Uwe Altmann schrieb:
Hi Martin, *
Martin Hollmichel schrieb:
Die spannende Frage ist, wie man basierend auf diesem Input zu einer
priorisierung dieser Liste kommt...
Meine Meinung kennst Du vielleicht schon (
http://www.openoffice.org/servlets/ReadMsg?listName=releases&msgNo=13839)
- ich halte es da mit dem aus Ruby bekannten Prinzip der
geringstmöglichen Überraschung. D.h., der Benutzer sollte möglichst
wenig überrascht werden - vor allem unangenehm. Die von Axel genannten
Bugs sind da gut Beispiele für ganz unliebsame Überraschungen.
Einfach gesagt: Die primäre Bedienung (d.h., alles, was ich direkt mit
einem Menübefehl auslösen kann) hat fehlerfrei zu funktionieren oder der
Menübefehl hat zu verschwinden.
Ok, wenn wir das vor zwei Jahren gemacht hätten, gäbe es die native Mac
Version nicht. Der Macport hat jede Menge Zeit gekostet. Mit dieser Zeit
hätte man viele Issues fixen können, und hätte dazu noch keine neuen
produziert. Ausserdem wäre das ja nicht schlimm gewesen, denn es gibt ja
NeoOffice. Du wirst mir jetzt zig Gründe nennen können, warum der
Macport wichtiger war als so mancher Bugfix, für einen Windows User
bleibt der Macport ne nebesächlichkeit. So ist das mit allen Features.
Für Optionsschalter in Dialogen könnte man das eigentlich auch verlangen
- das wäre aber schon eine weitere Stufe von Softwarequalität. Von
fehlerfreier oder zumindest überraschungsarmer Umsetzung der gesamten
Spezifikation (da gehören auch Dokumentation/Bedienungsanleitung dazu,
von wegen "gibts doch gar nicht") mal ganz zu schweigen. Und spätestens
die will OOo ja gar nicht erreichen, wenn man so den "verantwortlichen
Entwicklern" zuhört (vgl. o.g. Thread).
Ein Argument wie
Alten kaum durchdringbaren Code anzufassen, ist nicht immer leicht
und erzeugt auch keine Freudensprünge bei den verantwortlichen
Entwicklern.
so nachvollziehbar es ist, kann doch wohl nicht ernsthaft in einer
Diskussion über gewünschte oder vielleicht auch notwendige Software-
bzw. Produktqualität irgend eine Rolle spielen - oder reparieren wir
demnächst gar keine bugs, damit jeder seinem Hobby (z.B.
Printerpullpages, scnr) nachgehen kann?
Ne, aber das Geld. Ich denke wir sind viel zu verwöhnt von SUN, die über
Jahre eine sehr idealistische (vielleicht zu idealistisch) Art der
Projektunterstützung verfolgte. Man darf nicht vergessen, SUN ist ne
Firma und will Geld verdienen. Wenn Firma XY mit einem Packet von issues
dahergelaufen kommt, und für die Fix bezahlt, Was meinst du wer da
gewinnt. Die Issues die objektiv wichtiger sind, oder die für die
bezahlt wird?
Die Frage ist also nicht, wie man diese Liste priorisiert, sonder, was
für ein Produkt wir wollen. Ohne Ziel kein Weg.
Wie Martin schon erwähnt hat, selbst wenn wir alle am selben Projekt
mitarbeiten, hat jeder so seine eigenen Interessen daran. Ne gemeinsame
Richtung wird man hier wohl kaum finden. Hier bestimmt, war macht, und
das finde ich eigentlich ganz gut so. Die Software ist frei, jeder kann
dazu was beitragen. Und wenn vielen Leuten nen Bugfix wirklich sooo
wichtig ist, dann müssen sie halt Geld sammeln damit man ein Entwickler
finanzieren kann.
Man kann sich übrigens noch für das vielleicht ja doch stattfindende
OOo-Projektwochnende interessieren - da könnte man so was auch mal
diskutieren :-)
Ich bin eigentlich ganz froh, dass die priorisierung nicht hier auf der
dev besprochen wird. Das Resultat der wohl mindestens 4 Monate
andauernden Diskussion währe wohl:
- 1500 Mails die keiner mehr durchblickt
- Eine Person die sich aufgrund persönlicher Differenzen aus dem Projekt
zurückzieht.
- fünf Neulinge die die Liste aufgrund der Diskussion wieder fluchtartig
verlassen haben ;-)
- Mit dem Endergebnis: Wir haben zu wenig Entwickler.
Mit diskutieren sind noch keine Bugs gefixt.
Gruss Raphael
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# Raphael Bircher
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