Morgen,
Christoph Noack schrieb:
... Immerhin würde dies für einen Großteil von Entscheidungen (z. B. für die Produktentwicklung) eine stark verbesserte Transparenz ermöglichen - denn das ist aus meiner Sicht eines der heutigen großen Probleme. Es geht oft nicht um den einen oder anderen Bug, der individuell als sehr schmerzhaft wahrgenommen wird, sondern um das Verständnis, warum stattdessen Ressourcen an anderer Stelle (sinnvoller) eingesetzt werden.
Ich habe diese Formel so oft selbst gehört und hergebetet - ich könnte inzwischen jedes mal schreiend wegrennen, wenn ich sie höre.
Wir haben zu wenig Ressourcen - ja, das ist so. Dass wir das allerdings als Entschuldigung nehmen, immer mehr Arbeit vor uns aufzutürmen und parallel davon sprechen, dass wir kein (Qualitäts-)Problem haben passt aus meiner Sicht einfach nichtmehr zusammen. Solang wir nicht zugeben, dass wir ein Problem haben werden wir auch nicht an einer Lösung arbeiten.
Martin sprach an, dass "jede lokale Gruppe, jede contributende company leicht unterschiedliche Ziele haben" wird und "fuer ein gemeinsames Ziel kaum Kompromisse eingehen wollen". Aus meiner Sicht ergibt sich hier kaum Widerspruch, wenn man diese Beiträge als "zusätzlich" zum eigentlichen Projektziel betrachtet. Leider ist jedoch ist mein Eindruck, dass wir beispielsweise mehr Contributoren durch fehlende Ziele verlieren als durch vorhandene Ziele verärgern - denn derzeit ist kaum jemandem klar, bei welchem Thema sich die Mithilfe wirklich lohnt.
Meine persönliche Formel: es lohnt sich, bei konkreten Aufgaben zu helfen, bei denen Sun oder einer der anderen großen Contributoren einmal committed hat. Alles andere ist nahezu Zeitverschwendung - oder schier durch die Zeitspanne zwischen eigener Bemühung und letztendlicher Umsetzung nichts anderes als frustrierend.
Es gehört eigentlich nicht in die Antwort auf deine Mail- aber die zweite Formel, die mir immer wieder bitter aufstößt ist "es entscheidet, wer macht". Damit ist immer implizit gemeint "es entscheidet wer implementiert". Daraus ergibt sich dann automatisch, dass jemand, der Fehler verifiziert, CWSse testet, Dokumentationen schreibt, oder sich auf anderen Gebieten intensiv am Projekt beteiligt eben *nicht* entscheiden kann (obwohl er "macht"). Als QA-Ansprechpartner habe ich keinen Einfluss darauf, was nun als nächstes implementiert wird - ich kann nur die Fehler nachräumen und bei den Anwendern um Entschuldigung bitten, dass neue Features nun doch einige Fehler enthalten, und zum Teil Jahre alt Bugs nicht aufgeräumt werden. Nach der 1000 bitte um Entschuldigung, gewähren ich mir diese selbst nicht mehr.
Um etwas an der eigentlichen Situation ändern zu können, muss ich aber selbst "machen". D.h. den Ansprechpartner-Posten werde ich demnächst aufgeben.Ich kann nichts repräsentieren, von dem ich nicht selbst überzeugt bin.
André --------------------------------------------------------------------- To unsubscribe, e-mail: [email protected] For additional commands, e-mail: [email protected]
