Am Dienstag, 15. Februar 2005 20:33 schrieb Mario Holbe:
> Matthias Houdek <[EMAIL PROTECTED]> wrote:
> > Am Dienstag, 15. Februar 2005 13:37 schrieb Mario Holbe:
> > Genau das war der "casus knackus". Die Grundaussage, der ich stets
> > widersprochen habe, war: Ein RAID-1 kann man als (sicheres) Backup
> > verwenden, indem man die eine Platte im Rotationsverfahren
> > wechselt. Mein Gegenargument: Dann kann ich mir ein inkonsistentes
> > System einfangen - sicherlich selten, aber es ist m�glich (weil
> > eben gerade solche F�lle auftreten k�nnen, dass von der neu
> > eingesetzten Platte aus synchronisiert wird).
>
> Und eben das kann nicht sein.
> Wenn ich einen Mirror aus dem RAID entferne, bleibt ein weiterer
> Mirror erhalten. Dieser ist ab genau diesem Moment zwangslaeufig
> und automatisch der neuere.
> Wenn ich den entfernten Mirror jetzt wieder hinzufuege, wird daher
> ebenso zwangslaeufig von dem vorher noch existenten auf den jetzt
> wieder hinzugefuegten synchronisiert werden und nie umgekehrt und
> selbstverstaendlich auch nie wechselseitig.

Wenn ich einen Mirror durch einen anderen Mirror (mit einem �lteren 
"Backup") ersetze ... - das war der Ausgangspunkt.

> >> > So, wie ich dich und verstanden habe, wird der Zustand von
> >> > Mirror 1 auf Mirror 2 synchronisiert und nie anders herum. Warum
> >> > nicht? Warum macht das keinen Sinn?
> >>
> >> Wer sagt das?
> >
> > Das war die Kernaussage, warum man Platte 2 stetig und gefahrlos im
> > RAID
>
> Das ist falsch. Die Kernaussage war:
> 1. Es wird immer nur in eine Richtung synchronisiert (weil das
> Synchronisieren in zwei Richtungen keinen Sinn machen wuerde, wie
> gezeigt).
> 2. Es wird immer vom bestehenden auf den neu hinzukommenden Mirror
> synchronisiert.
>
> Welcher der bestehende und welcher der neue Mirror ist, ist halt
> schlicht davon abhaengig, welchen ich drin lasse und welchen ich
> herausziehe und wieder reinstopfe.
>
> > im Rotationsprinzip als "Backup-Platte" wechseln kann.
>
> Und genau deshalb kann man genau dies absolut problemlos und ohne
> Gefahren selbstverstaendlich tun.

Ich werde es nicht machen und w�rde auch nie jemandem ruhigen Gewissens 
empfehlen. 

> >> Nein, da man eine solche von mir geschilderte Situation mit einem
> >> vernuenftigen System nie erhalten wird.
> >
> > Wenn sich Systeme immer vern�nftig und der Logik folgend verhalten
> > w�rden, br�uchte man viel seltener ein Backup.
>
> Wenn man eine solche geschilderte Situation allerdings einmal hat,
> hilft auch keine noch so gute Synchronisations-Strategie (wie
> gezeigt). Wie Du bereits erkannt hast, ist das eine Situation, in der
> einem (auch) ein RAID1 nichts bringt.

Genau, dann hilft nur ein sauberes Backup, weshalb ein RAID eben ein 
Backup nicht ersetzt. Und darum ging es.

> > Schon mal bedacht, dass auch Daten eventuell problemlos schreibbar,
> > aber sp�ter nicht mehr lesbar sein k�nnen? So, als w�ren sie nie
> > geschrieben?
>
> Ja, sogar schon erlebt. Regelmaessig mit Samsung Platten.
> Macht aber nichts. Der Mirror von dem nicht gelesen werden kann, wird
> einfach invalidiert und neu synchronisiert. Also genau dasselbe, als
> wenn man ihn rausziehen und wieder reinstopfen wuerde.
>
> Man kann den Synchronisationsprozess in solchen Faellen 'optimieren',
> vulgo: verkuerzen, indem man einfach nur den einen Block, den man von
> dem einen Mirror nicht lesen kann, vom anderen holt und auf den einen
> nochmal schreibt - in der Hoffnung, damit die automagische Sector
> Relocation des betreffenden Mirrors zu triggern, anstatt den Mirror
> vollstaendig neu zu synchronisieren, aber das ist nur eine
> Optimierung und aendert nichts am Grundprinzip.
>
> Es bleibt immer dabei: zu jedem Zeitpunkt wird in hoechstens eine
> Richtung synchronisiert und es gibt immer mindestens einen "guten"
> Mirror. Gibt es zu einem beliebigen Zeitpunkt keinen "guten" Mirror
> mehr, sondern nur noch schlechte, ist das RAID1 kaputt und man kann
> es mit keiner Synchronisation - auch mit keiner wechselseitigen -
> mehr retten. Man kann es versuchen und beten, aber das muss man dann
> per Hand machen (und zwar vermutlich regelmaessig dadurch, dass man
> manuell einen der Mirrors zum "guten" bestimmt), das wird Dir aber
> kein System automagisch veranlassen.

Richtig. Aber ich wei� nie, welches der "gute" Mirror ist. Also, wei� 
ich auch nicht, welche Platte die ist, die ich ohne das System evtl. zu 
kompromittieren als Backup einlagern kann und welche ich daf�r 
eintausche.

Ich mache es noch einmal am Beispiel:

Zeit X: Platte A und B sind im Rechner, beide sind synchron.
X + 1 : Platte B wird duch Platte C getauscht
X + 2 : Platte C ist auf den Stand von Platte A synchronisiert
X + 3a: Platte A ist an Stelle Y kaputt, gleichzeitig wird C entfernt
X + 3b: Platte B kommt ins System und enth�lt an Stelle Y g�ltige Daten

Wer garantiert mir jetzt, dass das RAID nicht Platte B als den "guten" 
Mirror ansieht? Und wenn nicht, ist jetzt das ganze RAID kaputt, weil 
es gar keinen "guten" Mirror mehr gibt.

Die Datenbasis beim Erstellen des Backups zerst�rt - ist das das Ziel?

Ich glaube, wir drehen uns hier im Kreis. 

-- 
Gru�
����������������MaxX

Hinweis: PMs an diese Adresse werden automatisch vernichtet.

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