Hallo TroLuger, Wolf.

Am Sonntag, 2. Februar 2014, 11:23:11 schrieb Wolf-R. Müller:
> Hallo allerseits,
> 
> ich gehöre zu den bislang ausschließlich still & interessiert zuhörenden 
> Mitgliedern der Liste. Nach mehreren Jahrzehnten in der IT fernab von Unix / 
> Linux befasse ich mich nun hobbymäßig mit Linux im Rahmen der Migration 
> meiner häuslichen IT von XP nach Linux (z. Zt. Xubuntu).
> 
> Das Thema 'Backup' hat mich erfolgreich ausgebremst, weshalb es zu einem 
> meiner 'Lieblingsthemen' avanciert ist. 
Kann ich gut verstehen, da auch ich das Thema recht spannend und essentiell 
finde.

> Ich möchte meine Backup-Philosophie zwischen Wunsch und Wirklichkeit 
> skizzieren, denn da ich Tools nutze, die in den bisherigen Stellungnahmen und 
> Ausarbeitungen nicht erwähnt worden sind (sorry, falls ich etwas überlesen 
> haben sollte), stellt das für den einen oder anderen vielleicht eine Anregung 
> dar. Für kritische Anmerkungen und Erfahrungsaustausch bin ich jederzeit 
> dankbar.
Dem ich hiermit nachkommen möchte.
> 
> Meine Intention war eine rundum-sorglos-Backup-Lösung, wie sie mir unter 
> Windows 'Acronis True Image' bietet: Eine Desaster-Recovery-fähige 
> Imaging-Software, die allerdings auch einen Griff in die Images erlaubt und 
> so ein selektives Recovery auf File-Ebene ermöglicht
Jedes mit dd oder partclone erstellte Image einer Partition (mit dd und 
partclone möglich) oder einer gesamten Festplatte (geht mit dd aber nicht mir 
partclone) kann ja mittels Linux Basisfunktionalität gemountet werden wodurch 
der Zugriff auf die darin liegenden Dateien mit jedem X-beliebigen Dateimanager 
möglich wird.
Vermutlich macht True Image das alles dem geneigten User etwas 
einfacherer/komfortabler zugänglich, das möchte ich hier nicht in Frage 
stellen, aber sonst hätte es wohl auch keine Akzeptanz beim durchschnittlichen 
Windows-User ;-)

> mit weiteren Features wie in situ-Verschlüsselung und -Kompression, Backup / 
> Recovery aktiv genutzter Partitionen und inkrementeller / differenteller 
> Backups zur schnellen Erfassung aktueller Änderungen des Systems. Ich mußte 
> dann lernen, daß es so etwas unter Linux wohl nicht gibt (möglicherweise von 
> für den Hausgebrauch überdimensionierten Server-basierten Lösungen einmal 
> abgesehen).
Da Du die Server-basierten Lösungen explizit ausklammerst, fallen schon mal 
einige Kandidaten raus, so das auch mir keine Universallösung einfällt. Mal 
sehen ob Dir die geplanten kommenden Backup-Vorträge hier Lösungsansätze 
offerieren können.

Mir fiele als Lösungsansatz nur ein snapshotfähiges Dateisystem, wie z.B. Btrfs 
ein, das viele deiner oben geforderten Kriterien erfüllen könnte.

Zur in situ-Verschlüsselung fiele mir als Workaround nur ein, direkt in einen 
Verschlüsselten Mountpunkt zu sichern. Die Art und Sicherheit der 
Verschlüsselung mag noch Geschmackssache sein, aber um mal ein konkreteres 
Beispiel aufzuzeigen,  wie so etwas einfach zu bewerkstelligen wäre, verweise 
ich mal auf den Artikel aus Pro-Linux zu Enc-Fs unter:
http://www.pro-linux.de/artikel/2/1665/mobile-verschluesselung-mit-enc-fs.html


> Aus dem verwirrenden Bauchladen der Backup-Helferleins habe ich mir die 
> nachfolgend skizzierte Vorgehensweise extrahiert.
Hier kommt eben die one Job, one Tool Philosophie von Linux zum tragen, die es 
häufig nötig macht, sich das entsprechend gewünschte zu kombinieren und nicht 
immer einfach oder komfortabel anmutet. 
Und wer die Wahl hat, hat die Qual. Tools die Rundum-sorglos-Lösungen und 
eierlegende Wollmilchsäue sein möchten, sind dagegen eher selten vertreten, die 
tatsächliche Existenz Letzterer ist aber noch nicht bewiesen und fällt wohle 
eher unter die Kategorie der Sagen und Fabelwesen.
> 
> Alle paar Wochen / Monate jeweils vor / nach größeren Änderungen am 
> Gesamtsystem (System, /home, Partition meiner virt. Maschinen) ziehe ich als 
> Grundsicherung Images mit Partclone. Dieses werkelt auch unter der Haube des 
> immer wieder besungenen Clonezilla,
schön gesagt ;-)
> mit dem ich aus verschiedenen Gründen aber nicht glücklich war.
Verständlich, ich übrigens auch nicht. Warum nicht, hab ich ja u.a. auch hier 
schon mal erwähnt:
http://www.pro-linux.de/artikel/2/print/1651/disaster-recovery-mit-hilfe-der-richtigen-backup-strategie.html

