Am 01.12.2011 13:03, schrieb Ralf Roletschek:
> Nur ein kurzer Einwurf von mir: Durch die Hinzufügung der CC-BY-NC-ND und
> den zusätzlichen erläuternden Text hat sich bei mir die lizenzkonforme
> Nachnutzung erheblich erhöht. Zumindest für meine paar tausend Bilder ist
> es genau umgekehrt: mit mehr Lizenzen und mehr Erläuterungen wird die
> Nachnutzung sauberer.
Wie hast Du das ermittelt? Wie kontrollierst Du lizenzkonforme 
Nachnutzung? Wie hast Du vorher lizensiert? (Ich denke, der Umstieg von 
GFDL-Only auf Mehrfachlizenzen hat sicher eine andere Auswirkung als der 
von CC-BY-SA-3.0 only auf mehrfach)

Herzliche Grüße,

Johannes

>
> Ralf
>
> Am 1. Dezember 2011 12:57 schrieb Johannes Rohr<[email protected]>
> :
>
>> Am 30.11.2011 00:10, schrieb Martina Nolte:
>>> Hallo Johannes,
>>>
>>> entschuldige die späte Antwort; ich war beruflich eingebunden.
>> Kein Problem! Vielen Dank, dass Du Dir die Mühe gemacht hast so
>> ausführlich zu antworten! Ich werde einfach mal der Reihe nach
>> durchgehen...
>>> Am 24.11.2011 15:37, schrieb Johannes Rohr:
>>>> Könntest Du mal darstellen, warum Du mit der Regelung "CC-by-SA
>>>> oder freier und keine zusätzlichen Warnhinweise" Probleme hast?
>>> Ich würde sagen "mindestens CC-by-sa alle Versionen oder gleichwertige
>>> Lizenzen". Meinem Verständnis nach wäre zum Beispiel die FAL dann
>>> zulässig
>> Warum brauchst Du sie? Was kannst Du mit ihr machen, was Du mit
>> CC-BY-SA, CC-BY oder CC0 nicht kannst? Was ist das
>> "Alleinstellungsmerkmal" der FAL?
>>
>>> (es wäre schön, hiervon mal eine deutsche Übersetzung
>>> professionell erstellen zu lassen und diese als offizielle Version zur
>>> Anerkennung zu bringen).
>>> Auch Mehrfachlizenzierungen würde ich erlauben. Es gibt Werke/Webseiten,
>>> die komplett unter CC-by-nc-sa veröffentlicht werden - ein Beipsiel:
>>> http://www.radreise-wiki.de/Radreise-Wiki:Cc-by-nc-sa;  es gibt sogar
>>> immer noch Webseiten, die der GFDL treu bleiben.
>>> Solche Nachnutzer freuen sich, wenn sie bei uns Inhalte finden, die eine
>>> nc- oder eine GFDL-Zweitlizenz haben. Wenn sie nicht  unseren bunten
>>> Lizenzwald  erben und jedes Bild mit der abweichenden Lizenz
>>> kennzeichnen wollen, können sie unsere einfach lizenzierten by-sa-Bilder
>>> nicht nutzen. Auch wenn ich persönlich die Methode "ein Bild, eine
>>> Lizenz" bevorzuge, sehe ich in einer Mehrfachlizenzierung eben keine
>>> Einschränkung, sondern eine Erweiterung der Nutzbarkeit und verstehe
>>> nicht, warum dies willentlich unterbunden werden sollte.
>> Das heißt - hier arbeiten wir uns eigentlich an demselben Problem ab:
>> Wie kann man die Nachnutzung erleichtern? Wobei Du jetzt eine sehr
>> spezielle Nachnutzergruppe im Auge hast und ich erst einmal nicht
>> überzeugt bin, dass das ein so häufiger Fall ist, dass man seine
>> Regelungen danach ausrichten muss. Bzw. ich halte den Nutzen auf der
>> einen Seite für zu gering um den Nachteil auf der anderen aufzuwiegen.
