Abend Wolf,

Um deine Unsicherheit in Bezug auf den von mir verwendeten Konjumktiv auszuräumen. Es bezog sich lediglich auf Murphys law, also darauf, dass es keine absolute Sicherheit gibt, weswege ja auch stets empfohlen wird zurvor ein aktuelles Backup anzulegen. Es ist aber nicht so, dass Gparted ungeprüft der ausreichenden Platzverhältnisse einfach ohne Warnhinweis mit der Operation beginnt, so dass man unwissentlich ins Verderben gestürtzt würde. Es bleibt also nicht dem Zufall im Sinn von §3 überlassen, sondern wird in die Verantwortung des Nutzers übergeben, mindestens per aussagekräftigem Dialog, falls den überhaupt ein Übersteuern zum gewollten Datenverlust hier per GUI möglich ist. IMHO nicht, soweit ich mich an das länger zurück liegende letzte Mal erinnere.


Und um deine an Harald gerichtete Frage gleich mit zu beantworten:

> Finale Frage unter diesem Aspekt:
> Gehe ich richtig in der Annahme, daß Gparted im Hintergrund ein wie bisher diskutiert korrekt dimensioniertes resize2fs absetzt, um den von Dir erläuterten Weg Z => X => Y zu gewährleisten?

Ja!
Das ist ja das gute an Gparted und programmiertechnisch wohl der schwierigere Part bei dessen Erstellung, nämlich das sorfältige Prüfen auf gültige Bedingungen oder Widersinnige Eingaben vor Ausführung, das Abfängen von Fehlern nach jedem Schritt der Dateioperation, bevor der nächste Befehl dazu im Hintergrund übergeben wird, bis schließlich die gesamte dazu erforderliche Befehlskette durchlaufen wurde, inklusive finalem fsck.

Wünsche daher abschließend noch eine erfolgreiche Repartitionierung!


Gruß, Andy.


Am 30.10.20 um 20:27 schrieb Wolf-R. Müller:
Hallo Andy,

erst einmal vielen Dank für die ausführliche Antwort. Also es ist noch gar nix 
passiert ... ich wollte mich erst mal schlau machen, bevor ich die Axt anlege.

Ich habe neben meinem Praxissystem ein paralleles kleines Testsystem 
installiert, von dem aus ich insbesondere auch das Praxissystem maintainen kann 
falls erforderlich, z. B. für ein dd (von PartClone habe ich mich mittlerweile 
verabschiedet) in gewissen Abständen neben meinem regelmäßigen Backups mit 
BackInTime. Das Arbeiten mit einem personalisierten Parallelsystem ist 
effizienter und angenehmer als von einem Live-System aus.

AKTIV GENUTZT heißt, daß mein Praxissystem darauf zugreift.

<Es sollten alle Partitionen des Datenträgers, der re-partitioniert werden soll, 
ausgehangen sein. >
Logo.

<... was aber in deinem Fall kein Problem darstellen sollte, ... dann hast du kein 
Problem. >
Das ermutigt mich. Und deckt sich mit der Antwort eines anderen Linuxianers aus 
meinem Bekanntenkreis. Ich wollte aber gerne eine zweite Meinung haben.
Trotzdem: Der Konjunktiv im ersten Teilsatz stört mich ein bißchen. Also 
nochmal konkret nachgefragt:
Gilt das 'Prinzip Hoffnung' im Sinne von §3 des Kölschen Grundgesetzes "Et hätt noch 
immer jot jejange", wenn denn nur genug Platz zur Verfügung steht (was ist 'genug'?)?
ODER checkt Gparted die Situation stringent, schaufelt Daten aus dem 
abzuschneidenden Partitionsbereich geeignet um, und haut einem 
unmißverständlich auf die Finger, wenn es ein (Platz)Problem gibt?

<hier sollte man nicht ungeduldig und voreilig abbrechen weil man denkt es hätte 
sich aufgehangen. >
Gott behüte ... der ADD hatte aber über einen progress bar informiert, daß er 
noch lebt.

Vielen Dank für die URL. So expressis verbis wird meine Frage dort auch nicht 
beantwortet. Aber der Begriff 'Verschieben' ist dominant vertreten. Und dabei 
geht's ja mit Sicherheit an's Eingemachte.

OK, dann werde ich mich nächste Tage mal an's Werk begeben ...

