VAART-bericht van: <[email protected]> Hallo Chefren,
Du meints also, in normalen Zeiten wäre keine Überkapazität vorhanden. Ich glaube, da täuscht Du Dich. Was meinst Du denn, wieviel Reservekapazität sogar noch im letzten Jahr vorhanden war. Jedes Schiff, das nicht continue fährt, hat noch Reservekapazität. Jede Stunde, die ein Schiff an der Lade-Löschstelle liegt, weil die Leute nicht rund um die Uhr arbeiten wollen, ist Reservekapazität. Würde das WSA bessere Informationen geben über die tatsächlichen Wassertiefen, würde man locker 10 cm tiefer abladen können. Das sind bei einer Zuladung von gemittelt 200 cm (von leer 80 auf 280 cm beladen) gleich wieder 5%. Würde diese Reservekapazität gebraucht, könnte sie via höheren Frachtpreis auch aktiviert werden. Dieser Tage doch ein Krisengipfel in Rotterdam von Kantoor Binnevaart oder ESO, so genau wußte man es ja nicht. Besonders viele Belgier waren da gewesen. Die Niederländer haben bei ihrer Staatssekretärin bereits angeregt, bei der EU die Feststellung der Krise zu beantragen. Dies wurde, soweit ich das verstanden habe, auch von allen mitgetragen. Einig waren wir uns mit den Belgiern, dass es konsequent ist, wenn die Niederländer als Hauptverursacher der Überkapazitäten, diejenigen sind, die den Antrag auf Feststellung der Krise stellen. Einigkeit herrschte darüberhinaus bei allen (auch den Niederländern), dass eine Abwrackaktion als Reaktion auf die Krise nicht das richtige Mittel ist, weil sie zum einen nicht kurzfristig greift und zum anderen die falschen Schiffe abgewrackt würden. Darüberhinaus sind die Niederländer der Ansicht, dass man die heute vorhandenen Kapazitäten in ein paar Jahren brauchen wird. Das ist natürlich falsch; Bei Rückgängen in den transportierten Mengen von 32% März 09 gegenüber März 08 und 28% bei dem Containerverkehr, weiß man, dass die Mengen von 2008 bis 2020 nicht wieder erreicht werden, vor allen Dingen weil es Wohlstandsmengen waren. Es ist soviel Vermögen auf der Welt vernichtet worden, dass es eine Generation brauchen wird, bis wieder so sinnlos konsumiert wird, wie es bisher war, wenn überhaupt. Wenn die Menschen die Temperaturen in den Wohnungen um ein halbes Grad runtersetzen, bedeutet das doch gleich einige hundert Kohleschiffe weniger. Die Grundlast bei unseren Kraftwerken kommt aus der billigen Kernenergie, den erneuerbaren Energien und die Zusatzmengen sind Kohle. 40% Atomstrom 5% Wasserkraft 10% Gas 5% sonstige erneuerbare Energien wie Wind 40% Kohle Wenn der Gesamtstromverbrauch, Industrie und private Haushalte um 20% runtergehen, hat sich der Anteil von Kohle halbiert. Das ist die Tendenz. Wer kann noch ein Haus bauen, wenn er arbeitslos ist oder wird. Wir haben im nächsten Jahr 5 Millionen arbeitslose Menschen, heute keine vier Millionen. Wer kauft ein neues Auto wenn das Einkommen sinkt. Zum Jahresende sind die 5 Milliarden (5000000000) Euro verbraucht, die die Regierung als Abwrackprämie für alte Autos bei gleichzeitigem Kauf eines Neuwagens zahlt. Was denkst Du, was dann noch in der Autoindustrie läuft. Die Amerikaner haben das fragile System mit der Finanzierung von Häusern an Menschen ohne eigenes Geld zum Zusammenbruch gebracht. In den Niederlanden (und Belgien) haben Banken und Makler das Binnenschifffahrtssystem kaputt gemacht, indem sie Investitionen ohne Risiko zuließen. Wenn nur 5% eigenes Geld oder weniger riskiert, wenn er einen 5 Millionen Neubau macht, der riskiert so wenig, dass er ein Schiff auch baut ohne zu wissen, wann und wie er es bezahlen wird. In unsrem deutschen System, 40% eigenes Geld und 60% von der Bank, wäre so etwas nicht passiert. Nochmal zu