>>
>> Das Grundproblem ist: Bisher bewegt sich die lizenzkonforme Nachnutzung
>> der Bilder aus den Commons in einem kaum mehr messbaren Prozentbereich.
>> Und WMDE hat sich für das nächste Jahr als eine der Top-Prioritäten
>> vorgenommen, daran deutlich etwas zu ändern. Und dazu gehört es eben, es
>> so einfach und klar wie möglich zu machen. Ein Element davon (aber
>> natürlich nicht das einzige) wäre: Genau eine Lizenz pro Bild. Dass eine
>> solche Strategie die Nachnutzung wirklich vereinfacht, ist natürlich
>> erst einmal eine Annahme, aber ich würde sagen, es ist eine plausible.
>> Und, wie gesagt, das soll ja auch nicht die einzige Maßnahme bleiben.
>>
>> Was wäre hier die Alternative? Wenn Du es allen Nachnutzern mit eigenen
>> Lizenzvorlieben recht machen willst, müsstest Du eben wirklich jedes
>> Bild unter 50 verschiedenen Lizenzen mehrfachlizensieren. Oder wonach
>> willst Du entscheiden, wann Du mit Rücksicht auf bestimmte Nachnutzer
>> bestimmte Mehrfachlizensierungen vornimmst und warum nicht? In diesem
>> Fall würde ich denken, es ist weniger schlimm, wenn die Nachnutzer, an
>> die Du denkst, etwas Mehrarbeit haben, weil sie CC-BY-SA-Bilder korrekt
>> attributieren müssen, als wenn der ganze Rest unseres Publikums durch
>> einen Wald an Doppel- und Dreifachlizenzen erschreckt wird.
>>
>> [...]
>>
>>> Dabei sind dies noch sehr überschaubare Beispiele. Es gibt massenhaft
>>> Userbausteine auf Commons, die noch wesentlich mehr
>>> Interpreationsspielräume lassen, was genau denn nun vom Nachnutzer
>>> erwartet oder ihm nur (mehr oder weniger dringend) empfohlen wird oder
>>> worum er nur lieb gebeten wird. Die Verbindlichkeit all dieser Bapperl
>>> ist umstritten (meiner Aufassung nach sind einschränkende Zusätze
>>> wirkungslos - diese Frage zu klären, wäre mal ein extrem hilfreicher
>>> Prüfauftrag, den Verein vergeben könnte, um den Projekten ein bißchen
>>> mehr rechtliche Klarheit zu geben).
>> Gute Idee, ich kann das ja mal mit unseren Content-Befreiern besprechen.
>> Ist aber für sich wahrscheinlich ein komplexes Projekt. Ich denke, man
>> könnte allenfalls eine Gesamteinschätzung erarbeiten, aber nicht im
>> Detail auf die vielen Eigenkonstruktionen eingehen.
>>
>>> Nun könnte man natürlich sagen: Eben weil so vieles unklar ist oder
>>> zumindest hinterfragt wird und weil es bei Userbapperln so weite
>>> Interpretationsspielräume gibt, wollen wir überhaupt keine
>>> Zusatzbausteine sehen, sondern die Lizenz pur (und noch einen Hinweis
>>> auf die WMDE-Förderung). Vielleicht sogar nur genau nach vorgegebenem
>>> Lizenz-Template. Klingt schön einfach, ist es aber leider nicht.
>>>
>>> Das Commons-Template der cc-by-sa 3.0 verlinkt nicht auf den deutschen
>>> Lizenztext. Nachnutzer, die dieses Template übernehmen, machen also
>>> direkt einen gravierenden Fehler. Denn die Lizenz verlangt
>>> unmissverständlich eine Kopie oder mindestens die Internetadresse des
>>> Lizenztextes, nicht nur einen Link auf den Deed. Hinweise auf dieses
>>> Problem werden auf Commons immer wieder ignoriert, weil die mehrheitlich
>>> englischsprachige Commons-Community die deutsche Lizenz ignoriert, die
>>> aber das URI-Missverständnis mancher Englisch-Leser eigentlich eindeutig
>>> klärt.
