Am 21.07.2011 00:45, schrieb Olaf Simons:
> Liebe Wikimedia Mitglieder,
>  
> ich ließ zwei Tage auf meine Post hingehen. Zwei Dinge. Das erste zur Frage, 
> der
> Grenzen dessen, was ich hier offen hätte fragen dürfen, das zweite zur Frage
> nach dem konstruktiven Kern.
>  
>  
> Erstens
> Ich fragte nach dem Wahrheitsgehalt von Gerüchten, die gewählten Amtsträger 
> auf
> sich zogen – in Positionen, in denen sie sich allerdings anderen Nachfragen
> aussetzen. Ich fragte mit massiven Anhaltspunkten für seltsame 
> Geschääftspläne.

Die Projektideen von Achim sind hier: und die Projektidee von Sebastian
hier: einsehbar einschließlich der entsprechenden Kostenkalkulation. Wie
du sehen kannst wurden diese Informationen von Achim
(http://achimraschka.blogspot.com/2011/07/antrage-zum-community-projektbudget.html)
am 4. Juli 2011 und von Sebastian
(http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Community-Projektbudget/Antragswerkstatt/Wikipedia_Caf%C3%A9)
am 4./6. Juli 2011 veröffentlicht. Also zwei Wochen vor deiner Mail mit
den massiven Anklagepunkten. Man sollte schon die öffentlich bekannten
Fakten zur Kenntnis nehmen, bevor man sich weit aus dem Fenster lehnt.

Bisher nicht öffentlich bekannt sind die Projektvorschläge des
Schatzmeisters des WMDE und Vorsitzenden des CPB-Ausschusses Olaf Kosinsky.

> Und ich fragte, nachdem man uns soeben eröffnete, dass der Vorstand 
> explodierte.
> Die zweite Vorsitzende trat zurück, nicht etwa, um dem Verein die Folgen eines
> eigenen Fehltritts zu ersparen, sondern mit der Erklärung, dass der
> Schatzmeister und Vorsitzende des Gutachtergremiums den Vorstand ruiniert 
> habe.

Vielleicht hättest du dir die Zeit nehmen sollen und die Diskussionen
und den Diskussionsstil auf der ML und vor allem auf der Diskussionseite
zum Projekt zu lesen. Dann wäre dir möglicherweise aufgegangen worin der
Rücktrittsgrund liegt. Aber wie oben schon erwähnt, gehärt dazu, dass
man sich auch die Mühe macht, entsprechende öffentliche Informationen
zur Kenntnis zu nehmen.

> Aus dem Gutachtergremium trat zuvor ein Mitglied hoher Achtung zurück unter 
> dem
> Protest, der Vorsitzende des Vorstands habe dieses ihr Gremium in einer Weise
> demontiert, die effektiv seinen Rücktritt verlangt hätte. Man serviert uns
> Rücktritte und bittet uns Konsequenzen zu ziehen. 
>  
> Ich artikulierte meinen Unmut über die genannten Gerüchte, da uns im März vom
> ersten Vorsitzenden versichert war, dass man nach drei solchen Amtsperioden so
> was nicht mehr zu befürchten habe. Nun ist indes klar: Die aktuelle 
> Zerreißprobe
> war in dieser kurzen Amtszeit gezielt riskiert.
v
Ein schwerer Vorwurf, den du bitte begründen solltest.

>  
> Mal um Mal heißt es in der Mailingliste, es ginge uns besser, wenn endlich
> Vertrauen und Ruhe herrschte. Ihr vergesst, dass wir noch glücklich sind, wenn
> solche Geschichten intern und im Vorfeld auffliegen. Wir riskieren nicht
> Wikimedia, sondern Wikipedia – die Arbeit anderer. Ich bin in diesem Verein 
> vor
> allem, um sicher zu stellen, dass man für ihn spenden kann - ganz offen: Um
> Wikimedia zu kontrollieren. Für mich ist das, was da als Destillat der 
> Gerüchte
> soeben übrig blieb, Zeichen eines vollkommen unverantwortlichen Hantierens der
> Wikimedia-Verantwortungsträger mit Wikipedia.

Wikipedia wird durch die Arbeit des Vereines Wikimedia Deutschland in
keinster Weise riskiert. Das Enzyklopädie-Projekt kann auch ohne das
deutsche Chapter exisiteren.


> Das könnte noch hingehen, wenn wir nicht exakt darüber diskutiert hätten, wie
> wir transparentere Entscheidungsstrukturen hinkriegen – ich lese nirgends ein
> Plädoyer für transparente Strukturen, die solche Machtspiele und solche 
> Anträge
> schlicht uninteressant machen. Ich lese überall nur Plädoyers für mehr
> Intransparenz, mehr freiwillige Selbstzensur, mehr Riskieren eines wirklichen
> Korruptionsfalls.

