Hi,
Jörg Schmidt schrieb:
Hallo,
André Schnabel schrieb:
Darum geht es definitiv. Viele freie Entwickler helfen
tatsächlich nur
aus "Spass an der Freude" .. weil sie den Anwendern neue
Möglichkeiten
an die Hand geben möchten oder weil sie selbst mit neuen Techniken
arbeiten möchten.
Dass das bei OOo auf mehr Widerstand stossen dürfte, als bei KOffice
dürfte schon allein aufgrund der Anwenderzahlen und der Verbreitung
besonders im Firmenumfeld klar sein. Dass dieser Widerstand aber
demtivierend für freie Entwickler ist, ist allerdings ein Fakt.
Interessante Hypothesen.
Wie begründet sich denn ein Zusammenhang von Anwenderzahlen und der
Verbreitung einer OSS und der Motivation freier Entwickler an dieser
Software mitzuwirken?
Ich bin in der Begründung etwas gesprungen (weil ich den weggelassenen
Schritt eigentlich gerade in diesem Thread als offensichtlich empfand)
Also nochmal.
Prämisse 1: Viele freie Entwickler (die aussterbende Kategorie, die man
unter dem Begriff "Geeks" kennt) beteiligen sich aus Spass an der Freude
um eigene Ideen ins Produkt zu bringen oder neue Techniken zu
implementieren. (Bitte fang jetzt keine Diskussion an, ob ich damit
recht habe und in welchem Umfang - fahr einfach mal auf ein
Entwickler-Treffen und schau, wie die Leute dort reden. OOoCon ist da
nur begrenzt repräsentativ)
Prämisse2: Je weiter ein Produkt verbreitet ist, desto mehr Anwender
*arbeiten* auch produktiv damit und verlassen sich auf eine stabile
Entwicklung und klare Linie.
Fakt: OOo ist wesentlich weiter verbreitet als KOffice ..KOffice ist im
Unternehmensbereich nahezu irrelvant. OOo liegt ein wenig oberhalb von
"irrelevant".
Prämisse1 und Prämisse2 wirken direkt gegeneinander - ein Anwender, der
ein stabiles Produkt benutzen möchte und eine klare
Entwicklungsrichtung bevorzugt wid kein Produkt benutzen, welches eine
technische Spielwiese ist.
Mir ist es gänzlich neu das der Erfolg (so darf man steigende
Anwenderzahlen und Einsatz im Firmenumfeld doch sicher übersetzen) einer
OSS dazu führen sollte das freie Entwickler zunehmend abgestossen
würden - bzw. wäre das wahr würde es die Verbreitung von OSS schon auf
theoretischer Ebene begrenzen.
Jein - es bedingt, dass die Projektstrukturen in OSS-Projekten nicht
einheitlich sind. OpenSource zunächst nichts damit zu tun, wie eine
Community bzw. wie das Projekt strukturiert ist, welches das OSS-Produkt
entwickelt, aufgebaut ist. Man sollte die Offenlegung des Quellcodes
nicht mit einer Philosophie verwechseln.
Ich denke Ursachen liegen hier im Konkreten ganz wo anders, nämlich bei
den spezifischen Projektstrukturen.
Fast richtig. Die Ursachen liegen in der Projektstruktur .. nur
erfordert es vollkommen andere Projektstrukturen, ein Produkt zu
entwickeln, welches von Millionen Anwendern weltweit eingesetzt wird und
sich auch in Businnesworkflow integrieren muss. Bitte beachten, dass ich
hier OOo mit KOffice vergleiche - nicht mit KDE!
Noch ein Beispiel bzgl. KOffice vom letzten Linuxtag. Ich habe mir einen
Vortrag zu KOffice 2 angeschaut (der mich nicht wirklich begeistern
konnte, da es aus meiner Sicht eine Technik Demo für einige nützliche
Sachen des QT-Frameworks war). Die Entwickler sind ganz stolz drauf,
dass KOffice demnächst unter Windows unf Mac OSX verfügbar sein wird.
Berechtige Frage aus dem Publikum:"Warum investiert ihr Ressourcen in
Mac und OSX, wenn doch generell noch Funktionalität fehlt?" Antwort der
Entwickler: "Weil wir's können!" .. Ende der Diskussion.
Kannst Du dir vorstellen, was eine solche Antwort (Anwendern gegenüber)
bei OOo zur Folge hätte? :)
André
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