André Schnabel schrieb:
> 
> Im moralischen Sinne ist die Erklärung für mich persönlich sehr einfach:
> genauso, wie es mir freisteht, OpenOffice.org durch meine Arbeit zu
> unterstützen, steht es mir frei, diese Unterstützung nicht mehr zu
> leisten. Jeder, der hier aktiv mithilft (oder mitgeholfen hat), hat
> erhebliches geleistet, kann aber nicht aufgrund dieser erbrachten
> Leistung dazu gezwungen werden, diese weiterhin zu erbringen. Ebenso
> wenig, wie ich Gründe angeben muss, warum ich einen Beitrag leisten
> möchte, muss ich welche angeben, warum ich dies nicht tun möchte - das
> ist die *Freiheit*, die ich habe.
> 
> 

Andreas Mantke schrieb:

genau so wenig, wie ich eine Erklärung dafür abgeben musste, warum ich
bei OOo
mitarbeite, fühle ich mich verpflichtet eine Erklärung abzugeben, wenn ich
mich dafür entscheiden sollte, meine Freizeit nicht mehr für das Projekt
(in
größerem Umfang) einzusetzen. Wenn ich andere Prioritäten setzen sollte,
ist
das meine persönliche Entscheidung, da ich weder von einem Sponsor,
Arbeitgeber oder sonst wem für meine Mitarbeit bezahlt werde.

Es geht mir nicht um eine individuelle Verpflichtung, sondern um eine
kollektive Verantwortung.

Wenn jemand erklärt, er wolle aufhören, und ich ihn nrfrage und zur
Antwort erhalte: "Das geht Dich nix an!", dann ist das eine Antwort, die
ich zwar nicht nett finde, aber akzeptieren kann.

Wenn die deutschsprachige Community aber ein Release nicht freigibt und
auf verständlihe Nachfrage antwortet: "Weil es uns so gefällt!", dann
hat das eine andere Qualität. Insofern ist mit dem bisken Macht (der
Freigabeentscheidung), die wir (kollektiv) errungen haben, IMO auch eine
gewisse Verantwortung, zumindest der Begründung unserer Entscheidung,
verbunden.

Es fände es ehrlich gesagt großen Mist, wenn jetzt einer nach dem
anderen aufhört, weil ihm die Sache keinen Spass mehr macht, weil er
sich nicht genügend respektiert fühlt, weil er den Eindruck hat, dass
Dinge über seinen Kopf und den Köpfen seiner Mitstreiter hinweg nach
"Gutsherrenart" entschieden werden.

Dass die anderen Möglichkeiten auch nicht sehr prickelnd erscheinen und
sich - wenn man die Nachrichten betrachtet - auch schon bedeutendere
Leute andere Aufgaben gesucht haben bzw. suchen, sollte keine
Denkblockade verursachen.

Wir sollten uns IMHO in dieser Situation gemeinsam - auch mit unseren
anderssprachigen Mitstreitern - klar darüber werden, was wir akzeptieren
wollen, was wir als unzumutbar empfinden und dann eben gegebenenfalls
auch wohlüberlegt konsequent handeln - aber als Community und nicht
jeder für sich im stillen Kämmerlein.

Gruß
Michael


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