On Tuesday 23 March 2004 11:18, Gert Doering wrote:
> Also bei mir weckt es nur die kriminelle Phantasie...  "wie aufwaendig
> waere es, hier ein XYZ vorbeizuschmuggeln" - und die Antwort ist
> "hinreichend trivial fuer jemand, der es ernst meint, und damit
> hinreichend sinnlos".

Ich mache gerade die Erfahrung, da� das Thema "Risikomanagement" selbst f�r 
Leute mit dem ausreichenden technischen Verst�ndnis irgendwie ungewohnt ist, 
oder zumindest schwierig zu verstehen.

Die meisten Leute sind in der Lage, von sich aus Ma�nahmen vorzuschlagen, die 
irgendwas bewirken sollen ("Wie w�re es, wenn wir den Mitarbeitern die ssh 
Fingerprints unserer Maschinen zur Verf�gung stellen w�rden?"). 

Sie sind aber zum gr��ten Teil schon nicht in der Lage, von der Warte einer 
Gef�hrdung auf das Thema zuzugehen ("Kenntnis des Fingerprints soll gegen 
eine Man-in-the-Middle-Attacke sch�tzen. Das tut aber eine Kenntnis des 
vollen Hostkeys auch, und wir w�ren auch in der Lage, den Mitarbeitern eine 
vorbereitete known_hosts-Datei zur Verf�gung zu stellen. Das h�tte nicht nur 
dieselbe Schutzwirkung, sondern w�rde zugleich die l�stige Nachfrage mit dem 
manuellen Vergleich des Fingerprints vermeiden."). 

Die K�r w�re nat�rlich, w�rden diese Personen mit einem Angreifermodell 
arbeiten, um Gef�hrdungen zu gewichten und so die Notwendigkeit von Ma�nahmen 
beurteilen zu k�nnen ("Unsere Maschinen im Produktionsnetz stehen hinter der 
Firewall in einem Netz, das wir als sicher ansehen und dem wir in gewissem 
Ma�e vertrauen. Ein Man-in-the-Middle in diesem Netz ist extrem 
unwahrscheinlich. Wenn er dennoch auftr�te, h�tten wir neben dieser 
Gef�hrdung auch noch weitere, dringendere Probleme. Es ist daher egal, ob wir 
uns gegen dieses Problem verteidigen"), und die Kosten von Ma�nahmen dagegen 
zu rechnen ("Au�erdem w�rde in diesem Fall jeder Auf- und Abbau einer 
Maschine eine Rekonfiguration bei jedem User notwendig machen. Wir bauen 
mehrmals jeden Tag Maschinen auf oder ab. Die Ma�nahme ist daher in diesem 
Kontext sinnlos, und eine Ressourcenverschwendung.")

Dazu kommt nat�rlich noch, da� das untersuchte System eine 
Mindestfunktionalit�t haben mu�, die es erbringen mu�, um seine Existenz zu 
rechtfertigen. Sobald Sicherheitsma�nahmen diese Mindestfunktionalit�t so 
weit einschr�nken, da� sie nicht mehr interessant ist, ist der Dienst in dem 
existerenden Betriebsumfeld nicht mehr zu erbringen, weil die Betriebsrisiken 
dies unm�glich machen.


Das Problem bei diesen �berlegungen sind nicht die Abw�gungen selber - die 
sind oft trivial und mit gesundem Menschenverstand zu machen, sondern der 
mentale Kontext "Risikomanagement", also Ma�nahmen im Umfeld zwischen 
Gef�hrdung und Dienst zu sehen und zu beurteilen. Man sollte meinen, da� dies 
eine naheliegende und nat�rliche Betrachtungsweise sei, aber bisher haben 
z.B. die wenigsten neu eingestellten Sysadmins die oben angegebene 
Fragestellung auf diese Weise beantworten und bewerten k�nnen.

*seufz*

Kristian

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