Joerg-Olaf Schaefers <[EMAIL PROTECTED]> writes: > "Wir kapitulieren nicht vor der Technik" > > -- nochmal aus obigem SZ-Interview. Klingt f�r mich wie > "Die Realit�t ist mir egal. Wir machen das jetzt. > Es ist ein dreckiger Job, aber einer muss ihn tun."
Der Punkt ist: Filter sind heute (im Gegensatz zu detaillierter Vorratsdatenspeicherung) gar nicht mal so unrealistisch, ganze Server oder einzelne URLs auf wenig frequentierten Servern lassen sich mit recht geringem Aufwand ausblenden. Das ganze skaliert durchaus bis zu ein paar Tausend Servern, wenn man etwas Dynamik einbaut sogar zu weitaus mehr. "Censorship in the router" ist nicht mehr *so* unrealistisch. Man darf sich nur nicht von Spiegel-Servern, offenen Proxies, HTTPS usw. irritieren lassen. Die Masse erwischt man bereits mit kleinen Ma�nahmen, und um die Masse geht es. Was immer noch schwierig ist, ist Content von Akamai-gest�tzten Angeboten wegzubekommen oder allgemein zentralen, hochfrequentierten Sites (z.B. Geocities). Die Leute entdeckten mittlerweile BGP: http://www.intra.de/pdf_de/blocking-wp.pdf Verglichen mit fr�heren Ans�tzen ist das deutlich besser: http://www.intra.de/pdf_de/filter_strategien.pdf Das ganze funktioniert nur deswegen, weil man den Verkehr mit den kritischen IP-Adressen getrost total asymmetrisch routen kann; das Paket mit dem GET-Request kann man zustandlos ermitteln und verwerfen. Begr��enswert ist dabei auf jeden Fall, da� eine gewisse Transparenz systemimmanent ist (die IP-Adressen der betroffenen Server lecken zu den angeschlossen ISPs). Schlecht ist, da� der Endnutzer i.d.R. keine vern�nftige Fehlermeldung erh�lt (ICMP mit Communication Administratively Prohibited sieht f�r den Endnutzer nach Netzproblem aus). Der Haken ist, da� sich die teilnehmenden ISPs f�r die Tausenden von zus�tzlichen Eintr�gen in ihrer Routingtabelle bedanken werden, wenn das ganze au�er Kontrolle ger�t. Ein weiteres Problem k�nnte sein, da� die IntraNe GmbH[1] das obige Schema patentiert hat. (K�nnte jemand, der die Datenbanken bedienen kann, dies bitte pr�fen, und dabei auch die Namen der potentielle Erfinder -- vgl. die PDF-Dateien -- ber�cksichtigen? Danke.) [1] F�r jemanden, der f�r Sauberkeit im Web sorgen will, ist ein Impressum wie <http://www.intra.de/html/de/impressum.html> schon ein recht starkes St�ck. Worauf ich aber eigentlich hinauswill: Es geht gar nicht um Technik. Es geht darum, wie Demokratie in Deutschland aussehen soll, ob deutsche B�rger latente Nazis sind, die nur noch erweckt werden m�ssen, ob uns jeden Tag der Umsturz bevorst�nde, g�be es freien Zugang zu Nazi-Propaganda. Meine Hoffnung ist immer noch, da� irgendwann die Einsicht kommt: Gerade wenn dies alles war ist, darf auf keinen Fall Infrastruktur zur Manipulation der B�rger aufgebaut werden, denn diese Infrastruktur l��t sich im Falle, wenn der Umsturz doch einmal kommt, von den neuen Machthabern bestens zur Festigung ihrer Position einsetzen.
