit Quotas versehen werden (6).
g) Systempartition 7: /srv (7, 8)
Anmerkung: Ist nicht Teil des File System Hierarchy Standards (FHS). Hier
werden Dateien der
Server-Dienste, z. B. Web-, File-, Mailserver, untergebracht.
Eine Struktur fuer /srv koennte so aussehen:
/srv/var
/mail # klassische Unix-Postfaecher
/spool
/mail # IMAP-Server Cyrus
/lib # Datenbank-Dateien
/mysql
/pgsql # oder
/postgres # PostGres-Datenbanken unter Debian
Fuer diese Verzeichnisse muessen Symlinks aus den
Verzeichnissen des FHS hierher
angelegt werden.
4. Danach folgen die Datenpartitionen:
a) Datenpartition 1: /home
Anmerkung: /home enthaelt die Daten und Postfaecher der Benutzer.
b) Datenpartition 2 .. x: /disks/diskname-1 .. diskname-1
Anmerkung: /disks enthaelt weitere Anwendungsdaten.
Anmerkung: /proc und /sys sind keine Dateisysteme auf der Festplatte, sondern
virtuelle
Dateisysteme, die beim Start des Systems dynamisch erzeugt werden.
/proc enthaelt
Kernelschnittstellen. /sys ebenso, jedoch erst ab Kernel 2.6. (1)
Quellen:
(1) http://wiki.ubuntuusers.de/Verzeichnisstruktur
(2) Barth, Wolfgang: Datensicherung unter Linux, 2004, p. 29 ff
(3) Dalheimer, Matthias Kall, Welsh, Matt: Running Linux, 5th Edition, 2005, p.
127 ff
(4) Hetze, Sebastian, et. al.: Linux Anwendungerhandbuch, 5. Aufl., 1995, p.
22, p. 38 ff
(5) Barth, Wolfgang: Datensicherung unter Linux, 2004, p. 30
(6) Schaefer, Stefan: Root-Server, p. 356 ff
(7) Barth, Wolfgang: Datensicherung unter Linux, 2004, p. 31
(8) Schaefer, Stefan: Root-Server, p. 359
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