der Aussage der Niederländer, dass man die heute vorhandenen Kapazitäten in ein paar Jahren brauchen wird. Das mag sein, aber was ist bis dahin. OK, ich mit unserem MS Silence muß nur 93.000 Euro Umsatz machen in einem Jahr. Auch bei den heutigen Frachtraten sind das nicht mehr als 100 Fahrtage, laden und löschen und wartet kostet kein Geld. Für die Bank muß ich 2 mal im Jahr 9.000 Euro hinlegen, in 2012 sind wir damit fertig. Die Versicherung kostet uns 8000 im Jahr. Für das Schiff brauchen wir weitere 5000 für Unterhalt, für uns brauchen wir 36000 im Jahr, noch 10000 für sozialen Aufwand, dann sind wir bei 77000. Da kommen bei unserer Fahrweise 20% für den Maschinenraum drauf, dann sind wir bei 92.400 Umsatz. Wenn sich die anderen Binnenschiffer solidar zeigen würden und auch mit einem 960 Tonnenschiff nur 92.400 Euro Umsatz machen würden, wäre die Krise auch sofort gemildert, nicht weg, aber weniger schlimm. Wenn man wenig fährt, geht auch wenig kaputt. Jeder hat eben seine eigene Theorie. Wenn aber heute eine Abwrackaktion kommen würde mit 300 Euro die Tonne, wäre ich dabei und meine Arbeit könnten andere machen für eine bessere Fracht. In Deutschland allein hat die Regierung 5 Milliarden ausgegeben für die Abwrackaktion von Autos, mit einer Milliarde wäre der gesamte Binnenschifffahrtsmarkt saniert und es wären fünf Länder oder noch mehr, die die Kosten tragen würden. Und die Niederländer sind schon heute der Ansicht, dass man die heute vorhandenen Kapazitäten in ein paar Jahren brauchen wird. Ja, ich bin schon ein wenig verbittert, weil manche Leute sich Sorgen machen für die Zukunft und die Probleme heute nicht lösen können. Da glauben ein paar Niederländer zu wissen, wieviel Schiffe in ein paar Jahren gebraucht werden und vor 6 Monaten wußten sie nicht, was heute los ist. Das ist doch ein schlechter Joke. Was meinst Du denn, wieviel Reservekapazität sogar noch im letzten Jahr vorhanden war. Jedes Schiff, das nicht continue fährt, hat noch Reservekapazität. Jede Stunde, die ein Schiff an der Lade-Löschstelle liegt, weil die Leute nicht rund um die Uhr arbeiten wollen, ist Reservekapazität. Würde das WSA bessere Informationen geben über die tatsächlichen Wassertiefen, würde man locker 10 cm tiefer abladen können. Das sind bei einer Zuladung von gemittelt 200 cm (von leer 80 auf 280 cm beladen) gleich wieder 5%. Würde diese Reservekapazität gebraucht, könnte sie via höheren Frachtpreis auch aktiviert werden. Oder ist es so, dass die Niederländer die Reservekapazität, von der immer die Rede war, sich mit den vielen Neubauten nun geschaffen haben?????????? Haben sie nun endlich genug Reservekapazität. Wir haben immer gesagt, die Reservekapazität soll der bezahlen, der sie will. Und; zahlt der Verlader die Reservekapazität. Beste Chefren, ich habe nun kreuz und quer geschossen. Das Ziel jeder Diskussion kann ja nur sein, Ideen zu sammeln und daraus was Gutes zu machen. Beste Grüße Hans->Peter > VAART-bericht van: chefren <[email protected]> > > > > On 4/29/09 11:22 AM, henriette wrote: > >> In een normale economische tijd is er geen overcapaciteit en zijn alle >> schepen nodig. > > Dat zou niet normaal zijn. > > Normaal is dat er van alles wat over dan wel wat tekort is, dat vraag en > aanbod in beweging zijn en naar evenwichten neigen. Precies passen doet > het nooit. > > Zo kom je ook nooit onder 2-3% werkeloosheid uit, hoe goed het ook gaat > met een economie. > > +++chefren > * Wat doet de markt? Geef je marktindruk op www.vaart.nl/peiling * Het adres voor reacties en nieuwe berichten: [email protected] * Afmelden op: [email protected] met tekst: unsubscribe VAART-L
