Es geht ja auch erstmal gar nicht darum alles und jedes zu übersetzen.
Aber wichtige Sachen schon. Und da kann man sich nicht auf Freiwillige
verlassen.

Ob jetzt die Russen alle auf Meta diskutieren oder in der russischen WP
und dann eine Zusammenfassung nach Meta übertragen wird, bleibt sich
gleich.

Die Foundation kann sich nur nicht mehr darauf verlassen, dass alle
Arbeit von Freiwilligen erledigt wird. Man kann sich auch nicht darauf
verlassen, dass sich Freiwillige finden die eine Mittler- und
Botschafterrolle übernehmen.

Wenn die Foundation als internationaler Zusammenschluss überleben will,
dann muss sie diese Internationalität auch leben und nicht nur einmal im
Jahr eine Party steigen lassen.

Die Foundation hat sich vorgenommen nach Indien und China zu gehen. Ich
wage zu bezweifeln, dass diese Menschen aus diesen Regionen mit der
us-zentrierten Politik der Foundation einverstanden sein werden.

Möglicherweise beginnt sich gerade die Büchse der Pandora zu öffnen.

Gruß Liesel

Am 16.09.2011 13:57, schrieb Johannes Rohr:
> Am 16.09.2011 12:23, schrieb Liesel:
>> Wenn sich die Foundation schon immer mit der UNO vergleicht, dann sollte
>> sie auch so auftreten wie die UNO.
> Nun wird in der UNO auch nur in sechs Sprachen übersetzt und das auch
> nur bei offiziellen Sitzungen und offiziellen Dokumenten. Ohne Englisch
> kommt man auch dort nicht sehr weit. Ich habe in den letzten 15 Jahren
> immer wieder Alternativberichte an UN-Gremien verfasst und an
> Arbeitstreffen teilgenommen. Da war de facto Englisch die einzige
> sinnvolle Option. (Deutsch geht sowieso nicht)
> 
> Noch auffälliger ist es bei EU-Institutionen. EU-Ausschreibungen
> (EuropeAid) werden praktisch nur auf Englisch und Französisch
> veröffentlicht. Obwohl Deutsch dort Amtssprache ist, ist es in der
> Praxis nur selten auch Arbeitsprache.
> 
> Mehrsprachigkeit ist letztendlich ein unlösbares Problem. Auf
> internationalen Konferenzen hat das linguistische Kompetenzgefälle immer
> massive Auswirkungen. Im internationalen Durchschnitt sind Deutsche
> nicht unbedingt besonders polyglott. Je größer die eigene
> Sprechergemeinschaft, desto seltener gerät man an deren Grenzen, desto
> seltener ist man herausgefordert, das ist einfach den Umständen
> geschuldet. Ich denke, letztendlich braucht es einfach mehr Leute, die
> eine Botschafter- oder Mittlerfunktion zwischen Meta und den Projekten
> übernehmen.
> 
> Übersetzungen auf Meta sind ja meist unvollständig und v.a. veraltet.
> Wer ohnehin auf Meta unterwegs ist, für den dürfte Englisch meist die
> Sprache der Wahl sein. Da ist die Neigung zu übersetzen denkbar gering.
> Und erst recht, wenn die Übersetzung nicht von bleibendem Wert sondern
> morgen schon wieder veraltet ist.
> 
> Herzliche Grüße,
> 
> Johannes
>  
> 



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