Diese Fragen sollten zu allererst den Mitgliedern des CPB-Ausschusses
gestellt werden. Ursächlich auf Grund deren Informationspolitik ist die
derzeitige Lage entstanden. Das Problem sind nicht irgendwelche
gestellten Anträge von Vorstands -oder Ausschussmitgliedern.

> Zweitens mithin 
> und auf die Frage nach dem konstruktiven Beitrag – der ist nun nicht neu, 
> jetzt
> aber vielleicht allen Parteien klarer zu plausibilisieren. Wir müssen
> nachdenken, wie wir transparente Projektvergabe-Verfahren hinkriegen. Es geht
> nicht um das Aufdecken seltsamer Geschäftsideen, sondern darum, dass es
> Verfahren gibt, in denen man solche Ideen gar nicht erst einbringt:
> 
> Wir müssen alle Projekte, und zwar allen voran die der Vereinsführung, einer
> internen offenen Vorabdiskussion aussetzen. Wir sind dabei angewiesen auf die
> anonyme „Community“, die allein gänzlich ungeniert sagen kann, wenn sie was an
> der Spitze suspekt findet.


Angesichts der Diskussionskultur in der Wikipedia, sehe ich eher Hauen
und Stechen als eine konstruktive Debatte in und mit der Community.


> Jedes interne Entscheidungsverfahren kann man so kompliziert wie auch immer
> gestalten (das ruft allenfalls Regelfüchse auf den Plan), es wird Korruption
> nicht verhindern. Die Regel aller internen Prüfungsverfahren ist, dass niemand
> in ihnen seinen Verdacht offen ausspricht, da jeder Sorge hat, ihn trifft bei
> nächster Gelegenheit ein ebensolcher Verdacht nun ungerechtfertigt. Immer gilt
> intern: Verhilfst du meinen Projekten zu grünem Licht, dann unterstütze ich
> deine. Ich beschädige deinen Ruf nicht, du nicht meinen. (Und immer gilt darum
> auch: feindliche Projekte schießt man intern in verdeckten Intrigen ab.)
> Korruption und Intrigen werden nur gemieden, wenn man schon beim ersten
> Einreichen mit dem prekären Projekt auffällt – dann reicht man sowas einfach
> nicht ein.
> Es mag für Anfänger unter Antragstellern peinlich sein, in offenen Verfahren
> Belustigung über kuriose Projekte zu riskieren (das war angeblich der Grund 
> für
> das intransparente Verfahren). Die Sorge um die Anfänger ist unbegründet.
> Neulingen ist extrem geholfen, wenn sie erfolgversprechende Projekte auf 
> Seiten
> nebenan sehen können.

Ich denke es ging nicht um kuriose Projekte. Sondern eher um naiv
geschriebene Anträge. Es käme einer Bloßstellung und Zurschaustellung
gleich, wenn man die "Unfähigkeit" mancher Menschen (mit Klarnamen)
einen ordentlichen Antrag zu stellen ungefragt an die Öffentlichkeit zerrt.

> Wir brauchen ein Gutachtergremium, das frei urteilen kann. Es darf weder dem
> Vorstand verpflichtet sein (etwa durch Teilnehmer, die gleichzeitig dem 
> Vorstand
> angehören), noch darf es selbst Projekte ins Rennen schicken. Noch sollte es
> selbst auch nur die Entscheidungen treffen. Wir brauchen eine Plattform, die
> offen im Blick auf die Vorabdebatte und die zu erwartenden Folgen Warnungen
> artikulieren kann. Gutachten sind nötig, damit Entscheidungsträger sich später
> nicht darauf zurückziehen können, diskutierte Probleme nicht auf dem Schirm
> gehabt zu haben.

Ich denke so wie der CPB-Ausschuss derzeit eingerichtet ist, ist er
schon funktionsfähig und richtig. Einzig das Problem mit den
Interessenkonflikten durch Anträge aus Vorstand und CPB-Ausschuss selber
ist zu lösen. Dafür muss nicht gleich alles wieder über den Haufen
geworfen werden. Ein paar einfache Zusatzregeln reichen da schon.

> Alle, die am Ende Entscheidungen über die Projekte treffen, müssen diese
> öffentlich begründen. Verantwortung sollten sie über die regelmäßigen Wahl
> riskieren. (Vorsicht mithin vor dem Verschieben von Projektvergabe-Kompetenz 
> auf
> eine Person, die selbst nicht gewählt, nur angestellt ist).

Die öffentliche Begründung des CPB-Ausschusses und der Entscheidung ist
vorgesehen. Dies ist jetzt keine neue Forderung. Vielleicht solltest du
dich doch mal besser informieren.

Gruß Liesel


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