On Wed, 15 Oct 2003, Holger Voss wrote: > On Sun, 12 Oct 2003 08:42:39 +1000 (EST) > Peter Ross <[EMAIL PROTECTED]> wrote: > > > Und seit 1999 gehoert es zu den Anforderungen meiner Admin-Jobs, per Tel. > > im Notfall erreichbar zu sein. > > Rund um die Uhr? Hart! Musst du auch immer ansprechbar sein?
Bei meinem Arbeitgeber in Berlin war das nicht wirklich "rund um die Uhr", nachts war eigentlich Ruhe. De facto etwa zwischen abends um acht bis morgens halb acht. Wobei ich haeufig mein abendliches e-Mail-Lesen durch einen "Rundumblick" ueber das laufende Netz ergaenzt habe, und auch schon mal um halb zehn ein Problem gefixt habe. Ich habe auch im Urlaub evt. mal _einen_ Anruf bekommen. Aber es gab ein Verstaendnis dafuer, dass es Momente gab, wo ich nicht erreichbar war. Und es wurde nur fuer echte "Notfaelle" benutzt. Ich war mit diesem Arrangement auch einverstanden, weil das gesamte Umfeld der Firma stimmte. Hier downunder bei meinem ersten Job lag es etwas anders. Ca. 30% meines Gehaltes waren Bonus, und den konnte ich in den Wind schreiben, wenn die Webserver, die ich zu betreuen hatte, 2h im Monat nicht liefen. Es war gefordert, dass ich mir Monitormeldungen via SMS schicke. Ich wurde am Feiertag angerufen, als ich mit meiner Tochter auf einem Schiff war, und habe anderen Leuten Anweisungen gegeben, um ein MySQL-Problem zu fixen, was gar nicht meins war - nur, um die "Verzoegerungen" dadurch naechsten Monat als Teil der Begruendung fuer nicht gezahlten Bonus wiederzufinden. Und ich habe weder die Hardware noch Software vernuenftig waehlen koennen, um die Server zu verbessern. Das OS war Linux, die Load war hoch, und dabei macht Linux systembedingt die Graetsche.. Mit einem *BSD waere das nicht so passiert, dazu gibt es ein paar Algorithmen, damit die VM mit solchen Extremsituationen besser klar kommt. Es haette auch alles gepasst, da Linux fuer die Software nicht wirklich eine Forderung war, aber mir war halt ein Umstellen verboten (andere Umgruppierungen oder so auch) Meine neuen Server, versucht letztes Jahr im Nov. zu ordern, wurden von schlauen BWLern durch Bastelkisten preismaessig unterboten, ausserdem der Flug nach San Diego eingespart, weil sie downunder konfiguriert wurden. Den Transport haben die meisten Festplatten nicht ueberstanden, so dass mein Nachfolger knapp ein Jahr danach immer noch keine neuen Server zum Laufen gebracht hat. Ach ja, es ist der vierte in zwei Jahren.. Anyway, der Job, das Umfeld war supersch****, nicht nur der Handygebrauch. Ich bin nach ein paar Monaten abgestumpft und wurde leider gefeuert, bevor ich selbst etwas neues gefunden hatte. Und - es ist derzeit fuer mich sehr schwierig, einen Job zu finden. Ich suche seit mehr als drei Monaten. Bei jedem neuen Job werde ich von Recruitment Firmen angerufen, was fuer mich im Positiven heisst, dass ich wohl nicht ganz unqualifiziert bin, im Negativen - viele Arbeitvermittler streiten sich erbittert um die verbliebenen Knochen.. Tja, ich haette ja obigen Job ertragen koennen.. Die Recruitment Agencies sind ein anderes Thema. Versuche mal jemand ernstzunehmen, der "IT-Spitzenkraefte" verkauft und jemand sucht, der Solaris kennt und auch noch von Unix Ahnung hat.. Verklicker denen doch mal, dass es vielleicht besser ist, jemand mit fuenfzehn Jahren verschiedenen Unixen an eine ihm nicht ganz vertraute AIX-Kiste zu setzen, als einen, dessen Qualifikation in fuenfmonatigen Baenderwechseln an einer IBM-Kiste besteht. Oder das mir wichtiger ist, das Prinzip eines Paketfilters verstanden zu haben, als zu wissen, ob der Okay-Button an einem Checkpoint Firewall-Webinterface links oder rechts ist.. Und dann das Zertifikatsunwesen. Ich weiss nicht, ob das in Dtl. auch schon so schlimm ist, aber die Haelfte aller Admin-Jobs sind ohne Zertifikat nicht zu bekommen. Die sind schweineteuer und sagen nur bedingt etwas ueber das Auffassungsvermoegen des Geprueften. Es gibt Cisco-Camps, in denen man so lange geprueft wird, bis man den Test bestanden hat.. Anyway, dieses Scheinchen ist vor den Arbeitsvermittlern mehr wert als zehn Jahre Cisco gear stoepseln und konfigurieren. Es gruesst Peter -- To unsubscribe, e-mail: [EMAIL PROTECTED] For additional commands, e-mail: [EMAIL PROTECTED]