>> Das ist für mich jetzt aber eher ein Argument dafür, diese Missstände
>> anzugehen. Ein Wildwuchs an Bapperln erscheint mir dagegen eher die
>> Pest, mit der die Cholera bekämpft wird.
>>
>>> Ich persönlich (für meine Bilder) habe kein Problem mit der Cc-by-sa 3.0
>>> pure as pure can be. Ich sehe nur nicht, welches tatsächliche Problem
>>> wir mit einer solchen restriktiven Vorgabe abschließend lösen würden.
>> Es wäre, wie gesagt, ein Element in einer Gesamtstrategie zur
>> Vereinfachung der lizenzkonformen Nachnutzung, die eines der Hauptziele
>> von WMDE für das nächste Jahr ist.
>>
>>> Auf der anderen Seite würden wir hier mit einem quasi-Verbot ein
>>> Riesenfass aufmachen, wo ich das Ende nicht sehe und für das es nach
>>> vielen langen und engagierten Diskussionen auch auf Commons kein Ende
>>> gab. Die diskutieren ja nicht aus Spaß jeden (problematisierten) Fall
>>> einzeln, sondern weil es immer wieder gute Gründe gibt, hier nicht
>>> pauschale Verbote auszusprechen.
>>>
>>> Ein Pauschalverbot von Zusatzbapperln
>> .... gibt es natürlich nicht. WMDE verbietet Dir doch nicht, Deine Werke
>> auf Commons nach Deinen Wünschen mehrfachzulizensieren und zu
>> verbapperln. Es geht doch ausschließlich um Werke, in deren Erzeugung
>> Spendengelder eingeflossen sind. An die Förderung sollen bestimmte
>> Bedingungen geknüpft werden, die im Einklang mit den Vereinszielen
>> stehen. Aber es ist doch niemand gezwungen, solche Förderung in Anspruch
>> zu nehmen.
>>
>>> hieße: Ich darf dann nicht mehr
>>> die Creditline [1] einsetzen, wo ich zeige, welche Namens- und
>>> Lizenznennung ich erwarte. Ich darf dann nicht mehr per Bildbeispiel [2]
>>> zeigen, wie die gängigste Kennzeichnung in der Praxis aussieht. Beides
>>> hat zu einer deutlich geringen Fehlerquote bei Nachnutzungen meiner
>>> Bilder geführt.
>> Wenn es bestimmte Elemente gibt, mit denen Ihr sehr gute Erfahrungen
>> habt, dann wäre es toll, wenn wir das einmal zusammenstellen könnten.
>> Denkbar wäre die Lösung, dass wir für von WMDE geförderte Werke ein
>> einheitliches Gefördert-Von-Template entwickeln, bei dem man solche
>> Dinge, soweit praktikabel, berücksichtigt. Das wäre auf jeden Fall
>> besser als wenn jeder für sich das Rad neu erfindet.
>>
>> [...]
>>>> Bei Wikipedia-Texten geht es ja auch ohne.
>>> Wikipedia-Texte sind doppellizenziert; da schleppen wir sogar die GFDL
>>> mit und erklären Nachnutzern noch dazu in den Lizenzbestimmungen, dass
>>> sie frühere Versionen nach GFDl- only- und CC-only- Anteilen durchsuchen
>>> müssen. Ich sehe nicht, was daran einfacher wäre als drei Lizenzen
>>> untereinander. ;-)
>>>
>> Stimmt auch wieder, ist aber auch kein Argument  für
>> Mehrfachlizensierung... ;-)
>>
>> Liebe Grüße,
>>
>> Johannes
>>
>> --
>> Johannes Rohr
>>
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>> 10777 Berlin
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