Hi Eric,
Hallo Johannes,
Am Sat, 01 Jan 2011 00:55:54 +0100 schrieb Johannes A. Bodwing:
Hallo Leute,
in "Info über OpenOffice.org" steht:
"Dieses Produkt wurde von Oracle erstellt, basierend auf OpenOffice.org.
OpenOffice.org erkennt die Beiträge aller Community-Mitglieder an, ..."
Heißt das, OOo ist im Prinzip "ausgebootet"? Denn diese Software
ist laut dieser Darstellung eigentlich kein maßgebliches Produkt
von OOo mehr, sondern von Oracle. Die Community-Mitglieder
leisten "nur" Beiträge.
Nein. Da steht "basierend auf OpenOffice.org", sprich ohne
OpenOffice.org gibt es das Produkt von Oracle nicht und
OpenOffice.org ist die ganz Community, inklusive Oracle.
Aber wieso immer gleich diese negative Auslegung bei allem was
Oracle tut? ...
Ich frage nur, weil ich es nicht richtig klar kriege.
Und ich habe schon zu viel Zeit in anderen Projekten verballert, die
auch tolle Ziele hatten, und einige Zeit auch gut liefen. Dann stellte
sich raus: es holpert - wir haben garnicht die Strukturen, unsere Ziele
wirklich und dauerhaft umzusetzen. Einige der Projekte sind tot, andere
dümpeln dahin.
Speziell zu Oracle hatte ich ja schon Anfang 2010 in größerem Umfang
dargestellt, was da auf OOo zukommen könnte.
Und was bisher gelaufen ist, erschließt sich mir nicht, kommt für mich
völlig un-unternehmerisch rüber, z.B.:
Wieso konnte Oracle nicht einfach eine befristete Ermächtigung
verfassen, damit OOo in Sachen Marketing und Contribution erst mal
weitermachen kann, wie bisher. Und das bis zur Veröffentlichung des
neuen Agreements.
Das wäre ein Leichtes gewesen.
So hat sich Folgendes ergeben:
~ Es kam zur Aufsplittung. Damit hat sich Oracle eine neu Konkurrenz
geschaffen (LO), statt die "alte Mannschaft" (OOo) zu stärken.
~ Zudem führt die Strategie von Oracle dazu, daß OOo nicht mehr als
möglichst eigenständig rüberkommt. Deshalb hatte ich bzgl. "Info über
OOo" gefragt. Für Außenstehende ist dieses OOo von Oracle, und in der
Info steht es ja auch so, und noch was von basiert auf OpenOffice.org
und Beiträge einer Community.
Wir können nicht von unserem "Insider"-Wissen ausgehen, sondern müssen
berücksichtigen, wie "Außenstehende" das sehen. Und für die kommt nicht
klar und deutlich rüber:
Diese Software ist von OpenOffice.org.
Ich habe mal gegoogelt mit dem Stichwort "OOo am Ende" - Oh Mann.
Und das ist, ehrlich gesagt, für mich einer der wesenlichen Knackpunkte:
Das Verhalten von Oracle paßt (nuir bislang?) nicht zu den Ziele von
OOo. Wenn sich da nichts gravierendes im Sinne von OOo tut, gehe ich
wirklich zu LO. Dort ist nach derzeitigem Stand der Dinge annähernd das
OOo, wie es in der Marketing-Strategy von 2004 gefordert wurde.
... aber versuchen wir doch einfach mal zu glauben, dass Oracle uns nichts
"böses" tun will und einfach nur eine etwas amerikanischere Sicht der Dinge
hat, die halt nicht mit
dem europäischen 100% kompatibel ist.
Ich erwarte nicht, daß Oracle keinerlei Eigeninteressen mehr hat. Das
hatte ich damals auch schon gemailt.
Oracle ist ein Konzern, und muß in vielen Dingen auch wie ein Konzern
agieren, sonst gibt es ihn icht mehr lange. Und damit auch viele
Arbeitsplätze nicht mehr. Das ist absolut klar.
Nur mit Glauben kommen wir da nicht weiter.
Denn Fakt ist:
Die bisherigen Ziele von OOo umzusetzen würde Oracle Geld kosten. Denn
eine Marktführerschaft von OOo mit irgendwas um die 50% würde bedeuten:
Oracle schlägt sich mit MS, IBM usw. um die restlichen 50%.