Gruß Wolf
Niederkassel

--
Mein öffentlicher PGP-Schlüssel 
<http://office.mailbox.org/publications/infostore/4011211/Schluessel?secret=433ec45fa7b8e3cb385a38288e9f225c>

Am 30.10.20 um 19:20 schrieb Randy Andy:
Abend Wolf,

im Zweifel bei weiterem hin- und her bitte mal noch etwas genauer Beschreiben 
was wann wie passiert, so muss ich doch ziemlich viel mutmaßen:

Meine Antworten daher inline:


Am 30.10.20 um 09:33 schrieb Wolf-R. Müller:
Hallo,

ich möchte eine aktiv genutzte EXT4-Partition repartitionieren, genauer: Von 
insgesamt 231 GB sind 105 GB frei, wovon ich 15 GB abschneiden möchte. Mit 
Gparted kenne ich mich aus, alles schon 100 mal gemacht, aber neu hier für 
mich: Die Partition wird AKTIV GENUTZT. Klar: man partitioniert von einem 
Parallel- oder Live-System aus. Und ein Backup macht man vorher natürlich auch.
Ich vermute in diesem Step:
Du verwendest ein Live-system mit GPARTED und beim Versuch die EXT4-Partition 
zu verkleinern erhältst du die Fehlermeldung in dessen GUI:
"Die Partition wird AKTIV GENUTZT", richtig?
Diesen Hinweis fand ich bislang auch nirgends erklärt.


Ich vermute, dass bereits von der LIVE-CD Partionen des zu bearbeitenden 
Datenträgers gemounted wurden - eine Unsitte vieler Live-CDs/DVDs neuerer Zeit.
Es sollten alle Partitionen des Datenträgers, der re-partitioniert werden soll, 
ausgehangen sein.
Einfach mal mit #mount nachschauen, welche Devices bereits ge-mounted sind. ;-)



Aber es bleibt eine Frage:
Was ist mit evtl. Daten, die in dem abgeschnittenem Bereich liegen? Werden die 
vorher von Gparted in den verbleibenden Bereich verschoben?
Ja - das kann aber nur erfolgreich erfolgen wenn noch genug Platz dafür darauf 
verbleibt, was aber in deinem Fall kein Problem darstellen sollte, falls ich 
das richtig verstehe.:
Die 231GB-Ext4 Partion, auf der noch 105 GB frei sind, soll um 15GB verkleinert 
werden? - dann hast du kein Problem.

Falls nein: Mit welchem anderen Tool / Shell-Befehl kann man dies vorab 
bewerkstelligen?
Da die Antwort darüber = ja, in dem Fall also nicht nötig darzulegen. ;-) Ich 
könnte es aber auch nicht aus dem Ärmel schütteln, wär mir aber auch zu 
umständlich denn man müsste für diese Operation die dir vorschwebt, mehrere 
Befehle aus den:
sys-fs/e2fsprogs
mit den richtigen Parameter geschickt nacheinander absetzten, um das zu 
erreichen - genau dafür mache ich mir ja das komfortable Gparted zu Nutze.
Irgendwie (verbose einschalten oder so, hab das gerade nicht mehr parat) kann 
man Gparted auch bei der Arbeit zusehen. Dann sieht man wie das GUI der CMD 
besagte Befehle, im Fall von ext4 eben jene aus den e2fsprogs, übergibt.


Ich bin unter Windoofs da etwas verwöhnt vom 'Acronis Disc Director': Da kann 
man kappen, verschieben, zusammenfügen wie man will ... der ADD sorgt jeweils 
dafür, daß evtl. tangierte Daten vorher geeignet verschoben werden.
Manchmal benötigt Gparted auch wesentlich länger für derartige Operationen - 
hier sollte man nicht ungeduldig und voreilig abbrechen weil man denkt es hätte 
sich aufgehangen.

Habe im Web diesbzgl. gesucht, aber außer windelweichen und 
08/15-Beschreibungen keine eindeutig klare Aussage gefunden.
Da finden sich natürlich etliche Artikel aus diversen Magazinen etc.
Ich empfehle aber lieber das Original, sogar in deutsch erhältlich:
https://gparted.org/display-doc.php?name=help-manual&lang=de#gparted-resize-partition


Gruß, Andy.




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