Hallo Liste,
Friday, February 7, 2003, 7:25:47 PM, Heiko Recktenwald wrote:
>> �SZ: Aber wenn es Ihnen gelingt, eine Homepage mit strafbarem
>> Inhalt zu sperren, werden an anderer Stelle zehn neue aufgemacht.
>>
>> B�ssow: Das macht nichts. Dann k�nnen wir Folgeverf�gungen
>> erlassen. Wichtig ist doch, dass Gesellschaft und Staat sagen:
>> Wir tolerieren das nicht, wir kapitulieren nicht vor der Tech-
>> nik.�
> Da haben sich welche eben in Rage geredet.
Im Gegenteil. Das sind Textbausteine, die sich im Prinzip seit 3 Jah-
ren wiederholen. Man findet sie _alle_ in den Theorieschriften einer
grossen Stiftung, die einem Medienkonzern vorsteht und Medienpolitik
sicher nicht nur aus Verantwortung fuer die Gesellschaft betreibt.
Auffallend ist allenfalls, dass die sie inzwischen weit offener und
selbstbewusster praesentiert werden. Wuerde ich dir Aussagen von B�s-
sow, Beck oder Machill ohne Quellenangabe vorlegen, w�rdest du sie
nicht mehr auseinanderhalten k�nnen. Sobald irgendwo eine Kamera
ausgerichtet oder ein Mikro aktiviert wird, werden diese Texte ab-
gespult. Sie sind zu 100% austauschbar. Interessant sind allenfalls
noch Randbemerkungen, wobei man da _peinlichst_ genau bemueht ist
keine Angriffsflaeche mehr zu bieten. Das ist im Grunde sehr lustig
zu beobachten, wie da Warnlampen angehen und man nur noch den Phra-
senroboter gibt.
Wir werden in den naechsten Wochen noch weit selbstbewusstere Sta-
tements hoeren, da wette ich gerne.
> Um Folgeverfuegungen gehts doch gar nicht, jene 2 sind von
> vorneherein willkuerlich.
Das bestreitet ja nicht einmal die Bezirksregierung.
> Es gibt bald Milliarden Sites mit zweifelhaften Inhalten. Mehr oder
> weniger. Alle unkontrolliert. Wer will da der Richter sein?
"Nur weil von 150.000 Einbr�chen nur 20.000 aufgekl�rt werden,
bleibt der Einbruch weiterhin ein Delikt und wird verfolgt."
-- J�rgen B�ssow in der 3sat Kulturzeit vom 14.11.2002
(http://www.3sat.de/kulturzeit/themen/39602/index.html)
"Wir kapitulieren nicht vor der Technik"
-- nochmal aus obigem SZ-Interview. Klingt f�r mich wie
"Die Realit�t ist mir egal. Wir machen das jetzt.
Es ist ein dreckiger Job, aber einer muss ihn tun."
MfG
Ol 'tally off' af
--
Aber unser Mitgef�hl gilt auch jenen eitlen Kommentarwichsmaschinen
des �ffentlichen Lebens, die gestern vergeblich den ganzen Abend neben
dem Telefon standen. Wie muss sich so einer heute f�hlen? Das World
Trade Center st�rzt ein, und niemand bittet ihn um eine Stellungnahme.
(Max Goldt)