Hi,
Für mich ist allerdings die Frage worum es beim OpenDocument-Format
konkret geht:
*geht es um Layouttreue die optisch sichtbar ist
*geht es um Treue der Umsetzung im Quellcode und gewisse Abweichungen in
der optischen Erscheinung sind zulässig (wie das beispielsweise bei HTML
in verschiedenen Browsern der Fall ist)
Treue in der Umsetzung des Dateiformates wäre richtiger (wie bei xhtml).
Layouttreue wäre natürlich das Ideal, ist aber ungleich schwieriger zu
implementieren (imho nahezu unmöglich) und auch wesentlich schwieriger
zu spezifizieren.
(Hat unser Prof. in Softwareentwicklung mal gemacht - das Einfache
Problem eines Blocksatztes zu spezifieren. Er hat ca. eine DIN A4 Seite
dazu gebraucht und hatte sich nur auf blanken Text bezogen. Die
Forderung, dass bei der Formatierung zweier gleicher ausdangstexte auch
die jewils gleichen Zieltexte entstehen müssen war da nicht enthalten.)
Ersteres wäre objektiv nur zu prüfen wenn es Referenzdokumente und einen
Referenzviewer zur Darstellung der Dokumente gäbe. (Ein Referenzdokument
allein reicht nicht, denn was wäre wenn das unter KOffice und OOo
verschieden aussieht, wer hat dann recht?)
Auch mit Referenzdokumenten kannst du dich einer Layouttreue nur
annähern, sie nie 100% erreichen.
Letzteres ließe sich anhand der veröffentlichten Spezifikation prüfen.
Derzeitig steht die in xml_specification.pdf (im SDK), aber das wird es
auch für das neue Format geben. Das könnte man objektiv prüfen. Dürfte
per Hand sehr aufwendig sein, aber theoretisch möglich.
Nein, ist es nicht. Ich habe die Spezifikation zwar nicht im Detail
gelesen, aber ich glaube kaum, dass sie Layout Elemente so detailliert
beschreibt, dass sie nicht unterschiedlich interpretiert werden können.
Wie gesagt .. das ist nahezu unmöglich.
Nimm o.g. Beispiel des Blocksatzes. Deine Forderung beinhaltet, dass
zwei gleiche Texte in Blocksatz immer an den gleichen Stellen einen
Zeilenumbruch erhalten. Allein die Verwendung zweier verschiedener
Algorithmen zur Silbentrennung macht das unmöglich.
Im Endeffekt hatten wir doch aber wieder den Aufhänger "Marketing". Die
Situation ist für's Marketing natürlich kompliziert, da es sehr schwer
ist, anhand der aktuell vorhandenen Implementierungen die Vorzüge des
Formates zu erklären. Aber he .. wer hat behauptet, Marketing wäre einfach?
Microsoft hat auch die Stirn, auf sich auf Open Source Events zu
präsentieren, Plattformunabhängigkeit und Interoperabilität zu promoten,
obwohl allen klar ist, dass es MS Produkte nur auf Windows (plus wenige
davon unter Mac) existieren und die Interoperabilität dann am besten
funktioniert, wenn man sie innerhalb der MS-Produktpalette realisiert.
Anderes Beispiel: auf dem Linuxtag hab ich nen Vortrag gehalten, in dem
ein recht grosser Bereich über XForms enthalten war.
- die Implementierung in OOo ist noch recht wackelig
- Das Gestalten der Formulare ist mühsam (ich hab mir vorher angesehen,
wie ähnliche Sachen mit Word und Infopath gehen und mir sind fast die
Tränen gekommen)
- Das eigentlich genialste an XPath - die Unabhängigkeit von einer
konkreten Implementierung - konnte ich nicht demonstrieren, da die
Unterstützung von XPath in Mozilla momentan auch nur auf dem Papier
exisitiert und OOo nicht in der Lage ist, XPath-Formulare nach xhtml zu
exportieren.
Mit letzterem ist mir das absolute Killerargument weggebrochen (und ich
hab es erst drei Tage vor dem Vortrag gemerkt).
Na ja . egal ... Auch wenn (aus meiner Sicht) relativ wenig
übriggeblieben war .. ich hab Applaus bekommen, einer hat sich sogar
explizit bedankt, dass XPath in OOo implementiert wurde.
Also .. OpenDocument hat sicher so seine Probleme .. aber das heisst
noch lange nicht, dass man es als unter den Tisch kehren muss .. im
Gegenteil. Richtig "verkauft" ist es eines der wichtigsten Argumente für
OOo 2.0.
André
PS: (nur zum theoretisieren)
....
Also vorbehaltlich das ein SnapShot selbiger ist, müssen doch wohl
letztlich die Content.xml inhaltlich gleich sein wenn das beide Male
*.sxw ist, oder gibt es einen Grund der dagegen spricht?
Welcher Grund spricht dafür?
Pseudocode (sorry für VB):
Select i
Case 1: print a
Case 2: print b
Case else: print c
end select
produziert das gleiche Ergebnis wie:
If i=1 then
print a
else if i=2
print b
else
print c
end if
Beides sind korrekte Code-Konstrukte, die das gleiche Ergebnis
produzieren. Nehmen wir mal an, sie wären von einem Codegenerator
erzeugt worden. Mir wäre es egal, wlecher Code erzeugt wird, solang eine
gegebene Eingabe zur geforderten Ausgabe führt. eine genauere
Untersuchung sehe ich als "Gedankensport" an .. viel mehr nicht.
Das Beispiel ist natürlich nur eine Analogie zum XML-Dateiformat,
*nicht* zur eingangs angesprochenen Layouttreue.
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