Robert Großkopf schrieb:

> 
> Was schnell der Hemmschuh von vielen Beispielen ist: Sie sind angefüllt mit 
> Makros und deshalb für den Normaluser nur schwer durchschaubar. Andere 
> Beispiele wie das der europa.odb, die im Wiki steht, haben außer der 
> Erfahrung 
> mit den verschiedenen Techniken der Datenbank keinen großen Anwendungswert.
> 
> Das ganze hinterlässt dann den mit Sicherheit nicht gewollten Eindruck, dass 
> einfache Datenbanken zwar machbar sind, aber eine "richtige" Datenbank von 
> der 
> Entwicklung her etwas für Profis ist. 
> 
> Dass eben Datenbanken doch verstärkt mit Makros angehäuft werden zeigt 
> einfach 
> auch, dass einige Funktionen in Base noch nicht so sind, wie sie für den 
> Normaluser gewünscht sind. Ich denke nur daran, wie viele Ansätze ich 
> gebraucht habe, um aus den Comboboxen das zu machen, was ich unter einer 
> Combobox verstehe: Neueintragung in ein Listfeld und Abspeicherung der ID in 
> der zugrundeliegenden Tabelle.
> 

Versteh' mich bitte nicht falsch, ich meine damit ganz sicher nicht Dich.

Aber: Der Eindruck, dass eine "richtige" Datenbank nicht von einem
"Normaluser" entwickelt werden kann, ist so falsch nicht.

1. Datenbanken werden nicht mit dem Computer entwickelt, sondern in
erster Linie im Kopf. Sich 'mal eben ein paar Tabellen zusammen zu
klicken, ist keine Datenbankentwicklung. Leider hat Microsoft mit Access
den gegenteiligen falschen Eindruck erweckt und hiermit haben wir
derzeit noch stark zu kämpfen. Die ging bis zu einer Anfrage vor einiger
Zeit im internationalen Chat-Channel, ob man nicht vielleicht 'mal eben
helfen könne, mit Base eine Datenbankanwendung für ein pakistanisches
Krankenhaus zu erstellen. Erfreulicherweise förderten ein paar Links auf
einschlägige Wikipedia-Artikel beim Gegenüber anscheinend die Erkenntnis
zu Tage, dass es so einfach nun doch nicht geht. Andere sind entweder
nicht so verständnisvoll oder nicht so höflich.

Datenbankentwicklung erfordert also ein gewisses, nicht geringes
theoretisches Wissen, welches nicht ohne Weiteres in einem
Programm(-modul) wie Base "DAU-sicher" abgebildet werden kann.

2. StarBasic ist Bestandteil von OpenOffice.org und es spricht nichts
dagegen, es zu nutzen. Die API von OOo ist dokumentiert und räumt
großartige Möglichkeiten ein.

Insoweit wird Base IMO vielfach falsch eingeschätzt. Es ist ein gutes
Werkzeug, um einfache Dinge mit einer Datenbank zu tun. Es bietet ferner
die Möglichkeit Datenbankverbindungen einfach zu erstellen, zu
administrieren und zu nutzen. Base ist aber keine Entwicklungsumgebung
zur Entwicklung von Datenbankanwendungen per Mausklick (s.o.).

3. Datenbankanwendungen mit "Anwendungswert" bedürfen daher eines
gewissen Mindesteinsatzes an Makros - anders geht es nicht.

Datenbankanwendungen, die praktisch eingesetzt werden sollen, bedürfen
in der Regel eines server-client-fähigen DBMS, dessen Administration mit
nicht allzu hohem Aufwand erlernbar, aber nicht trivial ist.

Dies sollten wir kommunizieren und nicht fordern, dass Base so zu
gestalten ist, dass man sich mit "ein paar Mausklicks" ohne
Vorkenntnisse ein Warenwirtschaftssystem oder eine ERP-Anwendung oder
ein Dokumentenmanagementsystem samt GUI und Rechteverwaltung
"zusammenklicken" kann.

Also: Gut dokumentierte, auch praktisch anwendbare Beispiele ja (exempla
docent), aber nicht das Erwecken des Eindrucks, alles sie kinderleicht.

Gruß
Michael




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