Datenbanken sind absichtlich so konzipiert, dass Du *eigentlich* gar
keinen Vorgang speichern kannst für den noch kein Aktenzeichen existiert
(wie im richten Leben halt). *Normalerweise* würdest Du zuerst eine
Datenbank anlegen, die alle Tabellen und Relationen beinhaltet. Eine
Relation zwischen den Vorgängen mit einem je einem Aktenzeichen
*erzwingt* ein gültiges AZ für jede neue Zeile in Deiner Hauttabelle
(Stichworte referenzielle Integrität, Fremdschlüssel, 1-n-Relation,
"One-to-many").
Ein Datenbank-Frontend wie Base setzt *eigentlich* eine fertige
Datenbankstruktur (Backend) voraus auf die dann Eingabeformulare und
Ausgabereports sowie angepasste Datensätze (Abfragen) aufgesetzt werden
um mit der bestehenden Struktur in einer bestimmten Weise zu arbeiten
(hier mittels Eingabeformularen).
Wie die meisten Anfänger zäumst Du das Pferd von hinten auf und gehst
zumindest gedanklich vom Formular aus. Dieses setzt Du auf eine lose
Kollektion von Tabellen auf, so wie es in der grafischen
Benutzeroberfläche nahegelegt wird. Dadurch ist es Dir überhaupt
möglich, zuerst einen Sachverhalt zu einer Akte anzulegen, ohne dass die
angegebene Akte existiert. Kombinationsfelder sind nichts weiter als
eine Eingabehilfe für sich wiederholende Werte, ohne irgendwelche
Restriktionen. Du kannst in das Ding alles eintippen, was dem
zugrundeliegenden Feldtyp entspricht.
Du kannst erstmal so weitermachen und mit mehreren Formularen arbeiten.
Erst alle Akten anlegen und dann die zugeordneten Sachverhalte via
Aktenzeichen aus Listenfeld zuordnen. Es ist auch durchaus möglich, ein
zweites, unabhängiges Eingabeformular für neue Aktenzeichen auf
demselben Formulardokument zu plazieren (sicher hast Du schon bemerkt,
dass das Formular ein Writer-Dokument ist). Dann aktualisierst Du das
Listenfeld und wählst den neuen Datensatz mit der angelegten Akte.
Dabei bleibt es einem unbedarften Benutzer jedoch unbenommen,
irgenwelche Phantasieaktenzeichen direkt in die Tabelle einzugeben, weil
die Datenbank nicht entsprechend strukturiert ist.
Man kann auch ein Formular für die Akten anlegen mit einem Unterformular
für die zugehörigen Vorgänge, wobei Du dann erst eine Akte auswählst und
dann die zugehörigen Dinge bearbeitest oder eine neue Akte anlegst und
dann zugehörige Dinge im Unterformular hinzufügst.
Auf jeden Fall ähnelt die Erstellung einer funktionierenden Datenbank
weitaus mehr dem Schreiben eines Programmes. Du musst mit ein paar
abstrakten Konzepten vertraut sein (Datentypen, Normalisierung,
Mengenlehre), so viele Restriktionen wie möglich einbauen (Restriktionen
sind gut!) und keine Scheu vor textbasierten Werkzeugen haben damit das
*Endprodukt* für lange Zeit, von jedem angelernten Benutzer fehlerfrei
(idiotensicher) bedienbar ist.
---------------------------------------------------------------------
To unsubscribe, e-mail: [email protected]
For additional commands, e-mail: [email protected]