Hallo Lars,

On Fri, 5 Sep 2003 10:42:37 +0200 you wrote:

> Und Du hast gerade schoen erklaert, warum Demokratie, so wie sie im
> Moment funktioniert, Quatsch, sogar eine Farce ist. TNX.

Ich sehe in einem anarchistischen System auch eine m�gliche Alternative
zum jetzigen demokratisch/kapitalistischem System, bzw. eine m�gliche
Form, zu der sich die heutige Demokratie entwickeln k�nnte, sprich
Selbstorganisation und-verwaltung von unten nach oben, st�ndige
Kontrolle und Verantwortung von gew�hlten Delegierten(jo, die gibt es da
auch), anarchosyndikalistische Organisation der Betriebe, um mal ein
paar Stichworte zu nennen. Gerade mit den heutigen und kommenden
Techniken w�re eine Koordination, Organisation und Willensbildung noch
viel besser zu realisieren als bei den Experimenten z. B. im
spanischen B�rgerkrieg. Und man sollte sich davor h�ten, Anarchismus mit
dem Realsozialismus bekannter Pr�gung oder kommunistischer
Einparteiendikataturen a la China, Kuba etc. in einen Topf zu werfen,
das ist g�ngige ideologische Praxis in den Medien usw. Allerdings
ben�tigt das Ganze einen Bewustseinsbildungsprozess und -grad, eine
v�llig andere Lebensauffassungen voraus - ja es gibt auch die
Vorstellung, diese entwickle sich automatisch mit der anarchistischen
Praxis heute oder nach einer Revolution, je nach anarchistischer
"Schule".
Nur wir leben hier und jetzt, mit den politisch-�konomischen Strukturen,
mit den Machtstrukturen, dem "Raumschiff Berlin", den M�glichkeiten
politischer Meinungs�u�erung, den Lebensauffassungen, das Egoismus,
Reichtum und ein hoher Status/eine hohe Machtposition das Ding sei usw.
und so fort. Und ich denke, uns bleibt nichts anderes �brig, diese
Realit�ten, Strukturen und M�glichkeiten anzuerkennen, sie f�r unsere
Ziele(auszu)nutzen und bestimmte Verfahrensweisen auf Zeit zu
akzeptieren. Nur ein Beispiel: Man sei gegen Kn�ste, Polizei, die wie
Sch�ferhunde eine Zvilisation sichern, aber wenn hier und
jetzt, um mal das Reizthema KiPo aufzunehmen, Ringe organisierter KiPo
Distributoren existieren, da es Konsumenten daf�r gibt und mit jedem
Konsumenten der den Mist weiter gibt, der Schneeball der Konsumenten
w�chst, dann ist hier und jetzt eine Polizei notwendig, ein Staat, der
auch autorit�r auftritt, Gesetze usw. und so fort. Man mag gegen das
parlamentarische System sein, aber wenn es trotzdem erm�glicht,
hier und jetzt Einfluss zu nehmen, wenn auch nur punktuell, die eigenen
Meinungen als Informationen zu �u�ern und zu verbreiten usw., dann
sollte man das so weit nutzen, wie es der eigenen Sache (was immer sie
auch sei) f�rderlich ist ohne die eigene Sache aus den Augen zu
verlieren ;)
Amen.

-- 
Ciao
Kai

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