Ob in dem – von der eingenommenen Warte aus – durchaus schlüssigen Text unten vielleicht ein grundsätzliches Problem steckt? Will und muß ein »normaler« Datenbank-Benutzungsinteressierter das wirklich so sehen? Es gibt andere Datenbankkonzeptionen, die tatsächlich einen (fast) spielenden Umgang mit Datenbankprojekten ermöglichen, z.B. das hervorragende Lotus Approach, in denen sich das Pferd ganz anders von vorn aufzäumen läßt.

Gruß an die Interessierten
Helmut Schareika




Andreas Saeger schrieb:
Datenbanken sind absichtlich so konzipiert, dass Du *eigentlich* gar keinen Vorgang speichern kannst für den noch kein Aktenzeichen existiert (wie im richten Leben halt). *Normalerweise* würdest Du zuerst eine Datenbank anlegen, die alle Tabellen und Relationen beinhaltet. Eine Relation zwischen den Vorgängen mit einem je einem Aktenzeichen *erzwingt* ein gültiges AZ für jede neue Zeile in Deiner Hauttabelle (Stichworte referenzielle Integrität, Fremdschlüssel, 1-n-Relation, "One-to-many"). Ein Datenbank-Frontend wie Base setzt *eigentlich* eine fertige Datenbankstruktur (Backend) voraus auf die dann Eingabeformulare und Ausgabereports sowie angepasste Datensätze (Abfragen) aufgesetzt werden um mit der bestehenden Struktur in einer bestimmten Weise zu arbeiten (hier mittels Eingabeformularen).

Wie die meisten Anfänger zäumst Du das Pferd von hinten auf und gehst zumindest gedanklich vom Formular aus. Dieses setzt Du auf eine lose Kollektion von Tabellen auf, so wie es in der grafischen Benutzeroberfläche nahegelegt wird. Dadurch ist es Dir überhaupt möglich, zuerst einen Sachverhalt zu einer Akte anzulegen, ohne dass die angegebene Akte existiert. Kombinationsfelder sind nichts weiter als eine Eingabehilfe für sich wiederholende Werte, ohne irgendwelche Restriktionen. Du kannst in das Ding alles eintippen, was dem zugrundeliegenden Feldtyp entspricht. Du kannst erstmal so weitermachen und mit mehreren Formularen arbeiten. Erst alle Akten anlegen und dann die zugeordneten Sachverhalte via Aktenzeichen aus Listenfeld zuordnen. Es ist auch durchaus möglich, ein zweites, unabhängiges Eingabeformular für neue Aktenzeichen auf demselben Formulardokument zu plazieren (sicher hast Du schon bemerkt, dass das Formular ein Writer-Dokument ist). Dann aktualisierst Du das Listenfeld und wählst den neuen Datensatz mit der angelegten Akte. Dabei bleibt es einem unbedarften Benutzer jedoch unbenommen, irgenwelche Phantasieaktenzeichen direkt in die Tabelle einzugeben, weil die Datenbank nicht entsprechend strukturiert ist.

Man kann auch ein Formular für die Akten anlegen mit einem Unterformular für die zugehörigen Vorgänge, wobei Du dann erst eine Akte auswählst und dann die zugehörigen Dinge bearbeitest oder eine neue Akte anlegst und dann zugehörige Dinge im Unterformular hinzufügst.

Auf jeden Fall ähnelt die Erstellung einer funktionierenden Datenbank weitaus mehr dem Schreiben eines Programmes. Du musst mit ein paar abstrakten Konzepten vertraut sein (Datentypen, Normalisierung, Mengenlehre), so viele Restriktionen wie möglich einbauen (Restriktionen sind gut!) und keine Scheu vor textbasierten Werkzeugen haben damit das *Endprodukt* für lange Zeit, von jedem angelernten Benutzer fehlerfrei (idiotensicher) bedienbar ist.


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