Hi Liste!

(warnung: dies wird wohl ein html mail)

nachdem in der aktuellen Maiausgabe des LinuxUsers ein fast vierseitiger
artikel über unser tolles projekt zu finden ist, und vor kurzem sowieso die
bekanntmachung von neo zur debatte stand, habe ich gleich mal meine kontakte
zu yalm (yalmagazine.org) spielen lassen :D

hab mal einen artikel über neo verfasst, der käme dann in die nächste
ausgabe. bin leider sehr gestresster student, deshalb wäre das ganze schon
morgen abzugeben, und ihr habt nur heute nacht und morgen zeit,
darüberzulesen.

fehler, anregungen und sonstige gedanken, die euch dazu einfallen bitte an
mich oder die liste schicken. der artikel ist an linux user gerichtet, darum
wird auch nichts über die installation unter anderen betriebssystemen
gesagt.

was wurde jetzt eigentlich zur schreibweise von neo entschieden? hanno
schrieb ja damals NEO (bin beim recherchieren darauf gestoßen). was mir beim
lesen von meinem artikel vor allem aufgefallen ist: »Neo« fügt sich besser
ins schriftbild ein, wohingegen NEO sofort ins auge springt. falls die
diskussion nochmal aufgewärmt werden soll :D

lg, daniel

hier der artikel:
(auch zu finden unter:
http://docs.google.com/View?docID=dmp6tzc_43ddn7psgt&revision=_latest)

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Neo *Yet another keyboard layout? Ja und diesmal ein Layout mit Charakter.
Schneller, ergonomischer, NEO. Wir blicken hinter die Kulissen des
Open-Source Projektes von Hanno Behrens und zeigen euch, dass sich das
Neo-Layout nicht vor der Konkurrenz verstecken muss.*

Eine etwas längere Einführung: Neo 1.0 und 1.1

Angefangen hat alles 2004, als Hanno Behrens einmal nicht ganz zufrieden mit
den verfügbaren Tastaturlayouts war. Dvorak wurde für die englische Sprache
entwickelt, und für deutsch nur leicht angepasst – so wie sich die Layouts
QWERTZ und QWERTY nur minimal unterscheiden.

diEr überlegte sich also, wie ein Layout – das speziell für die deutsche
Sprache optimiert ist – aussehen muss. Als Grundlage nahm er die Arbeiten
von Dvorak, de-ergo und anderen optimierten Layouts, um nicht bei Null
beginnen zu müssen, und überlegte sich Paradigmen, die sein Layout erfüllen
soll. Um zeitgerecht zu bleiben wurden die Statistiken noch mit Anglizismen
erweitert.

Bald war die erste Version des Neo-Layouts geschaffen. Dazu legte er
Statistiken zu Bi- und Trigrammen an, und ordnete die Buchstaben
entsprechend auf der Tastatur an. Falls der selbe Finger hintereinander
benutzt werden sollte, wurden die Buchstaben auf einen neuen Platz
verschoben. So entstand ein Layout, welches nicht nur durch den Computer
berechnet wurde, sondern auch von einem Menschen getestet und geprüft. Eine
gewisse Ästhetik war Hanno auch wichtig, so finden sich etwa alle Vokale auf
der linken Hand, und alle Umlaute darunter.

Hanno gab dann sein neues Layout auf der Mailingliste von de-ergo¹ bekannt,
und stellte auch gleich xkb-files für Linux zur Verfügung.

Benjamin Kellermann wurde durch Hanno’s Nachricht auf der Mailinglist auf
das Neo-Layout aufmerksam und bot seine Hilfe an. Ihn störte vor allem, dass
beim Programmieren benötigte Sonderzeichen im Neo-Layout bei der
Häufigkeitsverteilung nicht berücksichtigt wurden. Dazu wurden die häufigen
Sonderzeichen wie Klammern im Hauptfeld der Tastatur verteilt und über AltGr
erreichbar gemacht.   So wurde die neue Version - NEO 1.1 - wesentlich
ergonomischer, welche auch bei diversen Linuxdistributionen schon seit
längerem vollintegriert war.

Aktuell: Neo 2.0

Neo bekam nun als eigenständiges Projekt auch eine Mailingliste², um einen
zentralen Punkt für die Entwicklung zur Verfügung zu stellen. Dort wird
fortan über die Belegung diskutiert, um die Belegung ein Stück näher an die
Vollendung zu bringen. Die ersten drei Ebenen sind jedoch fixiert, und
werden grundsätzlich nicht mehr geändert – mit diesen Ebenen sind auch alle
Zeichen tippbar, die sich mit QWERTZ tippen lassen.