Glaubt ihr ernsthaft ein Konzern (egal welcher) würde sich freiwillig
eine solche Situation schaffen?
Deshalb braucht OOo, um wirklich dauerhaft überleben zu können (und
nicht dahindümpeln), klare Kante von Oracle. Denn wenn's richtig gut
liefe, könnte OOo 70-80% Marktanteil bekommen, und dann?
...
Das wir eine neue Marketingstrategie brauchen, dass wir mit Oracle
reden müssen und das du bitte bitte mal einen der tausend Punkte,
die du völlig zu recht anspricht, nimmst und sagst, dass ist *mein*
Punkt, dafür suche ich mir Mitstreiter und kämpfe dafür.
Mein erster Punkt ist:
einigermaßen klar zu bekommen, was hier wirklich Sache ist.
Nicht die Sprüche, die z.T. kommen oder die Träumereien und
Gewohnheiten. Wenn ich mich da reinhänge, dann vor dem Hintergrund von
größtmöglicher Klarheit über Ziele, Strukturen, Koordination usw. Und
über das Verhalten der Partner. Die müssen weitgehend Farbe bekennen.
Wie will man denn mit einer Fußballmannschaft ein Spiel gewinnen, wenn
die einen garnicht an einem Sieg intereressiert sind, andere spielen nur
mal aus Spaß um sich zu bewegen usw.?
Und OOo muß klarstellen:
Wir wollen ...; z.B. XY Prozent + Bedingungen, mit denen wir den
größtmöglichen Spielraum zur Weiterentwicklung von OOo haben.
Dann muß die Struktur überlegt werden, um das zu erreichen, und in der
man Leute dauerhaft zur aktiven Mitarbeit motivieren kann.
Ich weiß, das ist alles viel zu Theoretisch. Aber solange OOo nicht so
angelegt ist, daß sich die passenden Strukturen von selbst ergeben
(Bsp.: Selbstorganisation), muß so was erst mal theoretisch überlegt
werden, um es praktisch dann passend zurecht zu schleifen.
Wenn du
unbedingt die jetzt aktuelle, aber nicht einzuhaltenden
Marketingstrategie beibehalten möchtest, dann super, suche auf der
deutschen Liste und der internationalen Liste Mitstreiter, stelle
auf der Basis der von dir genannten Quellen ein Strategiepapier
auf, diskutiere das, bringe es an Oracle ran, diskutiere es mit
Oracle und der Community, finde einen Kompromiss und sorge dann
dafür, dass der Kompromiss auch umgesetzt wird. "Der Worte sind
genug gewechselt, nun lasset endlich Taten folgen" (Goethe, Faust
I).
Ihr solltet vielleicht vorsichtiger sein mit den Sprüchen ;-)
Das sagte der Direktor im Anfang von Faust I (Vorspiel auf dem Theater).
Dabei geht es um ein Schauspiel, also um die Vortäuschung von Realität.
Und der letzte Satz da heißt: Und wandelt mit bedächt'ger Schnelle Vom
Himmel durch die Welt zur Hölle.
Faust war mit dem Teufel im Bunde.
Hat das hier was zu bedeuten ;-)
Langsam, weiß ich nicht mehr, was deine Intention ist?
Aus einem (derzeit) darniederliegenden Gaul ein munter trabendes Pferd
zu machen.
Und das mit Teilen der bisherigen Marketingstrategie, weil es anders
garnicht geht. Zum Bsp. eigene ausreichende Finanzen (die sind allein
für ein schlagkräftiges Marketing nötig).
Außerdem als internationales Projekt, in dem es stärkende
Wechselwirkungen zwischen den nationalen Gruppen gibt sowie mit der
internationalen Ebene. Dazu den Open Source-Gedanken viel prägnanter nutzen.
Das Problem dabei (deshalb reite ich so auf den "Fundamenten" rum):
Es wird mittel- bis langfristig zur Kollision mit Oracle führen. Allein
über den Marktanteil von OOo. Der wird nicht bei 30 oder 40% enden. Eher
50 Plus.
Gruß,
Johannes
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