Partclone ist aber schon mal deutlich schneller als dd wenn man es denn mit 
einem davon unterstützten Dateisystem zu tun hat. Insofern schon mal ein Gewinn 
für das Linux-Universum. 

> Ein Restore eines solchen Images ist im Fall der Fälle m. E. allemal die 
> schnellere und sorglosere Variante als das System komplett neu aufzusetzen 
> incl. aller individuellen Installationen und Settings. Mit dem unabhängigen 
> Tool Imagemount kann man darüberhinaus in die Images 'reingreifen und so ein 
> selektives Recovery auf Fileebene bewerkstelligen.
Und nicht nur damit, vermutlich verwendest Du etwas Gnome-basierendes. Aber 
solche Helferlein gibt es in Hülle und Fülle und wie oben schon erwähnt auch 
als Basisfunktion von Linux.

> Die von Partclone zu sichernden Part. dürfen nicht gemounted sein, weshalb 
> ich die Scripts von einem eh parallel installiertem Testsystem starte. 
> Gegenüber dd scheint mir Partclone die smartere Lösung zu sein, da nicht 
> genutzte Sektoren nicht gesichert werden und die Images so ohne weiteres 
> Zutun nicht größer sind als nötig. Inkr. / diff. Backups werden bislang 
> leider nicht unterstützt, und auch nicht in situ-Kompression und 
> Verschlüsselung. Die letztgenannten Features können aber ggfs. vom 
> Backup-Zielverzeichnis übernommen werden.
Alles richtig. Sehe da hätte ich mir ein paar Kommentare weiter oben sparen 
können...
> 
> Zur regelmäßigen täglichen Sicherung von /home (und systemseitig evtl. auch 
> noch /var, /etc, ...?) nutze ich BackInTime, das als ansprechende GUI zu 
> rsync & Co. verläßlich sein sollte und nativen Zugriff auf die gesicherten 
> Daten erlaubt. Praktisch finde ich die optionale automatische Verwaltung 
> einer Backup-History. Berechtigungsstrukturen etc. werden in einer separaten 
> Datei gesichert, so daß man das Backup auch z. B. unter NTFS ablegen kann.
Insofern hast Du hier ja schon für etwas mehr Komfort gesorgt.
> 
> Die erwähnten Tools haben sich in verschiedenen notfallmäßigen sowie 
> testweise durchgeführten Recoveries bislang als zuverlässig herausgestellt. 
> Von Dejadup als sehr Ubuntu-spezifischem Tool habe ich Abstand genommen.
> 
> gruß wolf
> Niederkassel
Ich experimentiere hier seit einiger Zeit etwas mit Btrfs. So brauche ich 
wenigstens kein Zweitsystem mehr hochfahren, sondern kann meine Snapshots im 
laufenden Betrieb vom gesamten System, oder nur Teilen davon erstellen. Jede 
dieser Sicherungen belegen erst mal so gut wie keinen Plattenplatz, da sie 
Anfangs nur Metadaten enthalten. Sie wachsen erst im Betrieb dynamisch 
inkrementell an, je größer die Differenzen eben werden. Sicherheitsgewinn 
gibt's dadurch allerdings erst mal nicht, erst wenn der Snapshot auf ein 
anderes Medium gesichert wird, wird eine Kopie davon erstellt der dann dem 
ursprünglichen Platzbedarf entspricht.

Suse hat ein sehr komfortables GUI zur Verwaltung dafür erstellt - Snapper, das 
hoffentlich bald überall verfügbar sein wird. Bis dahin kann man sich durch 
Cronjobs oder scripten etwas mehr Komfoort verschaffen - arbeite ich aber noch 
dran, gelesen hab ich aber schon vielversprechendes darüber.

Ich hoffe, wenn das richtig ausgereift sein wird, wirst auch Du Acronis keine 
Träne mehr nachweinen ;-)

Besten Gruß, Andy.
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