So kam nach einiger Zeit und immer mehr Zeichen auf der Tastatur, die Idee,
noch weitere Ebenen einzuführen. Die bereits existierende Ebene 3 (Caps)
wurde über den Haufen geworfen, und von vorne begonnen. Die Sonderzeichen
wurden – wie die Buchstaben – nach Häufigkeit angeordnet.

Ebene 4 (AltGr) enthält einen Ziffern- und Navigationsblock, was die Eingabe
in Tabellenkalkulationsprogrammen wesentlich vereinfacht. Auch
Notebooknutzern wird so der oft fehlende Ziffernblock zugänglich gemacht.

Ebene 5 (Caps+Shift) und Ebene 6 (Caps + AltGr) enthalten griechische
Kleinbuchstaben bzw. Symbole aus Mathematik und Naturwissenschaften.

Mittlerweile wurde Neo auf viele Systeme portiert, unter anderem Windows,
Mac OSX, BSD. Fur Linux und Windows existieren „Treiber“, die die Nutzung
auch ohne Installation ermöglichen.

Für wen ist Neo gedacht?

Prinzipiell ist Neo für jeden gedacht! Vielschreiber, Programmierer,
Mathematiker, Naturwissenschaftler, oder einfach Neugierige … die Liste ist
lang.

Auch für typographieaffine Leute ist Neo sehr interessant: während QWERTZ
nur Ersatzzeichen für Anführungszeichen, Apostroph und gar keine Taste für
den Gedankenstrich bietet, ermöglicht Neo das Tippen typographisch korrekter
Zeichen: deutsche, englische, französische Anführungszeichen,
Gedankenstriche – sogar das Versaleszett (großes ß = ẞ) ist auf einer
Neo-Tastatur vorhanden.

Klingt vernünftig, soll ich mir das wirklich antun?

Viele Benutzer scheuen sich davor, ein neues Tastaturlayout zu lernen. Die
Angst, am Schluss kein Layout vernünftig zu beherrschen ist groß. Auch
überschätzen viele die Zeit, die zum Lernen eines neuen Layouts benötigt
wird. Im Durchschnitt reichen 100 Stunden aus, und man beherrscht das Neo
Layout (oder irgendein anderes). Muss man später wieder auf QWERTZ tippen,
braucht man nur ein paar Minuten, um „im Hirn umzuschalten“. Durch portable
Treiber kann man sein Neo aber immer dabei haben.

Eine kleine Statistik: mit QWERTZ lassen sich ~75 Wörter in der Grundlinie
tippen, bei Dvorak und de-ergo bereits ~1500, und bei Neo ~3600. Zwar kann
ein Tastaturlayout nicht nach der Anzahl der Wörter auf der Grundlinie
beurteilt werden, nichtsdestotrotz sind diese Zahlen sehr anschaulich. Durch
das Tippen in der Grundlinie werden die Hände weniger belastet und
Sehenscheidenentzündungen vermieden – ein wissenschaftlicher Beweis steht
aber noch aus.

Na, dann ran an den Speck: Installation

Seit Xorg 1.6 liegt jeder Linux-Distribution Neo 2.0 (r1331) bei. Wer den
aktuellsten Treiber will, lädt sich die Datei
http://Neo-layout.org/de<http://neo-layout.org/de>runter, und kopiert
sie nach /usr/share/X11/xkb/symbols/de:

sudo cp de /usr/share/X11/xkb/symbols/de

wird nun Neo als Layout gewählt, kommt man in den Genuss der aktuellen
Version.

Alternativ kann auch Pascal’s Installationskript benutzt werden, es findet
sich unter 
http://wiki.Neo-layout.org/browser/linux/bin/installiere_Neo.<http://wiki.neo-layout.org/browser/linux/bin/installiere_neo>

Zusätzliche Infos zur Installation und Lösungen zu bekannten Problemen
finden sich unter
http://wiki.Neo-layout.org/wiki/Neo%20unter%20Linux%20einrichten.<http://wiki.neo-layout.org/wiki/Neo%20unter%20Linux%20einrichten>

FAQ: Ist noch etwas unklar?

Als Anlaufstelle für Fragen (und auch Anregungen – noch ist Neo nicht
fertig) gibt es die Neo-Mailingliste und #Neo im IRC³.

IRC ist auch der perfekte Ort um Neo gleich „in freier Natur“ zu erleben …
oder einfach nur über Hanno und die Welt zu plaudern.


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¹ http://lists.goebel-consult.de/pipermail/de-ergo/2004-July/000024.html
² 
http://lists.Neo-layout.org/pipermail/diskussion/<http://lists.neo-layout.org/pipermail/diskussion/>
³ irc://irc.freenode.net/neo


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myFtPhp -- visit http://myftphp.sf.net -- v. 0.4.7 released!

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