On Thu, 4 Sep 2003, Rigo Wenning wrote: > .. Das Gejammer �ber "die Gesellschaft", "den Staat", "die allgemeine > Ausbeutung"
.. ist u.a. ein deutsches Problem, auch wenn es nicht nur dort vorkommt. Die ueber 100 Jahre alte Sozialgesetzgebung und das deutsche Beharrungsvermoegen sind wohl nicht unbedingt sehr reformfoerdernd. Dass nach Bund und Laendern auch noch die EU als gesetzgebende Schicht eingezogen wird, macht es auch nicht gerade einfacher. Manche Dinge sind sicher systemimmanent, aber gewisse Probleme im Bereich sozialer Gesetzgebung in Dtl. auch hausgemacht. Ein Blick ueber den Tellerrand wuerde gelegentlich auch nicht schaden. Wenn ich z.B. an die Reformvorschlaege im Gesundheitswesen denke, "Kopfpauschalen", "Grundsteuern" etc., dann wird das behandelt wie eine absolute Neuerfindung und vollstaendig experimentell. Eine steuerfinanzierte Grundversorgung, in die also jeder Mensch mit Einkommen einzahlt, gibt es beispielsweise in Australien seit den 70ern unter dem Namen "Medicare" und laesst sich also angucken. Ebeno ein anderes Abrechnungssystem, "Bulk Billing" fuer Aerzte, die sich mit dem begnuegen, was Medicare wiedergibt, oder halt Vorfinanzierung des Kranken bei einem "teureren" Arzt, wo der Kranke dann unkompliziert den Grundbetrag wieder bekommt (Rechnung hinlegen, Cash in die Hand) Hat Vor- und Nachteile - ist aber anschaubar, und es ist weder amerikanisch "Jeder ist seines Glueckes Schmied und wer's nicht schafft, soll zusehen, wo er bleibt", noch deutschlandtypisch "rumdum sorglos versichert jammern wir weiter, bis es gar nicht mehr geht" .. anyway, dies ist wohl weit vom Listenthema weg.. So, nun muss ich wieder Bewerbungen schreiben, da ich als Frischeinwanderer kein Unemployment Benefit bekomme und wir derzeit nur einen I.T.-Gehaltsempfaenger im Hause haben (was fuer ein Leben zu dritt im kleinen Haeuschen in Sichtweite der Tuerme der City und in Riechweite des Meeres in Melbourne reicht, aber reicher werden wir so nicht;-) Es gruesst Peter
