Hallo Florian,
Florian Effenberger wrote:
> danke für deine Mail und deine Meinung.
Vielen Dank für deine freundlichen Worte. Mich selbst hat der Verlauf,
Form und Inhalt, dieser Diskussion enttäuscht um nicht zu sagen
desillusioniert.
> So ganz zustimmen kann ich da
> aber nicht. :-) Ich möchte zwei Punkte aufgreifen:
> Ich denke nicht, dass wir für jede "Kleinigkeit" eine großartige
> formalisierte Abstimmung mit Wahlleiter brauchen.
Hier stimmst du mir aber voll zu.
> Letzten Endes handeln auch gerade alle Ansprechpartner nach
> dem Willen der Community bzw. sollten dies tun, und da ist es bei vielen
> Dingen unerlässlich, relativ unformalisiert das Stimmungsbild
> einzufangen, wie denn die derzeitige Meinung ist.
Was ist der Vorteil, dieses Stimmungsbild in der Form einer Abstimmung
und dennoch unformalisiert zu gewinnen?
Schnelligkeit? Weniger Arbeit? Sicherlich. Ich sehe aber einen Nachteil:
Es gibt ja auch "echte" Abstimmungen, die nicht nur ein Stimmungsbild
klären, sondern einem Mitarbeiter als Ansprechpartner legitimieren oder
eine Streitfrage klären. Diese Abstimmungen sollten im Interesse aller
formalisiert sein. Oder genauer, wenn ich als Ansprechpartner arbeiten
sollen würde, dann wäre es mir wichtig diese Funktion auch im Rahmen
eines wie auch immer formalisierten Prozesses erhalten zu haben. Einfach
damit ich später sagen kann "Ihr habt mich aber zum Ansprechpartner
gemacht." Wie die Form aussieht, ist Verhandlungssache. Sie kann einfach
per Order of Mufti (colead) oder ein "Wer dagegen ist, spreche jetzt
oder schweige für immer" sein.
Im Moment haben wir so eine Formalisierung nicht.
Alles was wir haben, ist die +1/-1 Methode, die für alle Arten von
Fragen, Wahlen und Abstimmungen eingesetzt wird. Sie hat den Vorteil
sehr flexibel zu sein. Allerdings bezahlen wir die Flexibilität mit der
fehlenden Formalisierung. (Daneben existiert lediglich noch die
Colead-Wahl, die stärker formalisiert ist, deren Form aber zur Zeit nur
von den wenigsten auf alle "echten" Abstimmungen übertragen werden will.)
Um nicht missverstanden zu werden: wenn wir wollen, können wir glücklich
so weitermachen. Besonders wenn wir aufeinander hören und uns eh einig
sind, was ja meist der Fall ist, besteht wenig Grund die Verfahren zu
ändern.
Auf der anderen Seite haben wir aber gerade jetzt durch unsere Einigkeit
die Möglichkeit, uns Formen zu überlegen und in deren Umsetzung
Erfahrung zu sammeln, ohne viel innere Reibung zu erzeugen. Das wäre
eine Art Vorarbeit für später, wenn es schwieriger werden würde. Ich
gehe immer noch davon aus, dass OOo wachsen wird, und damit auch die
Zahl der Mitarbeiter im de-Projekt. Wachsen können wir aber nur, wenn
unsere Verfahrensweisen offen sind und von Neulingen schnell erlernt und
verstanden werden können.
PS Unabhängig von all dem ist mir selbst noch ein weiteres Argument für
stärkere Formalisierung wichtig: Rechte (und auch Formalisierungen)
werden zum Nutzen der Schwachen gegeben. Es ist völlig natürlich, wenn
ein Starker meint, ein Recht nicht zu benötigen, es würde ihm nur seine
Arbeit erschweren. Er ordnet sich aber selbst diesem Recht unter, weil
gemeinschaftliche Aufgaben die Einbeziehung Schwacher benötigen und
daher ihren Schutz fördern müssen. Als Entschädigung für seine
Zurückhaltung erhält er die Vorteile der gemeinschaftlichen Arbeit.
Gruß,
--
Michael Thomas Kirchner
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